Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Steuerliche Betriebsprüfungen Deutschland: Aufwendig und teuer

21.10.2010
Deloitte-Studie: Ausländische Investoren wünschen sich mehr Planungssicherheit

Die aktuelle Deloitte-Umfrage "German Income Tax Audits - Survey on the Experiences of Inbound Investors" mit 234 Teilnehmern aus 18 Ländern zeigt: Steuerliche Betriebsprüfungen in Deutschland fordern einen erheblichen Zeit- und Kostenaufwand, jedenfalls nach Ansicht ausländischer Investoren.

Im internationalen Vergleich befindet sich Deutschland hier etwa auf Augenhöhe mit Frankreich und den USA, aber deutlich hinter Großbritannien und den Niederlanden. Die langen Intervalle bedingen eine erhebliche Zahl ungeprüfter Jahre - und sorgen für aufwendige, intensive Prüfungsprozesse.

Dabei stehen vor allem die Verrechnungspreise, die Bewertung von Vermögen und Verbindlichkeiten sowie die Abzugsfähigkeit von Ausgaben im Fokus. Am meisten jedoch bringt dem Fiskus die Prüfung der Voraussetzungen für eine Gruppenbesteuerung (Organschaft): Durchschnittlich 97 Prozent der jährlichen Ertragsteuern sind bei hiervon betroffenen Umfrageteilnehmern als Steuernachforderung angefallen - der Mittelwert aller Betriebsprüfungs-Nachforderungen liegt bei 49 Prozent der "normalen" Ertragssteuerbelastung. Auch die Prüfung von Finanzierungsstrukturen gewinnt an Bedeutung. Für zukünftige Betriebsprüfungen wird erwartet, dass die Verlagerung von Produktions- oder Vertriebsfunktionen ins Ausland besonders kritisch betrachtet werden wird.

"Das deutsche Steuerrecht gilt als kompliziert und natürlich sind Betriebsprüfungen nicht beliebt - dennoch bezeichnen lediglich 20 Prozent der Befragten die Atmosphäre während der Prüfung als gespannt bis unfreundlich. Wie die Studie zeigt, müssen sich nicht zuletzt Private-Equity-gehaltene Unternehmen auf eingehende Kontrollen gefasst machen.", erklärt Christian Ehlermann, Partner Tax bei Deloitte.

Zugriff auf elektronische Unternehmensdaten

Im Durchschnitt war 2004 das letzte abschließend geprüfte Jahr, das letzte Jahr bei aktuell laufenden Betriebsprüfungen ist 2006. Die Prüfung nahm dabei bei 67% der Unternehmen mehr als ein Jahr in Anspruch und meistens verlangten die Prüfer den Zugriff auf elektronische Unternehmensdaten. Bemerkenswert: Trotz der großen Bedeutung der Prüfungen verfügt(e) kaum ein Unternehmen über einen speziellen Beauftragten.

Taktisches Verhalten der Betriebsprüfer

Bei den Verrechnungspreisen monierten die Betriebsprüfer in den letzten Jahren vor allem Abweichungen beim Fremdvergleich - bei Lizenzen und konzerninternen Kostenumlagen, z.B. für Managementdienstleistungen. Doch wurden Beanstandungen hier oft taktisch eingesetzt und führen letzten Endes oft nicht zu Mehreinnahmen der Steuerbehörde. Bei lediglich formalen Mängeln wie z.B. unvollständigen schriftlichen Verträgen gehen die Steuerprüfer inzwischen deutlich weniger offensiv vor als zuvor.

Dokumentation optimieren

Nach einer Steuerprüfung haben 84 Prozent der Unternehmen Maßnahmen zur Optimierung ihrer Steuerposition eingeleitet. Bei über einem Drittel bestanden diese in einer umfassenderen Dokumentation. Empfehlenswert sind überdies ein proaktiveres Management sowie eine detaillierte Analyse der bestehenden Risikobereiche. Dabei schätzen knapp die Hälfte der Befragten ihre Steuerplanung als sehr oder moderat konservativ ein, nur 15 Prozent bescheinigen sich selbst eine aggressivere Herangehensweise.

"Schwerer als das anspruchsvolle Steuerrecht in Deutschland wiegen für die Studienteilnehmer die langen Abstände und die aufwendige Prozedur, die das Risikomanagement verkomplizieren. Die Unternehmen sollten sich so gut wie möglich vorbereiten - hilfreich ist ein 'Quick Check', um bereits im Vorfeld potenzielle Schwachstellen zu identifizieren und zu beseitigen", resümiert Christian Ehlermann.

Den kompletten Report finden Sie unter http://www.presseportal.de/go2/Steuerberatung zum Download.

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit einem Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 140 Ländern verbindet Deloitte erstklassige Leistungen mit umfassender regionaler Marktkompetenz und verhilft so Kunden in aller Welt zum Erfolg. "To be the Standard of Excellence" - für rund 170.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich.

Die Mitarbeiter von Deloitte haben sich einer Unternehmenskultur verpflichtet, die auf vier Grundwerten basiert: erstklassige Leistung, gegenseitige Unterstützung, absolute Integrität und kreatives Zusammenwirken. Sie arbeiten in einem Umfeld, das herausfordernde Aufgaben und umfassende Entwicklungsmöglichkeiten bietet und in dem jeder Mitarbeiter aktiv und verantwortungsvoll dazu beiträgt, dem Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit gerecht zu werden.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited, eine "private company limited by guarantee" (Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht), und/oder ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes dieser Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu Limited und ihrer Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns .

© 2010 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Isabel Milojevic | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.deloitte.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie