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Studie zur akuten Hepatitis C des „HepNet Study-House“ der Deutschen Leberstiftung ausgezeichnet

07.11.2013
Die dritte Studie zur akuten Hepatitis C im „HepNet Study-House“ der Deutschen Leberstiftung hat die Frage geklärt, ob die Therapie der Erkrankung sofort beginnen muss oder ob zunächst abgewartet werden kann, weil die akute Hepatitis C in einigen Fällen von selbst („spontan“) ausheilt. Für diese weltweit einmalige Studie wurde nun Frau Dr. Katja Deterding mit dem Rudolf-Schoen-Preis ausgezeichnet.

Der nach dem Gründungsrektor der Medizinischen Hochschule benannte Rudolf-Schoen-Preis hat das Ziel, engagierte Wissenschaftler bei der Fortsetzung ihrer Forschungen zu unterstützen. Mit dem Preis werden seit 1988 jedes Jahr von Wissenschaftlern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) veröffentlichte klinische Untersuchungen, die in besonderer Weise herausragen, ausgezeichnet. Wer die von der TUI-Stiftung ausgelobte, mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung erhält, entscheidet ein Gutachtergremium der MHH.

In diesem Jahr wurde der Preis geteilt. Eine Preisträgerin ist Frau Dr. Katja Deterding, die Erstautorin der Publikation mit den Ergebnissen der Studie „Delayed versus immediate treatment for patients with acute hepatitis C: a randomised controlled non-inferiority trial“ (The Lancet Infectious Diseases, June 2013, Volume 13, Number 6).

Bei der Studie, die im HepNet Study-House der Deutschen Leberstiftung durchgeführt wurde, handelt es sich um die größte prospektive Studie zur akuten Hepatitis C in Europa. Sie zeigt, dass eine sofortige Behandlung mit pegyliertem Interferon-alfa-2b über 24 Wochen zu hohen Ausheilungsraten führt. Das gilt für symptomatische und asymptomatische Patienten. Die später begonnene Therapie ist ebenfalls sehr effektiv. Aber eine höhere Anzahl von Patienten besuchen ihren Arzt nicht mehr, so dass sie später nicht behandelt werden können. Die verzögerte Therapie hat den Vorteil, dass sie die spontane Ausheilung berücksichtigt und so eine unnötige medikamentöse Therapie verhindert werden kann. Gefördert wurde die Studie durch die Essex Pharma GmbH/MSD SHARP & DOHME GmbH.

Damit wurde das HepNet Study-House der Deutschen Leberstiftung bereits zum zweiten Mal mit dem Rudolf-Schoen-Preis ausgezeichnet. Im Jahr 2011 erhielt Herr Prof. Dr. Heiner Wedemeyer den Preis für die Studie zur Therapie der Hepatitis Delta, mit der weltweit die neue Standardtherapie der Erkrankung etabliert wurde.

„Diese Auszeichnung für Frau Dr. Deterding und das HepNet Study-House der Deutschen Leberstiftung freut uns ganz besonders“, sagt Prof. Dr. Michael P. Manns, Leiter der Studie und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. „Es ist eine Anerkennung für die Struktur des HepNet Study-House, ohne die solche Studien nicht möglich wären und es ist eine Anerkennung für die wissenschaftliche Arbeit, die Frau Dr. Deterding und viele ihrer Kollegen neben dem Klinikalltag leisten. Unser Dank gilt der TUI-Stiftung, die den Preis auslobt und den vielen Zentren, ohne die wir diese Studie nicht hätten durchführen können“.

Die Deutsche Leberstiftung
befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung zu verbessern und die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen zu steigern, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige in medizinischen Fragen. Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in zweiter, aktualisierter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-89993-642-1, € 16,95: http://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch

Kontakt:
Deutsche Leberstiftung
Bianka Wiebner
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Tel 0511 – 532 6815
Fax 0511 – 532 6820
presse@deutsche-leberstiftung.de

Bianka Wiebner | idw
Weitere Informationen:
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