Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie belegt: Unternehmen lassen Verbesserungspotenziale durch Konfigurationsmanagement ungenutzt

27.05.2010
Eine Industriestudie des Werkzeugmaschinenlabors WZL der RWTH Aachen, des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie IPT und der Unternehmensberatung P3 Ingenieurgesellschaft hat bestätigt, dass Konfigurationsmanagement (KM) deutlich an Bedeutung gewinnt und die Einhaltung von Qualitäts-, Zeit- und Kostenzielen maßgeblich beeinflusst. Die Studie basiert auf einer Befragung von 119 Unternehmen aus der Automobilbranche, der Luft- und Raumfahrt, dem Anlagen- und Maschinenbau sowie der Software- und Elektrotechnik.

Die Auswirkungen von Defiziten im Konfigurationsmanagement auf Kosten, Qualität und Zeit werden von Vertretern aller Branchen sehr hoch eingeschätzt. Insbesondere in der Produktstrukturierung und im Anforderungs- und Änderungsmanagement scheinen die größten Probleme zu liegen. Darüber hinaus schätzen die Befragten, dass die Hälfte der in ihren Unternehmen vorhandenen Verbesserungspotenziale durch ein durchgängiges Konfigurationsmanagement aktiviert werden können.

Die branchenspezifische Auswertung zeigt, dass die größten Potenziale in den Branchen Automobil sowie Luft- und Raumfahrt vorzuherrschen scheinen. Probleme treten verstärkt im Zusammenhang mit der Anzahl der Standorte, Kunden und Zulieferer sowie mit der Höhe der Auflagen auf. So berichten Unternehmen mit mehr als zehn Standorten deutlich häufiger von Abweichungen zwischen den ursprünglichen Anforderungen und den getätigten Änderungen. Ähnliches gilt für Unternehmen mit mehr als zehn Zulieferern.

Die Studie bestätigt das große Potenzial des Konfigurationsmanagements. Dennoch besteht eine Diskrepanz zwischen dem Potenzial und dessen Umsetzung: Nur 52 Prozent der teilnehmenden Unternehmen investieren derzeit in KM-Personal. Hier besteht bei fast allen Branchen deutlicher Nachholbedarf.

Definition und Bedeutung von Konfigurationsmanagement

In den vergangenen Jahren sind die Herausforderungen an Unternehmen bei der Entwicklung ihrer Produkte deutlich gestiegen. Zunehmende kundenspezifische Anpassungen und Produktvarianten sowie steigende Produktkomplexität bei immer kürzeren Produktlebenszyklen erfordern geeignete Strukturen, die durch das Konfigurationsmanagement bereit gestellt werden können. Nach DIN ISO 10007 ist Konfigurationsmanagement ein Managementprozess, der im gesamten Produktlebenszyklus eine Übereinstimmung der Produktleistungen sowie der funktionalen und physikalischen Eigenschaften eines Produkts mit den Anforderungen, dem Produktdesign und den operativen Informationen gewährleisten soll.

In der jüngeren Vergangenheit hat das Konfigurationsmanagement immer mehr Berücksichtigung in Industriestandards gefunden, etwa durch die Integration in die DIN 9001 oder bei der Bahnindustrie, die es im International Railway Standard IRIS explizit fordert. Auch neue behördliche Regelungen wie z.B. REACH (Verbauung und Entsorgung von Schadstoffteilen) haben Auswirkungen auf die Produktdokumentation und damit auch -konfiguration.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

- Die Auswirkungen der Defizite im Bereich KM werden von drei Viertel der befragten Unternehmen als groß eingeschätzt.
- KM wird ein Kosteneinsparpotenzial von 50 Prozent zugeschrieben.
- Die Anwendung von KM wird in zwei von fünf Unternehmen als schlecht bezeichnet.
- Der Ressourceneinsatz für KM ist, außer in der Luft- und Raumfahrt, gering.
- Die größten Probleme scheinen die Branchen Automobil sowie Luft- und Raumfahrt zu haben.
- Branchenübergreifend überwiegen die KM-Probleme im Bereich Anforderungs- und Änderungsmanagement.
- Bei den Risikofaktoren für KM stechen die Zahl der Standorte, die Zahl der Zulieferer und die Strenge der Auflagen besonders hervor.
- Bei den externen Störeinflüssen liegt der Kunde an erster Stelle.
- Bei den internen Störgrößen führen die Produkte und Prozesse vor der Organisationsstruktur.

Die komplette Studie ist zum Preis von 199 Euro erhältlich unter cm@p3-group.com. Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.

Ihre Ansprechpartner

Dirk Kristes
Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen
Steinbachstr. 19
52074 Aachen
Telefon +49 241 80-26992
d.kristes@wzl.rwth-aachen.de
Thomas Reisenweber
P3 Ingenieurgesellschaft mbH
Dennewartstraße 25-27
52068 Aachen
Telefon +49 163-7533-285
thomas.reisenweber@p3-group.com

Susanne Krause | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ipt.fraunhofer.de/press/StudieKonfigurationsmanagement.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

nachricht Medizinische Innovationen für Afrika
02.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie