Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Start der TEENDIAB Studie

01.12.2008
Kinder und Jugendliche mit Typ 1 Diabetes in der Familie gesucht

Mit TEENDIAB führt die Forschergruppe Diabetes der TU München die weltweit erste Verlaufsbeobachtungsstudie zur Entwicklung von Typ 1 Diabetes während der Pubertät durch. Die Zahl der Neuerkrankungen im Kindes- und Jugendalter nimmt jährlich um drei bis fünf Prozent zu. Besonders häufig kommt die Erkrankung im Alter zwischen zehn und achtzehn Jahren vor. Auf diese Tatsache möchte die Forschergruppe Diabetes mit TEENDIAB reagieren.

Typ 1 Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, welche die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse durch das körpereigene Immunsystem zerstört. Diese Reaktion des Immunsystems nennt man Inselautoimmunität. Sie kann zur Entwicklung von Typ 1 Diabetes führen. Bei der Entstehung von Inselautoimmunität und Typ 1 Diabetes sind sowohl umweltbedingte als auch angeborene Faktoren von großer Bedeutung, wie bisherige Studien zeigen konnten. TEENDIAB wird die Rolle beider Aspekte im Jugendalter erforschen. Schwerpunkte liegen hierbei einerseits auf der Untersuchung von Einflüssen, die durch die Pubertät bedingt sind wie zum Beispiel der Hormonstatus. Andererseits können auch altersspezifische Gewohnheiten wie Bewegung oder Ernährung die Entstehung von Typ 1 Diabetes beeinflussen. Des Weiteren liegt ein Augenmerk auf Faktoren, die mit der Entstehung eines Typ 2 Diabetes in Zusammenhang stehen. Dadurch soll geklärt werden, warum Typ 2 Diabetes beziehungsweise Mischformen vermehrt im Jugendalter auftreten. Auch der Fragestellung, inwieweit Charakteristika des Typ 2 Diabetes wie zum Beispiel Übergewicht Einfluss auf die Entwicklung eines Typ 1 Diabetes haben, geht TEENDIAB nach.

Die TEENDIAB Studie beobachtet Jugendliche zwischen acht und achtzehn Jahren, die ein erhöhtes familiäres Risiko für die Entwicklung von Typ 1 Diabetes haben. Mittels anfangs halbjährlicher, später jährlicher Untersuchungen wird die Entstehung von Inselautoimmunität und Typ 1 Diabetes beziehungsweise dessen Ausbleiben dokumentiert. Ebenso werden Veränderungen in Größe, Gewicht und Hormonstatus der Heranwachsenden aufgezeichnet. Die Verknüpfung der unterschiedlichen Informationen soll helfen, eine wichtige Frage zu beantworten:

Weshalb erkranken Jugendliche besonders häufig an Typ 1 Diabetes?

Durch die familiäre Vorbelastung liegt das Risiko der Studienteilnehmer, im Laufe ihres Lebens an Typ 1 Diabetes zu erkranken, bei etwa fünf Prozent. Eine Teilnahme an TEENDIAB bringt Vorteile für die jugendlichen Probanden, bei denen bereits ein Elternteil oder Geschwisterkind an Typ 1 Diabetes erkrankt ist:

- Der Befund, dass ein Studienteilnehmer bisher keine Inselautoantikörper gebildet hat, kann die Angst vor der Entstehung eines Typ 1 Diabetes nehmen beziehungsweise verringern.

- Durch engmaschige Untersuchungen kann die Entstehung von Inselautoantikörpern beziehungsweise Typ 1 Diabetes frühzeitig erkannt werden. Der zeitnahe Beginn der Therapie hilft, Komplikationen zu vermeiden.

- Kinder, die während einer Verlaufsbeobachtungsstudie an Typ 1 Diabetes erkrankten, mussten im Vergleich seltener stationär aufgenommen werden, hatten bei Erstmanifestation einen geringeren HbA1c und benötigten weniger Insulin (Barker JM et al. Diabetes Care 27:1399-1404, 2004).

In die TEENDIAB Studie können Kinder ab dem Alter von acht Jahren bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres aufgenommen werden,

- die mindestens einen Verwandten ersten Grades (Mutter, Vater oder Geschwisterkind) haben

- in deren Blut keine Inselautoantikörper nachweisbar sind

- deren Eltern ihr Einverständnis gegeben haben

- die in Deutschland wohnen.

Die Teilnahme an der Studie ist kostenlos. TEENDIAB ist ein Projekt des Kompetenznetzes Diabetes, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.

Interessierte melden sich bitte bei Dr. Franziska Meier Stiegen
Forschergruppe Diabetes
Leitung: Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler
Kölner Platz 1, 80804 München
Telefonnummer 089-3068-5578 oder 0800-33 83 339 oder per Mail an:
prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de
Für Rückfragen und falls Sie das Logo der TEENDIAB Studie benötigen:
Pressekontakt:
Briefanschrift Kölner Platz 1, 80804 München
Telefon +49 (89) 3068-2591
Durchwahl -3380
Telefax +49 (89) 3068-7509
E-Mail christine.huber@lrz.uni-muenchen.de
Ansprechpart. Christine Huber
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Christine Huber | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifdf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik