Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie zur Optimierung der Tumorschmerztherapie

05.03.2009
In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 400.000 Menschen neu an Krebs.

Neben existentiellen Ängsten, äußern diese Patienten vor allem die Angst vor nicht beherrschbaren Schmerzen. Tatsächlich ist der Schmerz ein häufiges Symptom, unter dem Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren leiden.

An der Klinik für Tumorbiologie startet nun eine Studie zur Optimierung der Therapie bei chronischen Tumorschmerzen. "Wir untersuchen, ob sich die Lebensqualität dieser Patienten verbessert, wenn sie die Schmerztherapie statt in Tablettenform über eine tragbare Schmerzpumpe erhalten", sagt Dr. Michael Binkert, Leiter der Abteilung Schmerztherapie und Palliativmedizin.

Die Grundlage der modernen Tumorschmerztherapie ist das von der World Health Organisation (WHO) empfohlene Stufenschema. Es beschreibt die stufenweise Anpassung der Schmerzmittel (Opioide) an die aktuelle Schmerzstärke. Die Inhalte der WHO Empfehlungen beziehen sich jedoch nur auf die Tablettengabe von Schmerzmitteln.

"Wenn jedoch Symptome, wie Übelkeit und Erbrechen, Schluckstörungen oder Bewusstseinstörungen auftreten, ist die Einnahme von Tabletten sehr erschwert", weiß Binkert. Insbesondere bei Tumoren des Verdauungstrakts könne es zu einem Darmverschluss kommen, wodurch eine Tabletteneinnahme ohnehin nicht mehr möglich ist. Damit der Patient in dieser Situation keine Schmerzen erleidet, müssen die Opioide über eine Vene (intravenös) oder als Alternative über ein sogenanntes Schmerzpflaster verabreicht werden.

Eine Alternative, insbesondere dann, wenn hohe Dosierungen des Schmerzmittels erforderlich sind, stellt die intravenöse Opioid Therapie dar. Sie wird als "Patientenkontrollierte Analgesie" (PCA) mittels Schmerzpumpe verabreicht. Hierfür bedarf es eines kontinuierlichen intravenösen Zugangs, der bei der Mehrzahl der Patienten durch ein bereits vorhandenes intravenöses Port System möglich ist. Eine kleine Schmerzpumpe gibt kontinuierlich die genau definierte Menge des verordneten Opioids ab. "Ein großer Vorteil dieser Form der Schmerztherapie ist, dass sich die Patienten bei Schmerzspitzen zusätzlich einen 'Bolus' verabreichen können.

Dadurch erfahren sie Sicherheit und Unabhängigkeit. Außerdem können in die Pumpenreservoire weitere Medikamente wie zum Beispiel gegen Übelkeit und Erbrechen beigemischt werden", so Binkert.

Die von der Freiburger Fördergesellschaft Forschung Tumorbiologie e.V. unterstützte Studie soll klären, ob die Patienten durch eine PCA-Therapie tatsächlich eine bessere Steuerung der Schmerzlinderung im Vergleich zu der Vortherapie in Tablettenform erfahren und sich dadurch die individuelle Lebensqualität verbessert. Des Weiteren wird in der Studie geprüft, ob durch die Umstellung auf eine PCA-Therapie die Dosis der Opioide im Vergleich zur Vortherapie verringert werden kann und somit weniger Nebenwirkungen auftreten.

Ansprechpartner:
Dr. med. Michael Binkert
Leiter der Abteilung Schmerztherapie
und Palliativmedizin
Klinik für Tumorbiologie
Mitglied "Deutsche Gesellschaft zur
Studium des Schmerzes e.V."( DGSS)
e-mail: binkert@tumorbio.uni-freiburg.de

Barbara Riess | idw
Weitere Informationen:
http://www.tumorbio.uni-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau