Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie SUCCESS C testet optimierte Brustkrebstherapie

08.09.2009
Die Düsseldorfer Universitäts-Frauenklinik informiert über den Start der von ihr geleiteten und bundesweit an über 250 Zentren durchgeführten klinischen Studie zur Brustkrebstherapie " SUCCESS C".

An rund 3.500 Patientinnen untersucht die Studie in der dritten und letzten Testphase die Effektivität weniger belastender Chemotherapieregime und zum weltweit ersten Mal die hormonelle Krebsbehandlung auf der Grundlage eines Befundes von zirkulierenden Tumorzellen im Blut.

Die Studie schließt außerdem eine wissenschaftliche Analyse des Einflusses eines "gesunden Lebensstils" auf die Prognose von Brustkrebspatientinnen ein, über den immer wieder spekuliert wird.

Sollte sich der vermutete positive Einfluss solcher Lifestyle-Faktoren bestätigen, gäbe es für betroffene Patientinnen die aktive Möglichkeit, ihre Prognose zu verbessern.

Die Brustkrebstherapie besteht grundsätzlich aus drei Säulen: der Operation, der medikamentösen Behandlung- und der Strahlentherapie. Zusätzlich dazu prüft SUCCESS C über den Zeitraum von zwei Jahren nach abgeschlossener Chemotherapie den Einfluss einer Normalisierung des Körpergewichtes durch entsprechende Diät und körperliche Aktivität. Dazu ernähren sich die Patientinnen nach einem festgelegten Diätplan und bekommen regelmäßige Unterstützung durch einen persönlichen Coach. Eine Kontrollgruppe erhält lediglich minimale Ernährungsberatung und Informationsmaterial. Prof. Dr. Wolfgang Janni, verantwortlich für die Studie, erläutert: "Wir kennen aus anderen Studien erhöhtes Körpergewicht als potentiellen Risikofaktor für Brustkrebserkrankungen nach den Wechseljahren. Körperliche Aktivität hingegen scheint einen maßgeblichen positiven Effekt zu haben. Die zu diesen Punkten existierenden, teilweise widersprüchlichen Daten erfordern eine tiefer reichende wissenschaftliche Klärung."

Die Chemotherapien, die im Rahmen der Studie klinisch geprüft werden, sollen gleiche Wirksamkeit bei weniger Belastung garantieren. Es gibt deutliche Hinweise, dass die größte Gruppe der Brustkrebserkrankungen, sog. Her2/neu negative Mammakarzinome, nicht von einer Chemotherapie mit der Medikamentengruppe der Anthracycline profitieren. Diese ansonsten höchst wirksamen Medikamente bringen erhebliche, vor allem herzschädigende Nebenwirkungen mit sich. SUCCESS C untersucht die Effektivität anderer Zytostatika, die Her2/neu-negativen Patientinnen solch schwere dauerhafte Nebenwirkungen ersparen könnten.

Die Studie läuft bis zum Jahr 2011 und birgt für die teilnehmenden Patientinnen viele Vorteile. Dr. Carolin Nestle-Krämling, Leiterin des Brustzentrums der Uniklinik resümiert: "Die Brustkrebstherapie wird immer zielgenauer und immer individualisierter. Das ist auch nötig, weil sich die Erkrankungen in vielen Faktoren unterscheiden. Wir bieten unseren Patientinnen, wenn sie die Studienvoraussetzungen erfüllen, die Teilnahme an der Studie an."

Kontakt: Prof. Dr. Wolfgang Janni, Direktor der Universitäts-Frauenklinik Düsseldorf, Universitätsklinikum Düsseldorf, Tel.: 0211 / 81-17501

Susanne Dopheide | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-duesseldorf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie