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Stammzellen-Transplantate gegen Multiple Sklerose

30.01.2009
Erstmals Reversion von Schädigungen nachgewiesen

Stammzellen-Transplantate könnten, wenn sie früh genug eingesetzt werden, Symptome Multipler Sklerose (MS) kontrollieren und sogar rückgängig machen.

Zu diesem Ergebnis ist eine kleine Studie der Northwestern University School of Medicine gekommen. Keinem der 21 Erwachsenen mit schubhaft-remittierender MS, denen Stammzellen aus ihrem eigenen Knochenmark implantiert wurden, ging es innerhalb von drei Jahren schlechter. 81 Prozent verbesserten sich zumindest um einen Punkt auf der Skala der Fähigkeitsstörungen bei neurologischen Erkrankungen. Weitere Tests sind jetzt geplant. Details der Studie wurden in The Lancet Neurology veröffentlicht.

Unter Multipler Sklerose leiden laut BBC allein in Großbritannien rund 85.000 Menschen. Zu Beginn verursacht die Krankheit meist intermittierende Symptome, die teilweise reversibel sind. Zehn bis 15 Jahre nach dem Eintreten der Krankheit entwickeln die meisten Patienten eine sekundäre fortschreitende MS, die mit einer schrittweisen aber nicht mehr rückgängig zu machenden neurologischen Beeinträchtigung einhergeht. Der aktuelle Behandlungsansatz, die so genannte "autologous non-myeloablative haemopoietic stem-cell transplantation", wurde bereits in der Vergangenheit an MS-Patienten getestet. Der Erfolg hielt sich jedoch in Grenzen.

Das Team um Richard Burt argumentiert, dass bei den meisten anderen Studien versucht wurde, die Transplantationen bei Patienten durchzuführen, die bereits an der sekundären Form der Krankheit litten. An den aktuellen Tests nahmen Personen in einem früheren Krankheitsstadium teil, die im vergangenen Jahr trotz Behandlung zwei Rückfälle erlitten hatten. Ihnen wurde eine Transplantation angeboten. Stammzellen der Patienten wurden entnommen und eingefroren. Gleichzeitig erhielten die Teilnehmer Medikamente zur Entfernung der schädigenden Immunzellen. Die Stammzellen wurden anschließend dem Körper wieder zugeführt um das Immunsystem zu regenerieren - es sozusagen wieder zurückzusetzen.

Fünf Patienten erlitten einen Rückfall. Sie erlebten jedoch nach einer weiteren Behandlung eine Remission. Derzeit arbeiten die Wissenschaftler an einem randomisiert kontrollierten Test mit einer größeren Anzahl von Patienten. Ziel ist es, den neuen Behandlungsansatz mit Standardverfahren zu vergleichen. Burt betonte, dass diese Studie erstmals eine Reversion von Schädigungen nachweise. "Ich gehe davon aus, dass die Wende darin besteht, dass das Gehirn sich selbst repariert."

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.medschool.northwestern.edu

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