Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie zum Kooperationspotenzial zwischen Krankenhäusern

29.10.2009
Kostensenkung durch Abbau von Ineffizienzen / Hebung von Potenzialen / Unterschiede in Regionen und bei Indikationen

Zahlt es sich aus, wenn das Kreiskrankenhaus Altenburg mit dem Krankenhaus Borna kooperiert und sich zudem spezialisiert?

Stellvertretend für viele beschreibt Dr. Arne Bjornberg, Projektmanager Euro Health Consumer, die aktuelle Situation: "Deutschland hat viele nicht-spezialisierte Krankenhäuser. Jeder will alles machen."

In einer aktuellen Studie der Dr. Wieselhuber & Partner GmbH und der Ecorium GmbH werden erstmals Effizienzpotenziale durch Kooperationen zwischen Krankenhäusern in Deutschland ermittelt. Die Ergebnisse werden auf einzelne Regionen und Indikationen heruntergebrochen, so dass die strategischen Konsequenzen für ein einzelnes Krankenhaus bzw. eine Region sichtbar werden.

Die Untersuchungsmethode / Umverteilungspotenzial von 5,9 Mrd. €

Dr. Timo Renz, Initiator der Studie und Mitglied der Geschäftsleitung von Dr. Wieselhuber & Partner, sagt: "Auf Grundlage von Operationen- und Prozedurenschlüsseln, den so genannten OPS-Daten, aus dem Jahr 2006 fand eine Vollerhebung für das gesamte Bundesgebiet statt, bei der 1986 Krankenhäuser aller Versorgungsstufen berücksichtigt wurden. Durch die Umverteilung von 1,4 Mio. Fällen könnte ein Umverteilungspotenzial von 5,9 Mrd. € gehoben werden."

"Krankenhäuser ohne Spezialisierung werden immer weniger Chancen haben, alleine zu überleben"

Renz stellt die positiven strategischen Konsequenzen für das einzelne Krankenhaus, aufgrund der Zusammenarbeit mit anderen Krankenhäusern dar und enthält durch Experten aus der klinischen Praxis Zuspruch. "Kooperationen sind das Gebot der Stunde. Einzelne Krankenhäuser ohne Spezialisierung werden immer weniger Chancen haben, alleine zu überleben", sagt Prof. Dr. R. Schmid, Geschäftsführer des Klinikums Reutlingen. Der Verwaltungsdirektor der Paracelsus-Klinik Osnabrück, Henrik Räwer, fügt hinzu: "Strukturierte, professionell organisierte Kooperationen werden den Wettbewerb gewinnen."

Was sollte beim Kooperationsprozess beachtet werden?

Sei erst einmal nach einer kritischen Prüfung der Kooperationsprozess angelaufen, so rät Renz den beteiligten Krankenhäusern, diesen transparent unter Einbeziehung aller Beteiligten durchzuführen. Zudem sollte der Prozess systematisch und professionell ohne Gesichts- oder Vertrauensverlust bei dem jeweiligen Partner verlaufen. Nicht nur Kooperationspotenziale oder -ziele sollten genau quantifiziert werden - auch der Umsetzungsfahrplan muss für alle Partner definiert sein.

Vorteile für Kooperationen zwischen Krankenhäusern

Die Vorteile der Zusammenarbeit der Krankenhäuser fasst Renz folgendermaßen zusammen: "Neben der klaren Profilbildung und der strategischen Positionierung für das eigene Krankenhaus ist es besonders auch die Kostensenkung durch Abbau von Ineffizienzen und die Hebung von Potenzialen. Weiterhin kommt es zur Stärkung der Position gegenüber den Krankenkassen sowie zur Kräftigung der wirtschaftlichen Stabilität von Krankenhaus und Träger. Letztendlich kommt erreichen wir jedoch auch durch die Kooperation von Krankenhäusern eine Erhöhung der Versorgungsqualität der Patienten."

Die Ergebnisse der Studie werden am Donnerstag, 29. Oktober 2009, zum Auftakt des Kongresses zur HHL Healthcare Challenge, dem Businessplanwettbewerb zum Thema "Zukünftige Gesundheitsversorgung", präsentiert. Der Wettbewerb findet am 29. und 30. Oktober 2009 parallel zur Weltkonferenz für Regenerative Medizin statt. Das Programm wird sich in die thematischen Blöcke "Technologie", "Systemlösungen" und "IT und eHealth" gliedern, die jeweils von einem Jurybeiratsmitglied moderiert werden.

Weitere Informationen: www.healthcare-challenge.de

Forschungsschwerpunkt Gesundheitsökonomie an der Handelshochschule Leipzig (HHL)

Die Aufgabe des 2005 eingerichteten Zentrums für Healthcare Management (CHM) ist die wissenschaftliche und zugleich praxisorientierte Bearbeitung von Themen an der Schnittstelle des Healthcare- und Lifescience-Sektors mit betriebswirtschaftlichen Abläufen, Werkzeugen und Betrachtungen. Das CHM verfügt über eine hohe Expertise im Feld der Gesundheitsökonomie bzw. der Bewertung der Wertschöpfung durch Medizinprodukte oder Prozessinnovationen. Die Arbeit konzentriert sich aktuell auf Projekte im Feld des Disease-Managements und der Implementierung von IT-gestützten Lösungen im Gesundheitsbereich und der damit verbundenen Prozesskontrolle und -veränderung.Daneben setzt sich das Zentrum vorrangig auch mit Finanzierungslösungen wie z.B. der Performance-basierten Vertragsgestaltung zwischen Industrieunternehmen und Gesundheitsanbietern sowie mit (Rück-)Versicherungslösungen im Bereich des Disease-Managements auseinander. Das Zentrum richtet regelmäßig Kongresse zu diesen Themen aus und bietet Module der Managementweiterbildung im Bereich Healthcare an. www.hhl.de/chm

Dr. Wieselhuber & Partner GmbH

Die Dr. Wieselhuber & Parnter GmbH ist das erfahrene, kompetente und professionelle Beratungsunternehmen für Familienunternehmen, für Konzerne unterschiedlicher Branchen sowie für öffentliche Institutionen. Sie ist spezialisiert auf die unternehmerischen Gestaltungsfelder Strategie und Organisation, Kapitalausstattung und -strukturierung, Führung und Unternehmenssteuerung sowie auf die nachhaltige Beseitigung von Unternehmenskrisen durch Restrukturierung und Sanierung. www.wieselhuber.de

Ecorium GmbH

Mit der langjährigen Erfahrung seiner Mitarbeiter, seinen Expertenpanels und seinem tiefen Verständnis von Zusammenhängen der Gesundheitswirtschaft ist die Kernkompetenz der Ecorium GmbH, Kundenprobleme zu verstehen und für ihr Unternehmen relevante Daten aufzubereiten. Die Ecorium GmbH arbeitet dabei mit modernsten Business-Intelligence und Dataminingverfahren und verfügt über einen der größten interdisziplinären Datenbestände für die deutsche Gesundheitswirtschaft. www.ecorium.de

Handelshochschule Leipzig (HHL)

Die Handelshochschule Leipzig (HHL) ist Deutschlands älteste betriebswirtschaftliche Hochschule und zählt heute zu den führenden Business Schools. Innerhalb der Ausbildung von leistungsfähigen und verantwortungsbewussten Führungspersönlichkeiten spielt neben der Internationalität die Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis eine herausragende Rolle.

Weitere Informationen:
http://www.wieselhuber.de
http://www.ecorium.de
http://www.healthcare-challenge.de
http://www.hhl.de/chm

Volker Stößel | idw
Weitere Informationen:
http://www.hhl.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie