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Sterblichkeit: Teenager stärker gefährdet als Kinder

30.03.2011
Gewalt, Selbstmorde und Verkehrsunfälle sind verantwortlich

Vorzeitige Todesfälle treten heute eher in der Pubertät und im frühen Erwachsenenalter auf als in der Kindheit auf. Zu diesem Ergebnis ist eine internationale Studie unter der Leitung von Russell Viner vom University College London gekommen.

Die Wissenschaftler werteten Daten aus 50 Ländern für einen Zeitraum von 50 Jahren aus. Das Einkommen in diesen Ländern reichte von sehr gut, mittel bis gering. Die allgemeine Sterblichkeit fiel laut The Lancet. Ein Ansteigen konnte jedoch bei Teenagern und jungen Erwachsenen festgestellt werden. Verantwortlich dafür sind Gewalt, Selbstmorde und Verkehrsunfälle.

Mortalität drastisch gesunken

Die aktuelle Studie zeigt, dass die Mortalität bei jungen Menschen in den letzten 50 Jahren weltweit drastisch gesunken ist. Bei Kindern zwischen ein und neun Jahren sank sie zwischen 80 und 93 Prozent. Verantwortlich dafür ist großteils ein Rückgang bei den Infektionskrankheiten. Bei Teenagern und jungen Erwachsenen ist die Sterberate in einem viel geringeren Ausmaß gesunken. Bei jungen Männern zwischen 15 und 24 Jahren zwischen 41 und 48 Prozent. Auch hier war der Erfolg in der Bekämpfung von Krankheiten entscheidend.

Verletzungen häufigste Todesursache

Verletzungen - sei es durch Gewalt, Selbstmord oder Verkehrsunfälle - erwiesen sich allgemein als die häufigste Todesursache bei jungen Männern in reichen europäischen Ländern und Osteuropa. Todesfälle durch Gewalt nehmen allgemein bei jungen Frauen und Männern zu. Das bedeutet, dass trotz eines generellen Rückganges die Mortalität bei Teenagern und jungen Erwachsenen heute höher ist als bei Kindern. Junge Männer zwischen 15 und 24 sterben heute dreimal so wahrscheinlich vorzeitig als Jungen zwischen einem und vier Jahren.

Viner betonte, dass das Leben heute für Teenager und junge Menschen viel gefährlicher ist. "Das Teenageralter war früher die gesündeste Zeit im Leben eines Menschen. Das ist heute anders." Dieses Bild könnte jedoch nicht vollständig sein, räumen die Wissenschaftler ein. Nicht berücksichtigt wurden die ärmsten Länder südlich der Sahara. Entsprechende Daten seien einfach nicht zur Verfügung gestanden.

Zusätzlich gibt es regionale Abweichungen. Nach dem Fall des Kommunismus kam es zum Beispiel in den betroffenen Ländern zu sehr vielen Selbstmorden. Die Anzahl der Selbstmorde in reichen Ländern ist hingegen in den letzten Jahren gesunken.

Stadtleben bringt Risiken

Viner beobachtete auch, dass zuerst im Westen beobachtete Trends sich jetzt auch in den Entwicklungsländern zeigen. Die Übersiedelung in die Stadt bringe Vorteile aber auch Risiken mit sich. Mitautor Michael Resnick von der University of Minnesota erklärte gegenüber der BBC, dass die größte Gefahr für das Leben junger Menschen, abgesehen von einem Leben in extremer Armut und extremer Bedrohung durch Infektionskrankheiten, von ihrem Verhalten und dem Umfeld ausgehe.

Regierungen sollten sich daher auf Gewalt in der Nachbarschaft, extreme Verarmung, den Mangel an grundlegenden Ressourcen und Dienstleistungen und auf die daraus resultierende Hoffnungslosigkeit durch das Fehlen von Perspektiven und Möglichkeiten konzentrieren.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.ucl.ac.uk
http://www.thelancet.com
http://www1.umn.edu/twincities

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