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Studenten schätzen die Intelligenz ihrer Eltern höher ein, wenn diese Voll- statt Teilzeit arbeiten

28.07.2011
Wenn erwachsene Kinder die Intelligenz ihrer Eltern einschätzen, lassen sie sich einer deutsch-spanischen Studie zufolge in ihrem Urteil nicht nur von deren Ausbildung leiten, sondern auch vom Umfang von deren Arbeitszeit.

Wie Prof. Dr. Tuulia Ortner vom Arbeitsbereich Psychologische Diagnostik und Intervention der Freien Universität Berlin und Wissenschaftlerinnen der Universität Granada herausfanden, wird die Intelligenz dabei am höchsten eingeschätzt, wenn die Eltern einer Vollzeit-Berufstätigkeit nachgehen. Die Ergebnisse wurden in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift Social Science Research veröffentlicht.

Tuulia Ortner und ihre Kolleginnen in Spanien beschäftigte die Frage, wieso Männern in nahezu allen Befragungen eine höhere Gesamtintelligenz zugeschrieben wird als Frauen. Um dies herauszufinden, untersuchte das Team insgesamt 400 Studierende in Berlin und in Granada mit einem Fragebogen, der neben Fragen zur Einschätzungen der Intelligenz der Eltern auch Fragen zu deren Ausbildung und Berufstätigkeit umfasste. Es wurden dabei Fragen nach spezifischen Intelligenzkomponenten - etwa Logisches Denken - ebenso gestellt wie eine abschließende Frage nach der allgemeinen Intelligenz eines jeden Elternteils.

Die Studie zeigte, dass Väter in beiden Ländern als etwas intelligenter eingeschätzt wurden als Mütter. Die Daten zeigen allerdings erstmals, dass der Berufsstatus einen Teil des Unterschieds erklären kann; für die Analyse wurde eine Beschäftigung in Vollzeit einer Teilzeitarbeit und einer nicht bezahlten Tätigkeit gegenübergestellt: In Berlin und Granada gingen mehr Väter als Mütter einer Vollzeittätigkeit nach. Eine Vollzeitbeschäftigung ist also mit einer höheren Zuschreibung von Intelligenz verbunden.

Die Autorinnen erklären sich den Effekt durch die Assoziierung verschiedener Formen der Berufstätigkeit mit Geschlechtsrollen: Eine Vollzeit-Berufstätigkeit wird eher mit einer maskulinen Geschlechterrolle assoziiert, die auch mit einer höheren zugeschriebenen Intelligenz in Zusammenhang stehe. Dagegen wird Teilzeitarbeit oder keine Berufstätigkeit, die häufig mit Hausarbeit und der Pflege von Angehörigen in Verbindung steht, mit entsprechenden femininen Eigenschaften assoziiert, die eher mit Stärken im sozialen Bereich verknüpft seien.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Tuulia Ortner, Arbeitsbereich Psychologische Diagnostik und Intervention der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-55649, E-Mail: tuulia.ortner@fu-berlin.de
Literatur
Ortner, T. M., Müller, S. M. & Garcia-Retamero, R. (2011). Estimations of parental and self intelligence as a function of parents' status: a cross-cultural study in Germany and Spain. Social Science Research, 40, 1067-1077.

Kerrin Zielke | idw
Weitere Informationen:
http://www.fu-berlin.de
http://www.sciencedirect.com/science/journal/0049089X

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