Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stadtleben härtet ab gegen Krankheiten

27.09.2010
Höheres Infektionsrisiko machte Stadtmenschen resistenter

Kulturen, die schon früh in Städten lebten, sind besser gegen Lepra und Tuberkulose geschützt. Das berichten britische Forscher um Ian Barnes von der Royal Holloway University in der Zeitschrift "Evolution". Optimale Brutstätten für Krankheiten waren Städte schon immer aufgrund von Schmutz, Ratten, Flöhen und Menschenmassen. Genau das habe jedoch dazu geführt, dass Stadtmenschen dank des Überlebens der Widerstandsfähigsten im Lauf der Geschichte immer besser vor Infektionen gefeit waren.

Vorteil der frühen Hochkulturen

Die Forscher entnahmen Freiwilligen aus 17 Regionen in Europa, Asien und Afrika DNA-Proben. In diesen suchten sie nach einer Genvariante, die resistent gegen die beiden Krankheiten macht. Deutlich zeigte sich, dass die Nachfahren der frühen Hochkulturen, die schon früh Städte bauten, dieses Gen viel eher besaßen. Bei Menschen, die im Nahen Osten, Indien oder im europäischen Mittelmeerraum lebten, war das Resistenzgen fast immer vorhanden. Das Ergebnis sehen die Forscher auch als Erklärung für die globalen Unterschiede in den Krankheitsresistenzen.

Als "plausibel" bezeichnet Martin Siegel vom Kölner Institut für Gesundheitsökonomie http://gesundheitsoekonomie.uk-koeln.de die These. "Je dünner besiedelt eine Gegend ist, desto weniger Möglichkeiten haben die Erreger, sich zu übertragen." Wie gut ein Mensch auf Krankheitserreger reagiert, dürfe jedoch vor allem von der Umwelt abhängen. "So ist erklärbar, dass Westeuropäer bei Reisen in Entwicklungsländer oft empfindlicher auf Keime im Trinkwasser reagieren als Menschen, die dort aufgewachsen sind", so der Experte gegenüber pressetext.

Psyche braucht sozialen Halt

Ob dasselbe auch für die psychische Gesundheit gilt, ist allerdings zu bezweifeln. In den "Archives of General Psychiatry" berichtet Stanley Zammit von der Cardiff University http://www.cardiff.ac.uk , dass Schizophrenie im städtischen Umfeld weit häufiger vorkommt als am Land. Der Forscher untersuchte dazu Daten von über 200.000 Schweden. Schuld daran seien nicht Lärm, Reizüberflutung, die höhere Gewaltkriminalität und Bevölkerungsdichte, sondern die Anonymität und der fehlende soziale Zusammenhalt. "Je schlechter die sozialen Netzwerke eines Stadtviertels, desto häufiger nicht-affektive Psychosen", so Zammit.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.rhul.ac.uk
http://gesundheitsoekonomie.uk-koeln.de
http://www.cardiff.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise