Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie zum Wohneigentum: Immobilienbesitz macht glücklich

04.05.2015

Glücksforschung: Wissenschaftler der Universität Hohenheim stellen in repräsentativer Umfrage fest, dass Wohneigentum zum Glück beiträgt.

Schwäbische Häuslebauer wussten es schon immer, doch nun ist es wissenschaftlich belegt: Die eigenen vier Wände machen glücklich. Glücksforscher der Universität Hohenheim ließen 2.788 Personen in Baden-Württemberg und 1.442 im restlichen Deutschland zum Thema Wohneigentum und Glück befragen. „Das Ergebnis ist eindeutig“, betont der Leiter der Studie, Prof. Dr. Frank Brettschneider.

„Knapp zwei Drittel der Wohneigentümer geben an, dass ihr Immobilienbesitz sie glücklicher macht. Und auch mit ihrem Wohnumfeld sind sie deutlich zufriedener als Mieter.“ Die Studie wurde im Auftrag der Stiftung Bauen und Wohnen der LBS Baden-Württemberg durchgeführt.

Immobilienbesitzer sind die glücklicheren Menschen. Das ist die Quintessenz der ersten großen, systematischen Studie, die den Zusammenhang zwischen Wohneigentum und Glück zum Gegenstand hatte.

"Glück ist kein objektiver Sachverhalt, sondern ein subjektives Empfinden. Ursachen und Inhalte variieren daher von Mensch zu Mensch", erläutert Prof. Dr. Frank Brettschneider den Hintergrund der Glücksforschung. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationstheorie an der Universität Hohenheim und Leiter der Studie.

Die Wissenschaftler haben insgesamt sieben Glücks-Dimensionen identifiziert. Eine davon ist der Bereich Wohnen. "Grundbedürfnisse wie Gesundheit und finanzielle Sicherheit, Partnerschaft oder Beruf sind zwar erwartungsgemäß noch wichtiger als die Wohnsituation", erklärt Prof. Dr. Brettschneider, "doch auch sie ist von enormer Bedeutung für das Glücks-Gefühl."

Glücklicher durch Wohneigentum

Für ihre Studie im Auftrag der Stiftung Bauen und Wohnen der LBS Baden-Württemberg ließen die Wissenschaftler 2.788 Personen ab 18 Jahren in Baden-Württemberg und 1.442 im restlichen Deutschland befragen.

Das Ergebnis: Immobilienbesitzer sind glücklicher als Mieter. "Und das gilt auch, wenn man Einkommen, Bildung und Alter der Befragten berücksichtigt", so Prof. Dr. Brettschneider. "Selbst dann hat Wohneigentum einen signifikanten, eigenständigen Effekt für das Glücks-Gefühl."

Knapp zwei Drittel der Wohneigentümer in Deutschland geben an, dass Wohneigentum sie glücklicher mache. Auch 36 Prozent der Mieter meinen, sie wären mit Wohneigentum glücklicher.

Wohnumfeld von großer Bedeutung

Ob man zufrieden ist mit seiner Wohnung, ist jedoch nicht nur eine Frage des Eigentums, sondern auch des Wohnumfeldes an sich.

Bei der Entscheidung für einen Wohnort sind den Menschen eine ruhige Lage, eine gute Infrastruktur und eine gute Verkehrsanbindung am wichtigsten. Ob sie mit ihrer aktuellen Wohnsituation zufrieden sind oder nicht, hängt vor allem von drei Faktoren ab: Größe, Preis und Ausstattung der Wohnung.

Eigentümer mit Wohnumfeld zufriedener

"Dabei sind Immobilienbesitzer deutlich zufriedener mit ihrer Wohnsituation als Mieter", erklärt Prof. Dr. Brettschneider, "und damit auch glücklicher." Das zeige sich auch darin, dass 80 Prozent der Wohneigentümer sich erneut für den Erwerb einer Immobilie entscheiden würden - 65 Prozent sogar wieder für die gleiche Immobilie.

Selbst im gesellschaftlichen Engagement spiegelt sich die meist stärkere Bindung von Eigentümern an das soziale Umfeld der Wohnumgebung wider, meint der Glücksforscher: "Ihr ehrenamtliches Engagement ist signifikant größer ist als das der Mieter, etwa im Sport, im Sozial-Bereich, in der Kirche, im Bildungs-Bereich und bei der Freiwilligen Feuerwehr."

Die Forscher konnten beim Kauf oder Bau einer Immobilie einige besonders große Glücksmomente identifizieren: die Entscheidung für die Immobilie, der Kauf, der Einzug und die Zahlung der letzten Rate. Schäden am Haus trüben dagegen das Glück. Der größte Glücks-Dämpfer ist für die meisten der Auszug der Kinder.

Für und Wider des Immobilienkaufs
Mieter wie Eigentümer sehen Vorteile und Risiken im Kauf einer Immobilie. Als Aspekte für einen Erwerb geben sie an:
• Altersvorsorge,
• eigene Gestaltungsmöglichkeiten,
• keine Miete und
• Unabhängigkeit.
Hemmnisse sind insbesondere:
• Kosten und
• Risiken durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit sowie
• das Risiko der Trennung vom Partner.

Mehr Unterstützung für Immobilienkäufer
Die Politik sei gefordert, Bedingungen für eine größere Zufriedenheit von Mietern und Wohneigentümern zu schaffen, stellt Prof. Dr. Brettschneider fest. "Eine gute Infrastruktur sowie hervorragende Verkehrsanbindungen sind hier essentiell."

Auch kann die Politik Hemmnisse für den Erwerb von Wohneigentum abbauen, etwa die hohe Grunderwerbsteuer. "Das Ausweisen von Baugebieten oder die Beschleunigung der Abläufe, die zu einer Baugenehmigung führen, fallen in diesen Bereich."

Die Immobilien-Finanzierer könnten ebenfalls Wohneigentümer unterstützen - vor allem in den Phasen, in denen Glücks-Dämpfer auftreten. "Beispielsweise könnte hier eine Übersicht über infrage kommende Handwerker oder auch ein Wohneigentümer-Stammtisch hilfreich sein", empfiehlt Prof. Dr. Brettschneider.

Doch letzten Endes ließe sich das Glücklich-Sein sich nicht an andere delegieren, betont der Glücksforscher. Nicht von ungefähr meinen 73 Prozent der Befragten: Jeder ist für sein Glück selbst verantwortlich.

Hintergrund: Projekt "Macht Wohneigentum glücklich?"

Das Projekt "Macht Wohneigentum glücklich? Immobilien und Glück in Baden-Württemberg" ist die erste große, systematische Studie zum Zusammenhang zwischen Wohneigentum und Glück. Sie kombiniert eine qualitative Vorstudie und eine quantitative Hauptstudie. Leiter des Projektes ist Prof. Dr. Frank Brettschneider, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Hohenheim. Die Studie wurde im Auftrag der Stiftung Bauen und Wohnen der LBS Baden-Württemberg durchgeführt.
Text: Elsner

Kontakt für Medien:
Prof. Dr. Frank Brettschneider, Universität Hohenheim, Fachgebiet Kommunikationswissenschaft insbesondere Kommunikationstheorie, T +49 711 459 24030, frank.brettschneider@uni-hohenheim.de

Florian Klebs | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops