Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie ermöglicht neue Einblicke in die Genetik der Schizophrenie

30.09.2011
Ein internationales Konsortium bestehend aus 190 Forschern von 135 Institutionen, unter anderem vom Queensland Brain Institute, haben neue Erkenntnisse zur Entschlüsselung der genetischen Grundlagen der Krankheit gewonnen.

Forscher sind lange davon ausgegangen, dass Schizophrenie vererbbar ist. Diese Studie hat jedoch neue Regionen des menschlichen Genoms identifiziert, die mit der Erkrankung in Zusammenhang gebracht werden können und weitere, vor kurzem entdeckte Genomregionen bestätigt, die krankheitsverursachende Genvarianten beherbergen.

Professor Byran Mowry vom Queensland Brain Institute initiierte und koordinierte den australischen Forschungsbeitrag zu dieser Studie und wies darauf hin, dass diese neuen Erkenntnisse auf den beispiellosen Umfang der Untersuchung mit mehr als 50.000 Teilnehmern zurückzuführen ist. „Die Studie führt zu einem besseren Verständnis des Mechanismus, der für die genetische Anfälligkeit für Schizophrenie verantwortlich ist “, gab Professor Mowry an.

Die Untersuchungsergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift Nature Genetics veröffentlicht. Demnach leidet jeder Hundertste an der psychischen Krankheit Schizophrenie, die typischerweise im Heranwachsenden- oder frühen Erwachsenenalter ausbricht.

Psychosen mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen sind für die Krankheit symptomatisch, aber auch andere Symptome, wie Verwahrlosung, unmotiviertes Verhalten und ein erhöhtes Selbstmordrisiko, treten häufig auf.

Professor Mowry ist davon überzeugt, dass ein besseres Verständnis der genetischen Grundlagen von Schizophrenie dazu beitragen wird, die Krankheit früher diagnostizieren und besser behandeln zu können. „Wenn das genetische Profil eines Menschen aufzeigt, dass er oder sie zu Schizophrenie neigt, ist es besonders wichtig, bekannte Risikofaktoren, wie das Rauchen von Cannabis, zu vermeiden“, sagte Professor Mowry.

„Wir gehen außerdem davon aus, dass ein Verständnis des biologischen Mechanismus, der der Erkrankung zugrundeliegt, in Zukunft wirksamere Therapeutika hervorbringen wird.

Besonders hervorzuheben ist die Entdeckung so genannter Single Nucleotide Polymorphisms (SNPs) in einer Region, die zahlreiche Immungene enthält. Dies lässt vermuten, dass Schizophrenie durch Autoimmunreaktionen oder Infektionen hervorgerufen werden kann.

Ein weiterer SNP wurde in einer Genomregion identifiziert, die mit der neuronalen Entwicklung in Zusammenhang gebracht wird. Diese Entdeckung lässt ebenfalls auf einen neuartigen Mechanismus schließen, der dieser Krankheit zugrunde liegt.

Auch die genetische Überlappungen zwischen bipolaren Störungen und Schizophrenie, die im Rahmen der Studie bestätigt wurde, scheint ein starker Hinweis darauf zu sein, dass beide Erkrankungen durchaus einen gemeinsamen Ursprung haben.

Weitere Informationen:

Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
oder
Denise Cullen
Executive Communications Officer
Phone: +61 7 3346 6434
Email: d.cullen2@uq.edu.au
Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist das gemeinnützige Studierendensekretariat aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Europa, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de/
http://www.ranke-heinemann.at/
http://www.ranke-heinemann.tv/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit