Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Spiegel und Magnet gegen Phantomschmerz: Studie zur Wirksamkeit nicht-medikamentöser Behandlungsmethoden

25.11.2008
RUB-Klinik sucht Teilnehmer

Nach einer Amputation verändert sich das Gehirn oft so, dass Patienten im fehlenden Körperteil Schmerzen spüren. Spiegeltherapie und Magnetstimulation können diese Gehirnveränderungen positiv beeinflussen und den Phantomschmerz lindern.

Für eine Studie zur Wirksamkeit dieser nicht-medikamentösen Behandlungsmethoden bei Phantomschmerzen sucht das RUB-Klinikum Bergmannsheil Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer zwischen 18 und 75 Jahren, die unter Phantomschmerzen nach der Amputation einer Hand oder eines Armes leiden. Interessierte Patienten können sich an Dr. Philipp Stude wenden: Tel. 0234/302-3507 (14 - 16 Uhr), E-Mail: schmerztherapie@bergmannsheil.de.

Ursachenbekämpfung statt Symptombehandlung

Beide Therapieansätze, die Spiegeltherapie und die so genannte transkranielle Magnetstimulation (TMS), zielen nicht auf die Symptome, sondern auf die Ursache der Phantomschmerzen. "In zahlreichen EEG- und Kernspintomographie-Studien mit amputierten Patienten konnte eine Veränderung von Gehirnfunktionen festgestellt werden, die für die Verarbeitung von Schmerzempfindung verantwortlich sind", so Studienleiter Dr. Philipp Stude aus der Neurologischen Klinik des Bergmannsheil. Das Ausmaß der Veränderungen steht in einem erkennbaren Zusammenhang mit der Stärke der Schmerzen. "Dabei sind die Areale im Gehirn, in denen die Reize ankommen, bei der amputierten Extremität deutlich kleiner als die der gesunden Gegenseite", so Stude.

Spiegeltherapie und Magnetstimulation

Mit den nicht-medikamentösen Verfahren versuchen die Wissenschaftler, die Veränderungen der Gehirnfunktionen wieder zu normalisieren. Die Spiegeltherapie wird im Bergmannsheil seit zwei Jahren eingesetzt und erzielt in der klinischen Routine zum Teil sehr gute Erfolge. Dabei werden spezielle Übungen an der gesunden Gliedmaße vor einem Spiegel durchgeführt und dem Gehirn auf diese Weise vorgetäuscht, die amputierte Extremität führe die Übungen aus. Bei der transkraniellen Magnetstimulation werden die Gehirnregionen, in denen die Schmerzempfindung gestört ist, direkt durch Magnetimpulse beeinflusst. Für unterschiedliche chronische Schmerzerkrankungen konnte der therapeutische Effekt bereits nachgewiesen werden. Die Studie soll nun die Wirksamkeit der beiden Verfahren erstmals wissenschaftlich belegen. Damit wollen die Forscher gleichzeitig eine alternative, nebenwirkungsarme Therapie für Patienten mit Phantomschmerzen etablieren.

Weitere Informationen

Dr. Philipp Stude, Neurologische Klinik der Ruhr-Universität im Bergmannsheil, Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum, Tel. 0234/302-0, E-Mail: schmerztherapie@bergmannsheil.de, Internet: http://www.bergmannsheil.de/898.0.html

Redaktion: Julia Scharte, Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.bergmannsheil.de/898.0.html
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

nachricht Nutzung digitaler Technologien in der industriellen Produktion führt zu Produktivitätsvorteilen
01.02.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung