Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie: Strom aus Sonne und Wind treibt Entwicklung in Afrika voran

18.03.2013
World Future Council und Heinrich-Böll-Stiftung weisen Wege zur Nutzung von Afrikas riesigem Erneuerbare-Energien-Potenzial

Afrikanische Länder können ihre Volkswirtschaften entscheidend fördern und gleichzeitig den Klimawandel bekämpfen, indem sie die Nutzung erneuerbarer Energien ausbauen. Dies ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die der World Future Council und die Heinrich-Böll-Stiftung heute vorgestellt haben. Der 155-Seiten-Bericht kommt zu dem Schluss, dass Energie-Einspeisegesetze (EEG) der beste Mechanismus zur Förderung erneuerbarer Energien in Afrika sind.

Nach deutschem Vorbild fördern Einspeisegesetze auch in Afrika Investitionen in die Erzeugung erneuerbarer Energien, indem sie die Abnahme dieser Energien zu einem festgelegten Preis garantieren.

Die Studie beruht auf einer eingehenden Analyse der bestehenden oder geplanten Gesetze zur Förderung erneuerbarer Energien in 13 afrikanischen Ländern: Algerien, Ägypten, Äthiopien, Botswana, Ghana, Kenia, Mauritius, Namibia, Nigeria, Ruanda, Südafrika, Tansania und Uganda. Die einzelnen Fallstudien untersuchen die sozio-ökonomischen Auswirkungen der Einspeise-Regelungen und beschreiben die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung. Ergebnis: Wenn sie optimal auf den lokalen Kontext zugeschnitten sind, steigern Einspeisetarife die erzeugte Energiemenge sowohl in netzangebundenen Regionen als auch in Regionen ohne vorhandenes Stromnetz deutlich.

Darüber hinaus stärken Einspeisegesetze die lokale Selbstverwaltung und unterstützen Demokratisierungsprozesse, da sie die dezentrale, eigenverantwortliche Produktion von Strom ermöglichen.

Ansgar Kiene, Leiter des WFC Afrika Büros, sagte bei der Vorstellung der Studie: "Einige afrikanische Länder haben ihren Strommarkt bereits für unabhängige Produzenten von erneuerbaren Energien geöffnet und damit positive Effektive erzielt. Alle könnten die lokale wirtschaftliche Entwicklung aber noch wesentlich besser fördern, wenn sie effizientere und transparentere administrative Verfahren einführen und die Schwellen zur Inanspruchnahme der Einspeisevergütungen senken". Dem Launch der Studie wollen der World Future Council und die Heinrich-Böll-Stiftung eine Reihe von Stakeholder-Briefings in allen Regionen Afrikas folgen lassen.

Für die Heinrich-Böll-Stiftung betonte Kulthoum Omari: "Wir haben festgestellt, dass Einspeisegesetze für Erneuerbare Energien am erfolgreichsten sind, wenn sie als integraler Bestandteil der breiteren Entwicklungsstrategie eines Landes betrachtet werden.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Implementierung sind der politische Wille und die Sicherstellung einer starken Beteiligung der Zivilgesellschaft und des privaten Sektors".

Afrika sieht sich mit einer enormen Energiekrise konfrontiert, da der ständig wachsende Strombedarf durch die bestehenden Produktionskapazitäten bei weitem nicht erfüllt werden kann. Die eklatanten Unterkapazitäten erschweren bzw. verhindern Wirtschaftswachstum, Entwicklung und die Bekämpfung von städtischer und ländlicher Armut. Energie gilt mittlerweile als das "fehlende Millenniums-Entwicklungsziel", da nur sie die Erreichung der acht formulierten Ziele ermöglicht. Nach Angaben der Weltbank haben weniger als 25 Prozent der Haushalte in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara Zugang zu Elektrizität.

Einspeisetarife für erneuerbare Energien haben deren Nutzung weltweit erfolgreich gefördert und damit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels geleistet. In den 65 Ländern, in denen bisher ein Energie-Einspeisegesetz in Kraft gesetzt wurde, stehen 64 Prozent aller Windkraftanlagen und gar 87 Prozent der weltweit installierten Photovoltaik-Anlagen zur Nutzung der Sonnenenergie. Die Mehrheit dieser Anlagen ist allerdings in den Industrieländern, vor allem in Europa zu finden, während der afrikanische Kontinent sein riesiges Potenzial zur Nutzung erneuerbarer Energien bislang kaum ausschöpft.

"Auf dem Weg zu einer nachhaltigen, bezahlbaren und zuverlässigen Deckung seines Strombedarfs hat Afrika die einmalige Möglichkeit, die schmutzige Entwicklung der Industrieländer ganz einfach zu überspringen", sagt Ansgar Kiene, Direktor des WFC Afrika-Büros in Johannesburg. "Unsere Studie bietet Gesetzgebern einen Leitfaden, wie man diese Entwicklung fördern kann. Darüber hinaus beschreibt die Studie diverse nationale und internationale politische Maßnahmen, die das Ziel verfolgen, die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien zielgerichtet zu finanzieren - durch Abgaben auf fossile Brennstoffe oder Finanzhilfen durch den Klimafonds der Vereinten Nationen."

Infos für Redaktionen:

De komplette Studie sowie eine Executive Summary können Sie hier als PDF herunterladen:

http://www.worldfuturecouncil.org/refit_africa_study.html

Honorarfreie Fotos zum Thema können Sie hier herunterladen:
http://www.worldfuturecouncil.org/image_downloads.html
World Future Council
Der World Future Council setzt sich für ein verantwortungsvolles, nachhaltiges Denken und Handeln im Sinne zukünftiger Generationen ein. Seine Mitglieder kommen aus Politik, Geschäftswelt, Wissenschaft und Kultur - und von allen fünf Kontinenten. Der Rat identifiziert mithilfe seines Netzwerks von Wissenschaftlern, Parlamentariern und Umwelt-Organisationen weltweit zukunftsweisende Politikansätze und unterstützt ihre Umsetzung auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene. www.worldfuturecouncil.org | www.futurepolicy.org | www.area-net.org

Heinrich-Böll-Stiftung

Die Heinrich-Böll-Stiftung versteht sich als Teil der "grünen"
politischen Grundströmung, die sich weit über die Bundesrepublik hinaus in Auseinandersetzung mit den traditionellen politischen Richtungen des Sozialismus, des Liberalismus und des Konservatismus herausgebildet hat. Unsere gemeinsamen Grundwerte sind Ökologie und Nachhaltigkeit, Demokratie und Menschenrechte, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit. Ein besonderes Anliegen ist uns die Geschlechterdemokratie, also die gesellschaftliche Emanzipation und die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Wir engagieren uns für die Gleichberechtigung kultureller und ethnischer Minderheiten und für die soziale wie politische Partizipation von Immigranten. Nicht zuletzt treten wir für Gewaltfreiheit und eine aktive Friedenspolitik ein. Für unser Engagement suchen wir strategische Partnerschaften mit anderen, die unsere Werte teilen. Wir handeln unabhängig und in eigener Verantwortung. www.za.boell.org
Pressekontakt:
World Future Council Südafrika
Direktor
Ansgar Kiene
Johannesburg, South Africa
Telefon: +27 011 72 61 113
Mobil: +27 71 67 09 505
Email: ansgar.kiene@worldfuturecouncil.org
World Future Council
Medien und Kommunikation
Anne Reis
Mexikoring 29
22297 Hamburg
Telefon: +49 40 3070914-16
Email: anne.reis@worldfuturecouncil.org

Anne Reis | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.worldfuturecouncil.org
http://www.za.boell.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten