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Steigender Termindruck treibt deutsche IT-Abteilungen zu Fehlern

17.05.2011
Mehr als jeder zweite Softwarefehler, der nach Produktivschaltung einer Änderung endeckt wird, entsteht durch Mängel im Testmanagement.

Häufig fallen Tests dem Termindruck zum Opfer. Dieser Zwang zur Eile wird allerdings künftig weiter steigen. Unternehmen unterbieten sich auf Wunsch der Kunden mit immer kürzeren Release-Zyklen. Gleichzeitig stellen enger getaktete Umsetzungsfristen bei Gesetzesanpassungen die IT-Abteilungen auf die Probe.

Beispiel Steuergesetzgebung: Anfang des Jahres kam es zu Pannen beim Erstellen von Lohnsteuerbescheinigungen. Die Anpassung der IT-Systeme binnen weniger Wochen auf das neue Jahressteuergesetz war gescheitert. Ohne eingespielte Testverfahren wird es künftig immer seltener gelingen, mit dem Änderungstempo Schritt zu halten. Das ergibt eine aktuelle Einschätzung von Steria Mummert Consulting.

Ein systematischer Vorgehenskatalog für das Testen von Software befindet sich allerdings bei der Mehrheit der Behörden und Unternehmen erst im Aufbau. Meist entscheiden die Verantwortlichen erst am Projektende, welche Funktionen der Software überprüft werden sollen, und führen lediglich unsystematische Stichprobentests durch. Tauchen Fehler allerdings erst kurz vor Aufnahme des Regelbetriebs auf, dauert die Korrektur deutlich länger und benötigt mehr Mitarbeiter, als wenn Tests frühzeitig geplant und eingebaut werden. Der Mehraufwand für eine nachträgliche Fehlerbeseitigung beträgt in der Regel das Fünffache. Gleichzeitig bedeuten Fehler, die zu spät oder gar nicht auffallen, einen enormen Vertrauensschaden in der Beziehung zu Bürgern und Kunden.

Damit umfassende IT-Tests trotz eines sich immer schneller drehenden Regulierungs-Karussells nicht ausgebremst werden, sind vor allem straffere Abläufe nötig. „Softwarequalität und enge Umsetzungsfristen lassen sich vereinbaren, wenn die IT-Abteilungen ihre Testabläufe stärker durchorganisieren“, sagt Testing-Experte Lars Hinrichsen von Steria Mummert Consulting. Dazu gehört beispielsweise, dass sich die Tester ein Methodengerüst aufbauen, auf das sie bei wiederkehrenden IT-Anpassungen immer wieder zurückgreifen.

„Eine eingespielte Abfolge, inklusive einer umfassenden Dokumentation, spart Zeit und senkt das Fehlerrisiko“, so Hinrichsen. Gleichzeitig besteht mit standardisierten Testprozessen die Möglichkeit, die Aufgabe an externe Mitarbeiter oder Dienstleister abzugeben. So gewinnen die CIOs zusätzlichen Handlungsspielraum, um Software auch bei engen Fristen ausgiebig zu prüfen.

Jörg Forthmann | Steria Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.steria-mummert.de

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