Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie zur Inanspruchnahme des Mammographie-Screenings

19.05.2009
Ergebnisse der ersten repräsentativen, wissenschaftlich begleiteten Studie von Hilde Schulte, Bundesvorsitzende, Frauenselbsthilfe nach Krebs, Bonn

Im Vorfeld der 29. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie vom 11. bis zum 13. Juni 2009 in Düsseldorf wurde jetzt die erste repräsentative, wissenschaftlich begleitete Studie zur Inanspruchnahme des Mammographie-Screenings vorgestellt. Brustkrebs ist mit mehr als 57.000 jährlichen Neuerkrankungen noch immer die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.

Seit dem Allparteienbeschluss des Deutschen Bundestages im Jahre 2002 steht das Mammographie-Screening im Blick- und Kritikfeld des öffentlichen Interesses. Für die bundesweite Implementierung nach Europäischen Leitlinien wurde die Kooperationsgemeinschaft Mammographie eingerichtet. Sie musste neue Strukturen schaffen, personelle und technische Qualität definieren und kontrollierbar machen sowie ein schriftliches Einladungssystem mit dem Datenschutz in Einklang bringen.

Durch die aktuelle Studie gibt es jetzt Fakten statt Vorurteile. Die Women's Health Coalition (WHC) und die Frauenselbsthilfe nach Krebs, Bundesverband e.V. haben mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit von Juli bis November 2008 eine wissenschaftlich begleitete Studie zum qualitätsgesicherten Mammographie-Screening durchführen lassen. Mit der Abwicklung war das Institut Compagnon Stuttgart beauftragt. Die Befragung erfolgte in 10 Bundesländern, in denen das Mammographie- Screening seit mindestens einem Jahr lief. Zielsetzung und Hauptfragestellungen der Studie waren: Motivation für die Teilnahme am Mammographie-Screening, Ermittlung der Gründe für die Nicht- Inanspruchnahme des Mammographie-Screenings, Erste Erfahrungen von Teilnehmerinnen mit dem Mammographie-Screening, Identifizierung von Wissens- und Informationsdefiziten für die weitere Kommunikationsstrategie.

Im Verlauf der Studie wurden 68.188 Haushalte nach dem Zufallsprinzip telefonisch kontaktiert. Hieraus wurde eine Stichprobe von 9.004 Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren rekrutiert, an die ein sechsseitiger strukturierter Fragebogen versandt wurde; 3.226 Fragebogen flossen zurück.

Das Mammographie-Screening wird von allen Früherkennungsmaßnahmen als die sicherste eingeschätzt und von 81 % der Teilnehmerinnen und 66 % der Nichtteilnehmerinnen in seinem Nutzen höher eingeschätzt als im Risiko der Strahlenbelastung. 89 % der Teilnehmerinnen und 76 % der Nichtteilnehmerinnen hatten mehr Vertrauen durch die Beurteilung von zwei Experten, für 88 % der Teilnehmerinnen erleichterten das Einladungsschreiben und die Terminvorgabe die Teilnahme am Mammographie-Screening. Es erhöht nach Meinung von 94 % der Teilnehmerinnen und 88 % der Nicht-Teilnehmerinnen die Heilungschancen bei Brustkrebs durch eine frühe Diagnose. Das Screening wird keineswegs als unpersönliche Massenabfertigung angesehen.

Die konsultierten Haus- und Frauenärzte haben ebenfalls eine positive Einstellung zum Mammographie-Screening: Die Frauenärzte z. B. haben den Teilnehmerinnen zu 91 % zugeraten, 8 % waren neutral, 1 % hat abgeraten.

Bei den Nicht-Teilnehmerinnen haben 74 % zugeraten, 22 % waren neutral und 4 % haben abgeraten.

Die Mehrzahl der befragten Frauen hat bereits Erfahrungen mit einer Mammographie. Die erbliche Vorbelastung wird als Hauptfaktor für die Entstehung von Brustkrebs angesehen. 60 % der Befragten wissen nicht, dass Brustkrebs und Alter in einem Zusammenhang stehen. Sie glauben, dass Mammographie-Screening Brustkrebs verhindern kann. Die befragten Frauen wollen mehr Informationen über die Sicherheit des Befundes haben, den Unterschied zur bisherigen Mammographie, die Verwendung ihrer Daten und zu den gesundheitlichen Risiken des Mammographie-Screenings. In diesen Bereichen liegt ein Verbesserungspotential.

Die Akzeptanz des Mammographie-Screenings ist hoch, wie sich sich in der Teilnahmerate zeigt: 66 % der eingeladenen Frauen haben am Mammographie-Screening teilgenommen. Wenn es mit einer Aussage bewertet werden sollte, dann mit dieser: 90 % der Teilnehmerinnen würden wieder teilnehmen und 89 % würden es einer Freundin oder Bekannten weiterempfehlen.

Die Veröffentlichung der Studie erfolgt im 3. Quartal 2009.

29. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie
Düsseldorf, 11.-13. Juni 2009
Tagungspräsident: Prof. Dr. med. Ulrich R. Kleeberg
Tagungsort: CCD, Congress Center Düsseldorf
Organisation:
CTW - Congress Organisation Thomas Wiese GmbH
Hohenzollerndamm 125, 14199 Berlin,
Tel.: (030) 85 99 62-16, Fax: (030) 85 07 98 26
E-Mail: senologie@ctw-congress.de

Stefanie Schlüter | idw
Weitere Informationen:
http://www.senologiekongress.de
http://www.senologie.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie