Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter

19.06.2017

Senior kracht mit PKW in Schaufenster – Schlagzeilen wie diese lesen wir immer wieder in der Zeitung. Dabei trifft dieses Negativimage nur auf wenige Senioren zu. Der überwiegende Teil der älteren Autofahrer ist sicher unterwegs. Wie sich deren Fahrverhalten mit den Jahren entwickelt, wollen Forscher des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung zusammen mit dem Umfragezentrum Bonn analysieren. In den nächsten fünf Jahren untersuchen sie das Fahrverhalten von Senioren, um mögliche Veränderungen in der Fahrtüchtigkeit zu verstehen. Dies soll dazu beitragen, die Mobilität älterer Menschen so lange wie möglich zu erhalten und deren Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.

Autofahren setzt ein hohes Maß an körperlicher und geistiger Fitness voraus: Die Umgebung ist fortwährend zu beobachten und es müssen häufig schnelle Entscheidungen getroffen werden. Der Verkehr vor und hinter dem eigenen Fahrzeug fordert genau so viel Aufmerksamkeit wie das weitere Umfeld. Auch die Motorik muss mitspielen, etwa beim Schulterblick oder bei einer Notbremsung.


Probandin im Fahrsimulator.

@IfADo

Für Personen über 70 Jahren kann das zu viel werden. Denn mit zunehmendem Alter nehmen die für das Autofahren relevanten Funktionen häufig ab. Auch die Einnahme von Medikamenten kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. „Das gilt aber nicht für alle Senioren. Die Variabilität der Fahrkompetenz ist groß und steigt mit zunehmendem Alter noch an“, sagt Dr. Stephan Getzmann, der am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) zum Thema „Gesundes Altern“ forscht.

Wie sich die Fahrkompetenz mit dem Alter entwickelt, wann Veränderungen auftreten und welche Mechanismen dabei im Gehirn ablaufen, das wird das IfADo zusammen mit dem Umfragezentrum Bonn in einer großangelegten, fünfjährigen Längsschnittstudie analysieren. Rund 400 Personen im Alter von 67 bis 76 Jahren sollen dazu untersucht werden.

In Abständen von etwa einem Jahr werden verkehrsrelevante Merkmale mithilfe von Fragebögen, Sehtests und kognitiven Leistungstests (z.B. der Reaktionszeit und Aufmerksamkeit) gemessen. Zudem nehmen die Teilnehmer im Fahrsimulator Platz und steuern ein virtuelles Auto durch verschiedene Verkehrssituationen. Während der Fahrt wird die Hirnaktivität mittels Elektroenzephalografie (EEG) aufgezeichnet.

Fahrkompetenz erhalten, Verkehrssicherheit erhöhen

„Ein Auto ermöglicht Mobilität und damit Unabhängigkeit. Ist die Mobilität eingeschränkt, kann sich das negativ auf die individuelle Lebensqualität und die Gesundheit auswirken“, so Getzmann. Deshalb sei es wichtig, die Fahrkompetenz älterer Autofahrer so lange wie möglich zu erhalten und gleichzeitig die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Die Daten, die während der Längsschnittstudie gewonnen werden, können Hinweise für Risikofaktoren geben, die auf eine abnehmende Fahrkompetenz hindeuten. Darauf aufbauend können präventive Maßnahmen wie Schulungen und Trainings entwickelt werden, um damit die Verkehrssicherheit von Senioren zu erhöhen.

Das Projekt wird von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) gefördert. Für die Studie werden Personen gesucht, die zwischen 1941 und 1950 geboren sind und regelmäßig selbst Auto fahren.

Kontakt für Interessierte:
Telefon: +49 231 1084-461 (Anrufbeantworter)
E-Mail: sicherfahren@ifado.de
Online: www.ifado.de/sicherfahren

Ansprechpartner für Journalisten:
PD Dr. Stephan Getzmann
Forschungsgruppe „Altern“
Telefon: + 49 231 1084-338
E-Mail: getzmann@ifado.de

Das IfADo - Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund erforscht die Potenziale und Risiken moderner Arbeit auf lebens- und verhaltenswissenschaftlicher Grundlage. Aus den Ergebnissen werden Prinzipien der leistungs- und gesundheitsförderlichen Gestaltung der Arbeitswelt abgeleitet. Das IfADo hat mehr als 200 Mitarbeiter/innen aus naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen. Das Institut ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die 91 selbstständige Einrichtungen umfasst.

Weitere Informationen:

http://www.ifado.de/sicherfahren/ Die Projektwebseite

Eva Mühle | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

nachricht »Zweites Leben« für Smartphones und Tablets
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics