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Studie untersucht erstmals Praxis der Systemintegration

08.12.2011
Informatiker der Universität Leipzig haben erstmals in einer Studie den Stand der Technik bei der Integration von IT-Systemen untersucht. Fred Stefan und Martin Gebauer vom Institut für Informatik befragten dafür bundesweit 30 Experten auf dem Gebiet der Systemintegration in ein- bis dreistündigen Interviews.

"Bisher gab es noch keine Untersuchung darüber, welche Integrationsmechanismen unter welchen Bedingungen in der Praxis Anwendung finden. Dabei ist die Entwicklung und laufende Anpassung von Integrationslösungen in jeder Behörde und jedem Unternehmen eine Herausforderung, um Daten vom einen System ins andere zu übertragen oder Geschäftsprozesse zu automatisieren", erklärt Stefan.

Mit der neu erschienenen Studie zur Systemintegration wollen die zwei Wissenschaftler der Universität Leipzig diese Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis auflösen. Ihre Untersuchung ermögliche, die zukünftige Forschung auf dem Gebiet der Systemintegration noch stärker an der Praxis auszurichten. Nahezu alle Studienteilnehmer sind nach Angaben Gebauers seit mehr als zehn Jahren mit Integrationsfragestellungen konfrontiert. Während ihrer Befragung wurden Stefan zufolge 52 Stunden Audiomaterial aufgezeichnet. Anschließend sei das Material transkribiert, extrahiert, verdichtet und analysiert worden.

Schlussendlich fasse die vor kurzem beendete Studie auf über 270 Seiten das Erfahrungswissen der Befragten zusammen und präsentiere den gegenwärtigen Stand der Technik im Bereich der Systemintegration.

"Einerseits wollten wir mit unserer Studie klären, wann und warum gewisse Methoden in der Praxis angewandt werden und andererseits interessierten uns ständig wiederkehrende Schritte eines Integrationsprojektes sowie deren methodische und werkzeugseitige Unterstützung", sagte Stefan. "Unsere Vermutung bestand darin, dass viele Entscheidungen im Rahmen eines Integrationsprojektes tendenziell kurzfristig orientiert sind und Kriterien wie Qualität und Zukunftsfähigkeit der Lösung eher eine untergeordnete Rolle spielen", erläuterte Martin Gebauer.

In gesonderten Kapiteln gehe die Untersuchung auf unter anderem auf Größe, Ausrichtung und Eigenschaften der Integrationsdienstleister, persönliche Faktoren der befragten Experten, das bei den Dienstleistern vorherrschende Integrationsverständnis und deren Spezialisierung auf bestimmte Kunden und Branchen ausführlich ein.

Erste Ergebnisse ihrer Studie haben die beiden Wissenschaftler in diesem Jahr bereits auf mehreren Fachveranstaltungen vorgestellt. Dazu zählten unter anderem die European Conference on Web Services (ECOWS) in Lugano sowie der Guide Share Europe (GSE) Management Summit in Madrid. Die Leipziger Arbeiten entstanden im Rahmen der Forschungsgruppe Service Science & Technology, die kooperativ am Institut für Informatik der Universität Leipzig und am Institut für Angewandte Informatik (InfAI) e.V. arbeitet. Die Untersuchung wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung Forschung im Rahmen der Projekte EFIE, einem Framework für das Integration Engineering im E-Business, und EUMONIS, Software und Systemplattform für Energie- und Umweltmonitoring-Systeme, unterstützt. Die vollständige Studie ist unter

http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa-78607 oder im Leipziger Informatik Verbund (ISBN 978-3-941608-15-3) verfügbar.

Weitere Informationen:
Martin Gebauer und Fred Stefan
Institut für Informatik
Telefon: +49 341 97-32272
E-Mail: {gebauer|stefan}@informatik.uni-leipzig.de

Susann Huster | idw
Weitere Informationen:
http://bis.informatik.uni-leipzig.de

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