Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie belegt hohe internationale Wertschätzung für Geisteswissenschaften in Deutschland

26.02.2010
Geisteswissenschaften in Deutschland werden international hoch geschätzt. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Internationale Positionierung der Geisteswissenschaften in Deutschland".

Die Studie wird heute auf der Fachkonferenz "Geist kennt keine Grenzen. Wie international sind die Geisteswissenschaften in Deutschland?" in Bonn der Öffentlichkeit vorgestellt.

Für die von der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS, Hannover) durchgeführte und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierte Studie wurden 1.250 Geisteswissenschaftler(innen) aus Deutschland, Großbritannien, Australien, Japan und den USA befragt.

"Die Forschungsqualität gilt als methodisch hervorragend, oft setzt Deutschland den weltweiten Standard für ein Fach", berichtet Karl-Heinz Minks von HIS, Projektleiter der Studie. "Die ausdifferenzierte Forschungslandschaft sowie die Existenz und Exzellenz der "kleinen Fächer" bilden einen international geschätzten Reichtum an denkerischer Vielfalt".

Geisteswissenschaftler(innen) aus dem Ausland betonen die hervorragende Bibliotheks-, Archiv- und Museumslandschaft. Das umfangreiche Quellenmaterial veranlasst sie immer wieder zu Forschungsreisen nach Deutschland. Zahlreiche hochkarätige Tagungen und Kongresse sehen sie als weitere Magneten. Besonders positiv beurteilen sie die deutschen Programme zur Auslandsmobilität (z.B. DAAD, Humboldt-Stiftung). Die hohe Dichte an Forschungsinstituten und einen kollegialen, hilfsbereiten Umgang in der deutschen Scientific Community heben vor allem australische und US-amerikanische Befragte hervor.

Für die allermeisten Interviewten ist eine internationale Orientierung selbstverständlich. Deutsche Geisteswissenschaftler(innen) haben die meisten forschungsbezogenen Kontakte in die USA (43 %), nach Großbritannien (30 %) und Frankreich (23 %). Es folgen Österreich (20 %), die Schweiz und Italien (jeweils 16 %). Geisteswissenschaftliche Forschung ist im In- und Ausland hochgradig individualisiert und zugleich von informellen Forschungsnetzwerken bestimmt. Gerade zu Beginn einer Karriere sind internationale Tagungen wichtig, um Kontakte zu knüpfen und die eigene Forschung zu präsentieren.

Die deutsche Sprache erweist sich oft als "Exporthindernis", als Wissenschaftssprache ist sie nur noch in wenigen Disziplinen der Geisteswissenschaften international anerkannt. Ausschließlich in deutscher Sprache verfasste Publikationen finden wenig Eingang in den internationalen wissenschaftlichen Diskurs. Deutsche Fachpublikationen werden insbesondere vom Ausland häufig als "sehr wissenschaftlich" und für interessierte Laien sprachlich zu schwierig erachtet. Von den befragten Geisteswissenschaftler(innen) aus Australien, Großbritannien und den USA lesen 69 % französische, 59 % deutsche, aber nur 21 % italienische, 17 % spanische und 12 % niederländische Veröffentlichungen.

Bedenklich erscheint deutschen wie ausländischen Geisteswissenschaftler(innen) die Streichung von Lehrstühlen und Mittelbaustellen vor allem in den kleinen Fächern, die traditionell ein international hervorstechendes Profil besitzen. In dieselbe Richtung zielen Sorgen über die Bedingungen der Nachwuchsförderung in Deutschland, die im Vergleich zu angloamerikanischen Ländern als wenig konkurrenzfähig betrachtet wird.

Konferenz "Geist kennt keine Grenzen"

Über die Ergebnisse der Studie diskutieren Forscherinnen und Forscher aus Europa, Japan und USA auf der BMBF-Fachkonferenz "Geist kennt keine Grenzen. Wie international sind die Geisteswissenschaften in Deutschland?" (25./26. Februar, Bonn). Sie sprechen über erfolgreiche Vernetzungsformen, Forschungsqualität, Karrierewege, Wissenschaftssprache und Veröffentlichungspraxis. Prominenter Redner ist Professor Dr. Homi Bhabha von der Harvard University Cambridge. Der Kulturwissenschaftler ist in Deutschland insbesondere durch sein Buch "Die Verortung der Kultur" bekannt.

Die Konferenz ist Teil der BMBF-Förderinitiative "Freiraum für die Geisteswissenschaften". Mit der Förderinitiative will das BMBF die Geisteswissenschaften strukturell stärken und ihnen größeren Spielraum für die Entfaltung ihrer Leistungen geben. Denn die Geisteswissenschaften leisten einen Beitrag zur Gestaltung der Zukunft und zum kulturellen Gedächtnis. Sie vermitteln zwischen Kulturen, sie reflektieren und bieten Orientierung über Werte und Entwicklungen in den Teilbereichen der Gesellschaft.

Pressekontakt Konferenz:
Petra Richter, Projektträger im DLR
02203 601-3582
petra.richter@dlr.de
Pressekontakt Studie:
Karl-Heinz Minks, HIS
0511 1220-203
minks@his.de

Petra Richter | idw
Weitere Informationen:
http://www.his.de/publikation/bericht
http://www.geist-kennt-keine-grenzen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Künstlicher Intelligenz das Gehirn verstehen

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas über den Schaltplan des Gehirns bekannt.

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas...

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nebennierentumoren: Radioaktiv markierte Substanzen vermeiden unnötige Operationen

28.02.2017 | Veranstaltungen

350 Onlineforscher_innen treffen sich zur Fachkonferenz General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2017 | Veranstaltungen

23. VDMA-Arbeitsberatung „Engineering und Konstruktion“ am 2. März 2017 an der TH Wildau

28.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Atomfalle für die Wasserdatierung

28.02.2017 | Geowissenschaften

Zellen passen sich ultraschnell an die Schwerelosigkeit an

28.02.2017 | Medizin Gesundheit

Maus-Stammzellen auf Chip könnten Tierversuche ersetzen

28.02.2017 | Biowissenschaften Chemie