Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie befasst sich mit riskantem Alkoholkonsum bei weiblichen Führungskräften

16.02.2011
Bundesministerium für Gesundheit fördert Projekt am Institut für interdisziplinäre Arbeitswissenschaft

Das Glas Wein nach der Arbeit, das Bier abends auf dem Balkon oder der Sekt in der Firma: Für viele Menschen gehört Alkohol zur Entspannung und Belohnung nach einem stressigen Arbeitstag dazu. Immer häufiger sind es Frauen, die regelmäßig Alkohol konsumieren.

Jetzt befasst sich eine Studie am Institut für Arbeitswissenschaft erstmals mit dem Thema „Riskanter Alkoholkonsum bei weiblichen Fach- und Führungskräften“. Ziel ist es, ein Konzept sowie geeignete Instrumente zur betrieblichen Suchtprävention zu entwickeln. Das Bundesministerium für Gesundheit fördert das sechsmonatige Vorhaben mit 30.000 Euro. Die Studie soll Ende Februar abgeschlossen sein.

Projektmitarbeiterin Anja Wartmann forscht dabei qualitativ. Für ihre Studie hat sie nicht nur betroffene Frauen, sondern auch Gesundheitsberaterinnen und –berater interviewt. Nach Anja Wartmanns Beobachtungen unterschätzen die meisten Frauen die Gefahr, die von dem „einen Glas“ ausgeht. Manche Sätze der befragten Studienteilnehmerinnen wirken dabei wie ein Alarmsignal. „Es gibt Phasen, wo ich abends ein Glas Wein brauche“, sagt beispielsweise eine der Frauen, gibt aber an, eher eine halbe Flasche bei der Gelegenheit zu trinken.

Eine englische Studie aus dem Jahr 2007 besagt, je höher die berufliche Qualifikation, desto wahrscheinlicher ist ein erhöhter Alkoholkonsum. Bei erfolgreichen und gut ausgebildeten Männern wendet etwa jeder vierte und bei den Frauen jede fünfte diese Strategie zur Entspannung an. So beträgt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (2006) der Anteil von Frauen mit einem moderaten bis hohen Alkoholkonsum in der Unterschicht elf Prozent, in der Mittelschicht 14,4 Prozent und in der Oberschicht 20,1 Prozent.

Der Schritt vom Genuss zum Verdruss ist ein kleiner. Nach Angaben des Gesundheitsberichtes des Bundes können schon kleine Mengen Alkohol das Risiko für gesundheitliche Gefährdungen erhöhen. Frauen sollten daher nicht mehr als zwölf Gramm reinen Alkohol täglich zu sich nehmen - das entspricht in etwa 100 ml Wein; zwei Tage in der Woche sollten zudem komplett alkoholfrei bleiben.

Eine Ursache für den erhöhten Alkoholkonsum kann Stress sein. Viele Frauen, die tagsüber beruflich stark eingebunden sind, erleben darüber hinaus auch die Belastung durch familiäre Belange. Dieser Druck und widersprüchliche gesellschaftliche Rollenerwartungen können zusammen mit dem Zeit- und Termindruck im Job Stress auslösen. "Das Glas am Abend" verspricht dann die schnelle Entlastung.

Die gängigen Empfehlungen zum Ausgleich wie Sport und Entspannung reichen in solchen Fällen alleine nicht aus. Projektleiterin Dr. Elisabeth Wienemann macht deutlich, dass Prävention auf der betrieblichen wie auf der persönlichen Ebene ansetzen muss. Der Abbau von Belastungen am Arbeitsplatz und verbessertes Selbstmanagement können ebenso dazu beitragen wie die Stärkung der persönlichen Ressourcen durch Personalentwicklung und Gesundheitsförderung. Die Erweiterung der Gesundheitskompetenz durch das Wissen über Risiken des Alkoholkonsums sowie Beratung und Coaching zur Bewältigung eines anspruchsvollen Berufsalltags sind wichtige Ansatzpunkte der Prävention.

Jessica Lumme | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie