Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie untersucht erstmals allergisches Potenzial von Wein

25.08.2010
Universität verschickt 4.000 Fragebögen an Einwohner in Mainz – Häufigkeit von Weinallergien bislang völlig unbekannt

Allergien sind auf dem Vormarsch, aber was genau die Ursachen für diese Zunahme sind, ist nicht eindeutig geklärt. Auslöser sind oft Nahrungsmittel wie zum Beispiel Nüsse oder Milch.

Zum ersten Mal überhaupt untersucht nun eine Studie, ob und in welchem Ausmaß auch Wein eine allergische Reaktion auslösen kann. Dazu schreibt die Johannes Gutenberg-Universität 4.000 Einwohner der Stadt Mainz an und bittet sie um ihre Mitarbeit bei der Beantwortung eines Fragebogens für die Weinallergie-Studie.

„Wir betreten damit absolutes Neuland, weil bisher noch nirgends auf der Welt wissenschaftlich untersucht wurde, wie häufig eine solche Allergie unter der Bevölkerung vorkommt“, sagt Univ.-Prof. Dr. Heinz Decker vom Institut für Molekulare Biophysik. Die Studie soll Aufschluss über das tatsächliche Ausmaß von Weinallergien liefern, ist gleichzeitig aber auch ein weiterer Akzent in der Weinforschung am Standort Mainz – ein Gebiet, auf dem die Universität Mainz sich zunehmend etabliert. Die aktuelle Studie wird von der Stiftung Innovation des Landes Rheinland-Pfalz gefördert.

Dass es Weinallergien tatsächlich gibt, ist den Wissenschaftlern um Institutsleiter Heinz Decker nicht zuletzt aus persönlichen Beobachtungen bekannt. Auslöser sind möglicherweise Proteine im Wein, die bei einer Immunreaktion einen geschwollenen Hals oder Atemprobleme hervorrufen können. Lange Zeit wurden bei der Schönung von Weinen die Eiweiße entfernt, weil sie zu einer unerwünschten Trübung führten. Nachdem man aber herausgefunden hat, dass damit automatisch auch Geschmacksstoffe entfernt werden, haben viele Winzer die Schönung wieder modifiziert. Damit verbleiben heute aber auch wieder mehr Eiweiße im Wein – mit vielleicht allergischem Potenzial.

„Es gibt mehrere Eiweißgruppen, die als Allergieauslöser in Frage kommen“, erklärt Decker, dessen Institut auf dem Gebiet der Eiweißforschung langjährige Erfahrung besitzt. Für die Weinallergie-Studie schreiben die Wissenschaftler in dieser Woche 4.000 zufällig ausgewählte Mainzer im Alter zwischen 20 und 70 Jahren an und bitten sie um die Beantwortung von 10 Fragekomplexen zu ihren Konsumgewohnheiten und Allergieerkrankungen. Dabei sind die Antworten von Weinkonsumenten und Nicht-Weintrinkern gleichermaßen willkommen. Die Studie erfolgt anonym, mit Zustimmung der Ethikkommission und im Einklang mit den Datenschutzbestimmungen des Landes. Das Ausfüllen des Fragebogens nimmt 5 bis 10 Minuten in Anspruch. „Wir sehen im Wein ein Naturprodukt und ein uraltes Kulturgut, das nach bisherigen Erkenntnissen in Maßen getrunken wichtige Schutzfaktoren für die Gesundheit enthält. Mit unserer Weinallergie-Studie wollen wir jetzt etwas über die kaum erforschten Weineiweiße erfahren.“ Decker erwartet, dass erste Ergebnisse der Untersuchung noch in diesem Jahr vorliegen.

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Heinz Decker
Institut für Molekulare Biophysik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. 06131 39-23570 oder 39-23579
Fax 06131 39-23557
E-Mail: hdecker@uni-mainz.de

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.biophysik.uni-mainz.de
http://www.weinproteine.biophysik.uni-mainz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics