Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Steuer- und Abgabenlast in Deutschland gestiegen

19.11.2013
PwC-Weltbank-Studie: Globale Steuer- und Abgabenquote fällt auf durchschnittlich 43 Prozent / Belastung in Deutschland deutlich gestiegen / E-Bilanz erhöht Bearbeitungsaufwand für Unternehmen

Für mittelständische Unternehmen ist die Steuer- und Abgabenlast im weltweiten Durchschnitt in den vergangenen zwölf Monaten weiter gesunken. Der Anteil aller Steuern und Abgaben (Total Tax Rate) am Gewinn beläuft sich derzeit auf 43,1 Prozent, im Vorjahr waren es noch 44,7 Prozent, wie aus der Gemeinschaftsstudie "Paying Taxes 2014" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, der Weltbank und der International Finance Corporation (IFC) hervor geht.

In Deutschland allerdings muss das idealtypische mittelständische Unternehmen, das der Analyse zugrunde liegt, entgegen dem globalen Trend eine höhere Belastung tragen: Hierzulande stieg die Total Tax Rate von 46,8 Prozent auf 49,4 Prozent. Im weltweiten Steuerranking fällt der Standort Deutschland damit von Platz 72 auf Platz 89 zurück. Zurückzuführen ist diese Entwicklung ausschließlich auf die Abschaffung der degressiven Abschreibung für Wirtschaftsgüter, die nach dem 31. Dezember 2010 angeschafft wurden.

"Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass bereits eine vermeintlich kleine steuerrechtliche Änderung erhebliche Folgen für die Abgabenbelastung haben kann. Eine höhere Total Tax Rate geht unmittelbar zu Lasten der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands", kommentiert Tobias Taetzner, Partner bei PwC und Unternehmensteuer-Experte.

In Europa (EU und Europäischer Wirtschaftsraum) ist die Steuer- und Abgabenquote lediglich in sieben Staaten höher als in Deutschland. Am niedrigsten ist die Total Tax Rate in Kroatien (19,8 Prozent), Luxemburg (20,7 Prozent) und Zypern (22,5 Prozent). Doch auch Länder, die gemeinhin nicht als Niedrigsteuerland gelten, bürden mittelständischen Unternehmen eine weitaus geringere Last auf als Deutschland: In Dänemark beispielsweise beläuft sich die Total Tax Rate auf 27 Prozent, in Norwegen müssen Betriebe im Durchschnitt 40,7 Prozent ihres Unternehmensgewinns an den Staat abführen.

"Der Vergleich der Steuersysteme zeigt selbst zwischen Nachbarstaaten mit ähnlichen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen gravierende Unterschiede auf. Die Vorstellungen darüber, wer für welche Aktivitäten Steuern zahlen soll und wie hoch diese ausfallen können, gehen weit auseinander. Eine Reform der internationalen Unternehmensbesteuerung wäre notwendig, ohne eine Einigung auf Besteuerungsprinzipien wird sie aber politisch kaum durchsetzbar sein", betont Taetzner.

Modernisierung der Steuerbürokratie geht voran

Neben der Total Tax Rate hat auch die Steuerbürokratie erheblichen Einfluss auf die tatsächliche Belastung der Unternehmen durch Steuern und Abgaben. Im aktuellen Untersuchungszeitraum (Juni 2012 bis Mai 2013) gab es hier in 32 der weltweit 189 analysierten Länder Verbesserungen. Allerdings hat sich der für die Steuer- und Abgabenverwaltung erforderliche Zeitaufwand leicht erhöht. Im weltweiten Durchschnitt benötigt ein mittelständischer Betrieb derzeit 268 Stunden (Vorjahr: 267 Stunden). Leicht gesunken ist hingegen die Zahl der zu beachtenden Steuertermine, und zwar von 27,2 auf 26,7 pro Jahr.

In Deutschland müssen mittelständische Betriebe wie bereits im Vorjahr nur neun Termine einhalten. Der Zeitaufwand für die Steuerbürokratie ist hingegen um elf Stunden auf 218 Stunden gestiegen.

"Die gestiegene Bearbeitungszeit ist eine Folge der neu eingeführten E-Bilanz, die zu Beginn einen höheren Arbeits- und Umstellungsaufwand mit sich bringt. In den kommenden Jahren dürfte sich der Zeitaufwand in den Unternehmen allerdings wieder auf einem niedrigeren Wert einpendeln", erläutert Steuer-Experte Taetzner.

Die Studie "Paying Taxes" vergleicht jährlich die durchschnittliche Steuer- und Abgabenbelastung sowie die indirekten Folgekosten der Steuerbürokratie. Dabei wird ein für alle Staaten einheitliches, repräsentatives Modellunternehmen mit 60 Mitarbeitern und mehreren Gesellschaftern zu Grunde gelegt. Die Ergebnisse für Deutschland beziehen sich auf ein Produktionsunternehmen mit 60 Arbeitnehmern mit Sitz in Berlin. Berücksichtigt werden alle Steuern und Abgaben, die dieses Produktionsunternehmen zahlt, also neben offen ersichtlichen Steuern (Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer,

Solidaritätszuschlag) auch "versteckte" Steuern und Abgaben wie der Arbeitgeberanteil am Sozialversicherungsbeitrag sowie Energiesteuer, Grundsteuer, Versicherungssteuer und Lkw-Maut.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
www.pwc.de/paying-taxes-2014
Über PwC
PwC bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung. Dort schaffen wir für unsere Mandanten den Mehrwert, den sie erwarten. Mehr als

184.000 Mitarbeiter in 157 Ländern entwickeln in unserem internationalen Netzwerk mit ihren Ideen, ihrer Erfahrung und ihrer Expertise neue Perspektiven und praxisnahe Lösungen. In Deutschland erzielt PwC an 28 Standorten mit 9.300 Mitarbeitern eine Gesamtleistung von rund 1,55 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Sandra Otte
PwC Presseabteilung
Tel.: (069) 95 85 - 15 64
E-Mail: sandra.otte@de.pwc.com

Sandra Otte | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.pwc.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie