Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie zur Produktion am Standort Deutschland

15.08.2011
Unternehmen kommt Liefertermintreue teuer zu stehen

Vier Monate haben Wissenschaftler des FIR an der RWTH Aachen mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und dem Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen in Deutschland produzierende Unternehmen zu ihren Erfolgsfaktoren befragt. Die Ergebnisse werden jetzt veröffentlicht.

Das Ziel der Studie bestand darin, den aktuellen Stand der Produktion am Standort Deutschland im Hinblick auf organisatorische und IT-relevante Themen zu ermitteln.

Die Befragung fokussierte dabei die Themen „Wandlungsfähigkeit von Produktionssystemen“ und „echtzeitfähige Informationssysteme“. 148 Firmen haben an der Onlineumfrage teilgenommen. Der Großteil der Befragten stammt aus dem Maschinen- und Anlagenbau.

Der FIR-Wissenschaftler Stefan Kompa erklärt: „Die steigende Komplexität der Planungs- und Steuerungsprozesse bedeutet für die Organisation und ihre Informationssysteme einen erheblichen Koordinationsaufwand, der sich häufig nachteilig auf die Einhaltung des Liefertermins auswirkt“.

Unter anderem verdeutlichen die Ergebnisse der Studie, dass Unternehmen für ihre Liefertermintreue einen hohen Preis zahlen. Beispielsweise gaben 70 Prozent der Befragten an, dass sie auf einen drohenden Lieferverzug mit Zusatzschichten und Überstunden reagieren.

Zudem werden Planungsaufgaben und Entscheidungen von Unternehmen häufig auf Basis von Annahmen und Mittelwerten getroffen. Im Gegensatz dazu verlangen Kunden hinsichtlich ihres Auftragsstatus Transparenz in Echtzeit.

25 Prozent der befragten Unternehmen sahen eine regelmäßige Ermittlung und Weiterleitung des Bestellauftragsfortschritts durch die Lieferanten an deren Kunden als geeignete Maßnahme, um die Folgen einer unpräzisen Lieferterminermittlung abzudämpfen.

70 Prozent gaben zudem an, dass die zukünftige Logik zur Planung und Steuerung der Produktion eher auf einem dezentralen Ansatz basieren und die Verarbeitung von Echtzeitdaten ermöglichen sollte. Somit kann eine Verbesserung der Planungsqualität und der darauf aufbauenden Lieferterminzusage zum Kunden erreicht werden.

In diesem Zusammenhang verdeutlichen die Studienergebnisse, dass automatisierte Antworten sowohl die Rückmeldegeschwindigkeit als auch die

Datenqualität erhöhen.

Um ihre Kapazitäten während der Produktion dynamisch zu planen, greifen Unternehmen derzeit häufig auf flexible Arbeitszeitmodelle zurück, die jedoch bei höherem Kapazitätsbedarf schnell ihre Wirkung verlieren. Ist das Unternehmen nicht in der Lage, das beauftragte Auftragsvolumen zu fertigen, werden häufig Aufträge fremdvergeben. Somit ist oftmals mit Qualitätsmängeln sowie einem hohen Koordinationsaufwand mit dem Lieferanten zu rechnen.

„Die Studie verdeutlicht, dass Unternehmen mit einer hohen Liefertermintreue in der Regel in der Lage sind, ihre Fertigungskapazitäten bei kurzfristigen Auftragseingängen tage- oder gar schichtweise anzupassen“ erklärt Christoph Meier, wissenschaftlicher Mitarbeiter des FIR und Mitverantwortlicher für die Studie.

Den Umfrageergebnissen nach können Unternehmen, die ihre überbetriebliche Auftragsabwicklung größtenteils mittels elektronischen Datenaustauschs unterstützen, eine höhere Liefertermintreue realisieren.

Komplexe EDI(Electronic-Data-Interchange)-Austauschformate kommen dabei vorrangig in Großunternehmen

zum Einsatz. Für die Anwendung in kleinen und mittelständischen Unternehmen müssen EDI-Formate schlank, schnell und kostengünstig zur Verfügung stehen.

Die Studie ist Teil des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsvorhabens „WInD“ (Förderkennzeichen: 02PR2160), bei dem unter Federführung des FIR die Entwicklung wandlungsfähiger Produktionssysteme vorangetrieben wird.

Sie kann ab dem 1. Oktober 2011 über die Abteilung Kommunikationsmanagement des FIR an der RWTH Aachen für 150 Euro erworben werden. Die ISBN-Nummer der Studie lautet: 978-3-943024-06-7

Weitere Informationen zum Projekt sind online abrufbar unter: www.win-d.de

Sehr geehrte Redaktion,
für Rückfragen stehen Ihnen die folgenden Ansprechpartner gerne zur Verfügung.
Wir würden uns sehr über die Veröffentlichung der Pressemitteilung und ein Belegexemplar freuen.
Ansprechpartner FIR:
FIR e. V. an der RWTH Aachen
Pontdriesch 14/16
52062 Aachen
Dipl. Wirtsch.-Ing. Christoph Meier
Bereich Produktionsmanagement
Tel.: +49 241 47705 423
E-Mail: Christoph.Meier@fir.rwth-aachen.de
Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Stefan Kompa, MSc (Univ.)
Bereich Produktionsmanagement
Tel.: +49 241 47705 426
E-Mail: Stefan.Kompa@fir.rwth-aachen.de
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit FIR:
Caroline Kronenwerth, BSc
Bereich Kommunikationsmanagement
Tel.: +49 241 47705 152
Fax: +49 241 47705 199
E-Mail: Caroline.Kronenwerth@fir.rwth-aachen.de
Profil FIR:
Das FIR ist ein selbständiger Forschungsdienstleister an der RWTH Aachen mit mehr als 55-jähriger Erfahrung in der Entwicklung und Anwendung von Methoden zur Steigerung von Wachstum und Beschäftigung. Das FIR ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) und zählt rund 150 Mitgliedsunternehmen und Verbände mit mehr als 50 000 angeschlossenen Unternehmen. In den drei Forschungsbereichen Dienstleistungsmanagement, Informationsmanagement und Produktionsmanagement gestalten in einer Netzorganisation rund 130 wissenschaftliche Mitarbeiter und studentische Hilfskräfte die Betriebsorganisation im Unternehmen der Zukunft.

Caroline Kronenwerth | FIR RWTH Aachen
Weitere Informationen:
http://www.fir.rwth-aachen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Antibiotikaresistenz zeigt sich durch Leuchten

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie