Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie der Universität Göttingen: Gute Tänzer sind abenteuerlustiger

09.06.2011
Verhaltensforscher untersuchen Zusammenhang von männlichen Tanzstilen und Persönlichkeit

Abenteuerlustige Männer signalisieren diese Eigenschaft in ihren Tanzbewegungen und wirken damit auf Frauen attraktiv. Das haben Wissenschaftler der Universität Göttingen herausgefunden. Männer, die Abwechslung und neue Erlebnisse suchen und bereit sind, körperlich riskante Aktivitäten einzugehen, drücken dies auch durch ihren Tanzstil aus.

Frauen finden das besonders attraktiv. Offenbar leiten sie aus den Bewegungen männliche Persönlichkeitsmerkmale ab, die für die Partnerwahl von Bedeutung sind, so die Göttinger Verhaltensforscher. Die Studie „Women's perception of men’s sensation seeking propensity from their dance movements“ ist in der Online-Ausgabe des englischen Fachmagazins Personality and Individual Differences erschienen.

Für die Untersuchung haben die Wissenschaftler fünfzig Männer gefilmt, die in einem weißen Overall zu einem Basisrhythmus tanzten. Anschließend wurden die Aufnahmen so verfremdet, dass keinerlei individuelle Körperformen mehr erkennbar waren. Sechzig Frauen schauten sich jeweils 15 Sekunden lang die Bilder eines jeden Tänzers an und bewerteten dessen Attraktivität. Mit einem standardisierten Persönlichkeitsfragebogen wurde ein Profil der Risikobereitschaft der Männer erstellt und mit ihren Tanzbewegungen in Zusammenhang gebracht.

„Bisherige Untersuchungen haben gezeigt, dass Frauen die Tanzbewegungen von starken Männern als attraktiv und durchsetzungsfähig bewerten. Frauen halten diejenigen Männer für gute Tänzer, die abwechs-lungsreiche Bewegungen zeigen. Die aktuelle Arbeit zeigt nun, dass neben körperlichen Merkmalen auch Persönlichkeitseigenschaften durch den Tanz vermittelt werden“, so die Leiter der Studie, Nadine Hugill und Dr. Bernhard Fink von der Emmy Noether-Forschergruppe „Evolutionäre Psychologie“ an der Universität Göttingen.

Die Forschergruppe wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Emmy Noether-Programms gefördert. Die Göttinger Wissenschaftler untersuchen, ob Persönlichkeitsmerkmale von Männern und Frauen auch in deren Bewegungen Ausdruck finden.

Originalveröffentlichung: Nadine Hugill, Bernhard Fink et al. Women’s perception of men’s sensation seeking propensity from their dance movements. Personality and Individual Differences. DOI:10.1016/j.paid.2011.05.002.

Kontaktadresse:
Dr. Bernhard Fink
Georg-August-Universität Göttingen
Biologische Fakultät – Abteilung Soziobiologie/Anthropologie
Kellnerweg 6, 37077 Göttingen, Telefon (0551) 39-9344, Fax (0551) 39-7299
E-Mail: bfink@gwdg.de

Dr. Bernd Ebeling | Uni Göttingen
Weitere Informationen:
http://www.evolutionary-psychology.de
http://www.uni-goettingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Personalisierte Medizin – Ein Schlüsselbegriff mit neuer Zukunftsperspektive
14.07.2017 | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.

nachricht Enterprise 2.0 ist weiterhin bedeutendes Thema in Unternehmen
03.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten