Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie über „Anforderungen von Studierenden an ihre Work-Life-Balance“

31.01.2013
Studentinnen fühlen sich häufiger gestresst als Studenten
Zu diesem Ergebnis führt eine Studie, die zum Thema „Anforderungen von Studierenden an ihre Work-Life-Balance“ von Studierenden im dritten Semester des Masterstudiengangs „Führung in Dienstleistungsunternehmen“ unter der Leitung von Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften erarbeitet wurde.

Der Begriff „burn out“ ist immer häufiger in den Schlagzeilen zu lesen und stressbedingte Krankheiten scheinen verbreiteter denn je. In der unternehmerischen Praxis spricht man deshalb von der Implementierung so genannter Work-Life-Balance-Maßnahmen, die darauf abzielen, die Arbeitsleistung und die Zufriedenheit der Beschäftigten dauerhaft zu sichern. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Maßnahmen der Gesundheitsförderung (Sportangebote, ausgewogene Ernährung, physisch entlastende Arbeitsplatzgestaltung, etc.) und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf (flexible Arbeitszeiten, Kinderbetreuung, zeitlich begrenzte, berufliche Auszeit, etc.).

Mittels einer Befragung, die unter allen Studierenden der Ostfalia am Campus Salzgitter durchgeführt wurde (> 2000), konnten interessante Erkenntnisse über das Stressempfinden der Studierenden gewonnen werden:

Bei einem Gesamtrücklauf von 225 vollständig ausgefüllten Fragebögen geben 80,4 Prozent der Studierenden an, dass sie den Begriff Work-Life-Balance (WLB) kennen. Unter WLB wird ein „ausgeglichenes Verhältnis von Berufs- und Privatleben“ verstanden. Dabei unterscheiden sich die Studierenden hinsichtlich der starken, bzw. weniger starken Trennung der Lebensbereiche Familie, Freunde, Partnerschaft, Lernen, Haushalt, Nebenjob etc. Es wurde deutlich, dass Studierende, die ihre Lebensbereiche hauptsächlich an einem Ort (z. B. Heimatort/Wohnort/ Studienort) haben, sich tendenziell häufiger gestresst fühlen als Studierende, deren Lebensbereiche örtlich voneinander getrennt sind. Mit insgesamt 47,5 Prozent fühlen sich Frauen jedoch eher „häufig bis sehr häufig“ gestresst als Männer (38,8 Prozent). Als Auslöser für ihr Stressempfinden geben die meisten Studierenden ihr schlechtes Zeitmanagement und studienbezogenen Stress (Abgabetermine, Prüfungen, etc.) an.

Es ergibt sich daraus die Frage danach, welche äußeren Faktoren (Anforderungen an das Studium) dazu beitragen, die „Balance“ der Studierenden zu fördern bzw. sicherzustellen. Von den Studierenden wird diesbezüglich insbesondere ein harmonisches soziales Umfeld (z.B. Familie/Freunde/Partnerschaft, Kommilitonen, Umgang mit den Professorinnen und Professoren, Wohnumfeld, etc.) als förderlich empfunden. Darüber hinaus sind die Vereinbarkeit von Nebenjob und Studium, sowie eine möglichst flexible Tagesgestaltung, für viele von großer Bedeutung. Das liegt vor allem darin begründet, dass knapp die Hälfte der Befragten ihr Studium durch einen Nebenjob finanziert.

Eine große Herausforderung hinsichtlich des ausgeglichenen Verhältnisses von Berufs- und Privatleben resultiert aus dem technologischen Fortschritt, der auch gesellschaftliche Veränderungen herbeigeführt hat. Insbesondere durch eine zunehmende Beschleunigung, die ständige Erreichbarkeit und permanent geforderte Flexibilität wird es immer schwieriger, verschiedene Lebensbereiche klar voneinander zu trennen. „Die Untersuchung der Auswirkungen dieser Trends kann einen Ansatz für weiterführende Forschungsaktivitäten darstellen“, sagt Professor Quack.

Evelyn Meyer-Kube | idw
Weitere Informationen:
http://www.ostfalia.de/k/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie