Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie zur Führungskräftegewinnung in der Nahrungsmittelindustrie

07.09.2011
Erwartungen, Anreize und Recruitingmaßnahmen

Was fordern Unternehmen aus der Nahrungsmittelbranche von potenziellen Führungskräften? Was erwarten diese wiederum von ihren zukünftigen Arbeitgebern? Wie finden beide Seiten zueinander? Auf Initiative der TOPOS Personalberatung Nürnberg befragte die Fachhochschule Erfurt im Rahmen einer bundesweiten Studie Unternehmen und Bewerber, besondere Beach-tung fand die Vermittlerrolle von Personalberatungen.

Zunächst die gute Nachricht für alle kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) der Nahrungsmittelbranche: Sie werden von drei Vierteln der Kandidaten, die sich für eine Führungsposition bewerben, bevorzugt. Für große Konzerne konnte sich bei der Frage nach der präferierten Unternehmensgröße lediglich die Hälfte der Bewerber begeistern. Mehrfachnennungen waren hierbei möglich. Die Gründe sind vielfältig: „Kürzere Entscheidungsphasen, flachere Hierarchien, die Möglichkeit, rascher eine verantwortungsvolle Tätigkeit zu übernehmen und somit schneller Karriere zu machen, sind aus meiner Sicht nur einige Faktoren, die die kleineren Unternehmen besonders attraktiv machen“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Steffen Schwarz. Offensichtlich traut man den kleineren Firmen eher eine gute Unternehmenskultur sowie ein angenehmes Betriebsklima zu. Das ist für über 90 % der Bewerber der wichtigste Anreiz, den ein (neuer) Arbeitgeber bieten kann. Führungsverantwortung (75%), ein angemessenes Gehalt (66%) und gute Aufstiegschancen (57%) folgen dahinter.

Die Unternehmen in der Nahrungsmittelbranche haben diese Signale verstanden, decken sich doch ihre nach außen kommunizierten Vorzüge weitestgehend mit den nachgefragten. Lediglich das Weiterbildungsangebot (70%) wird von Firmenseite stärker als Anreiz gesehen, als dies die potenziellen Führungskräfte tun (46%).

Dass man so nahe an den Wünschen der Bewerber ist, hat seinen guten Grund.

Rund zwei Drittel der Unternehmen beabsichtigen in den nächsten 1-3 Jahren Führungskräfte zu gewinnen. Demgegenüber stehen 80% Bewerber, die sich um eine Führungsposition bemühen wollen. Auf den ersten Blick eine gute Ausgangsposition für die Unternehmen. Doch zum Zeitpunkt der Befragung waren 55% der Unternehmen von Fach- und Führungskräftemangel tangiert bzw. sahen sich davon zukünftig gefährdet. „Es ist also vielerorts Zeit zu handeln und sich für qualifizierte Kandidaten interessant zu machen“, so Prof. Schwarz.

Besonders die Sparten Produktion (35%), technischer Bereich (22%) und Abteilungs- bzw. Teamleitung (17%) sind laut Auskunft der Unternehmen vom Führungskräftemangel am stärksten betroffen.

Der Wunschkandidat – und seine Aufgabenbereiche
Zielorientiert sollte er sein, über analytisches und unternehmerisches Denkvermögen verfügen, großes Engagement bzw. Eigeninitiative zeigen und hohe fachliche Kompetenz vorweisen – der Traumbewerber. Mit je 86% stehen diese Eigenschaften an der Spitze der Erwartungen, die Unternehmen an Kandidaten für eine Führungsposition haben. Knapp dahinter finden sich Flexibilität (85%), Selbstmotivation und überdurchschnittliche Belastbarkeit (81%). Eher unwichtig sind dagegen Reisebereitschaft (45%), Fremdsprachen (41%) oder Auslandserfahrung (23%). Kein Wunder, werden internationale Projekte auch kaum (16%) an zukünftige Führungskräfte übertragen. „Dieses Ergebnis ist aus Sicht des Personalberaters erstaunlich. Eigentlich könnte man erwarten, dass der Exportmeister Deutschland auch in der Nahrungsmittelbranche die internationalen Möglichkeiten zu seinen Gunsten nutzt“, so Carl Christian Müller, Gründer der TOPOS Personalberatung Nürnberg.

Genügend Interessenten (45%) für eine berufliche Tätigkeit außerhalb Deutschlands wären jedenfalls vorhanden. Somit ist hier die Nachfrage fast drei Mal so hoch wie das Angebot. Noch deutlicher wird die Kluft, wenn es um den Posten „Assistenz der Geschäftsleitung“ geht. Den möchten Unternehmen von 55 Prozent der Kandidaten bekleidet sehen, jedoch zeigen nur magere 12 Prozent von ihnen daran Interesse. Umgekehrt sieht es bei der Übertragung von nationalen Projekten aus. Hier sehen 68 Prozent der Bewerber ihr zukünftiges Betätigungsfeld, leider bietet nur jedes vierte Unternehmen adäquate Aufgaben an. Nahezu Deckungsgleichheit herrscht auf dem Gebiet der Abteilungsleitung bzw. Teamleitung. Hier würden 80 Prozent der Unternehmen gerne Aufgaben an die neuen Führungskräfte übertragen, 89 Prozent von ihnen würden sie gerne übernehmen.

Suchen und finden
Hoch qualifizierte Führungskräfte, die nicht nur fachlich, sondern auch charakterlich zu einem Unternehmen passen, sind meistens weder schnell noch leicht zu finden. Laut der Studie greifen Firmen deshalb bei der Akquise auf verschiedene Möglichkeiten zurück. Besonders beliebt sind Printanzeigen (66%), eigene Netzwerke (64%) und Anzeigen bei Internet-Jobbörsen. Die Unterstützung von Personalberatern haben des weiteren bereits 57% der befragten Firmen in Anspruch genommen. Hauptaufgabe der Berater war mit deutlichem Abstand die externe Personalbeschaffung (88%). Trainingsmaß-nahmen, um beispielsweise den Vertrieb zu verbessern, folgen mit 48% vor den Coachings und Workshops zur Mitarbeiterentwicklung (je 40%).

Als Gründe für die Inanspruchnahme externer Personalberater wurde die Spezialisierung der Berater (56%), kein passender interner Personalbestand für die offene Stelle (48%), professionelles Know-how (ebenfalls 48%) sowie die Zeitersparnis genannt. Auch in Zukunft will rund die Hälfte aller Unternehmen nicht auf die Unterstützung der Personalberater verzichten. Dabei sehen die Unternehmen die Hauptaufgabe der Berater weiterhin bei der externen Personalbeschaffung (86%). Coaching (52%) und die Beurteilung der Führungskräfte (24%) folgen auf Rang zwei und drei.

Bei der Auswahl der Personalberater ist für die auftraggebenden Unternehmen vor allem eine hohe Branchenkompetenz sowie die Beraterpersönlichkeit (jeweils 71%) wichtig. Dass beide Fähigkeiten gleich gewichtet werden ist nicht verwunderlich. „Nur wer über eigene berufliche Erfahrung in der Branche verfügt, dem wird auch zugetraut, das vorhandene Problem zu lösen. Nur wer den Markt kennt, das Wettbewerbsumfeld einschätzen kann und nicht zuletzt auch über Einblicke in das Unternehmen verfügt, kann beurteilen, welche Qualitäten, fachlich wie charakterlich, ein Bewerber für die offenen Stelle mitbringen muss“, so Müller.

Auf der Bewerberseite wurden als Hilfsmittel bei der Stellensuche mit jeweils 94% Anzeigen auf Internet-Jobbörsen und Personalberatungsfirmen genannt. Persönliche Kontakte belegten mit 82 Prozent den dritten Platz.

Ausschlaggebend für die Zusammenarbeit mit Personalberatern sind für die Bewerber vor allem die interessanten, spezifischen Angebote (69%), die Kooperation der Berater mit Unternehmen (52%) wie auch die Spezialisierung der Personalberater (51%).

Als wichtige Anforderungen an die Berater wurden die Beraterpersönlichkeit (84%), die Branchenkompetenz (82%) und bestehende Kundenbeziehungen (79%) genannt. 86% der Bewerber sind offensichtlich von der Arbeit und dem Angebot der Personalberater überzeugt. Sie wollen auch zukünftig eine Personalberatung in Anspruch nehmen.

Pressekontakte:
Prof. Dr. Steffen Schwarz, Existenzgründungs- und Mittelstandsmanagement
FHE, Fak. Wirtschaft-Logistik-Verkehr, Tel. 0361 6700-169, schwarz@fh-erfurt.de, www.fh-erfurt.de

Dipl.-Kfm. Carl Christian Müller, TOPOS Personalberatung C. C. Müller, Tel.: 0911 999 69 94-10, c.c.mueller@topos-consult.de, www.topos-consult.de

Fröhlich-PR, Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-erfurt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie