Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie untersucht Entwicklung der Automobilindustrie – 150.000 neue Jobs bis 2030 möglich

05.04.2013
Die europäische Autobranche bleibt in Schwung: Das prognostiziert eine neue Studie, die an der Universität Duisburg-Essen (UDE) im Auftrag der EU erstellt wurde. Demnach sind in den nächsten zwei Jahrzehnten 100.000 bis 150.000 neue Arbeitsplätze möglich.

Zu diesem Ergebnis kommen Prof. Dr. Heike Proff und Dominik Kilian vom Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Internationales Automobilmanagement, die die Studie koordiniert haben. Die Wissenschaftler führten fast 100 Gespräche mit Experten aus Wirtschaft und Politik in Europa, Asien und den USA.

Sie entwickelten ein detailliertes Prognosemodell, um die Veränderungen am Markt abzuschätzen. Gegenwärtig sind erst wenige E-Autos zugelassen. Dennoch gehen alle befragten Fachleute davon aus, dass es keinen Weg zurück gibt: Die Elektromobilität kommt. Im Jahr 2030 wird der Anteil an Elektrofahrzeugen unter den Neuzulassungen in der EU bereits mehr als 30 Prozent betragen.

Trotz kontinuierlicher Verbesserungen ist ein leichter Rückgang der Wertschöpfung in der europäischen Automobilindustrie zu erwarten – von heute etwa 150 Milliarden Euro auf 142 im Jahr 2030. Denn die neuen Wachstumsmärkte in Ländern wie Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika gewinnen an Bedeutung. Zudem haben Elektrofahrzeuge weniger Teile und demnach eine geringere Wertschöpfung.

Bis 2030 wird die Europäische Union weiterhin viele Autos mit Verbrennungsmotoren exportieren, und darunter zunehmend auch mehr E-Autos. „Steigt der Marktanteil an Elektrofahrzeugen und wird die Komponentenfertigung in den EU-Staaten verstärkt, kann schließlich 2020 eine bis zu 40 Milliarden und 2030 bis 30 Milliarden Euro höhere Wertschöpfung erreicht werden. So könnten europaweit 100.000 bis 150.000 neue Arbeitsplätze entstehen“, sagt Proff.
Ob dies gelingt, hängt von der Batterietechnik ab, die weiter ausgebaut werden muss. Die Wissenschaftler schlagen daher eine europäische Plattform für Batterietechnologie sowie Sonderabschreibungen für die Investition in Produktionsanlagen vor. „Die Elektromobilität ist eine große Herausforderung für die Branche, die in Europa offensiv aufgenommen werden sollte, um hier die Wertschöpfung zu halten und möglichst noch auszubauen zu können“, fasst Prof. Dr. Heike Proff zusammen. Wichtig seien vollkommen neue Fahrzeugkonzepte mit zweckorientiertem Design. Nur so könne die derzeit große Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage geschlossen werden. „Elektrofahrzeuge sind noch zu teuer und aufgrund geringer Reichweite und langer Ladedauer noch wenig attraktiv.“

Weitere Informationen:
Dominik Kilian,
Tel. 0203/379-1024,
dominik.kilian@uni-due.de

Katrin Koster | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten