Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sopran-Stimmen bevorzugen Bässe

07.05.2010
Eigene Stimme beeinflusst Wünsche an das andere Geschlecht

Frauen mit besonders weiblicher Stimme haben eine Vorliebe für Männer mit tiefer Stimme. Das behaupten zumindest schottische Psychologen in der Zeitschrift "Behavioral Ecology".

Sie ermittelten die Stimmtonhöhe von 113 Studentinnen und ließen sie Tonbeispiele von Männerstimmen bewerten, deren Tonhöhe zuvor künstlich verändert worden war. Der durchgehende Trend, tiefere Männerstimmen als attraktiver zu bewerten, war bei Frauen mit den höchsten Stimmlagen am deutlichsten ausgeprägt.

Eigener Marktwert steuert Präferenz

Die Forscher interpretieren dies so, dass sich Menschen stärker des eigenen "Marktwertes" bewusst werden, sobald sie potenzielle Partner beurteilen. "Vielleicht können attraktive Frauen leichter die Aufmerksamkeit maskuliner Männer auf sich ziehen und bevorzugen daher diesen Männertyp. Das könnte erklären, warum manche Frauen starke und maskuline, andere aber eher gefühlvolle und feminine Partner suchen", spekuliert Studienleiter Benjamin Jones von der Universität Aberdeen http://www.abdn.ac.uk . Das gelte nicht nur für Partnerwahl und Heirat, sondern auch für Teamarbeit, Bewerbungssituationen bis hin zur politischen Wahlentscheidung.

Solche Aussagen stützen die Forscher auf andere Untersuchungen, denen zufolge Frauen mit hoher Stimmlage eher ein Gesicht haben, das von anderen als "attraktiv" eingeschätzt wird. Ebenso würden attraktive Frauen deutlich häufiger Männer mit maskulinem Gesichtszügen - wie längere Kiefer, stärker ausgeprägte Augenbrauen - bevorzugen. Aus Sicht der Evolution könnten solche Merkmale den Frauen Rückschluss auf die Männergesundheit und Chancen auf gesunden Nachwuchs geben. Umgekehrt vermutet man, dass hohe Frauenstimmen durch mehr Östrogen entsteht, was ebenfalls ein Fruchtbarkeits-Indiz sein könnte.

Kritik an den Ergebnissen

Als "sehr interessant" bewertet die Stimmforscherin Vivien Zuta http://www.zpeech.net die Studie gegenüber pressetext. Die Autorin des Buches "Warum tiefe Männerstimmen doch nicht sexy sind" glaubt allerdings nicht, dass Stimmtonhöhe und Bewertung des anderen Geschlechts direkt zusammenhängen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/081204002/ ). "Man wächst heute damit auf, dass man tiefe Männerstimmen für attraktiv hält. Frauen dürften sich aus diesem Grund umso weiblicher empfinden, je tiefere Männerstimmen sie bevorzugen", vermutet Zuta.

Dass eine tiefe Männerstimme automatisch mehr Testosteron bedeutet, sei nicht nachweisbar. "Zwar ist das oft der Fall, jedoch nicht zwingend. Manche Männer mit viel Testosteron haben eine hohe Stimme", so die Stimmtrainerin. Mehrere Details der aktuellen Studie würden die Ergebnisse abschwächen, so etwa der Umstand, dass die Bevorzugung tiefer Stimmen nur im Kontext positiver Aussagen der Tonbeispiele zu beobachten war. Die Stimmtonhöhe lag bei allen gestesteten Frauen innerhalb eines Normalbereichs, zudem habe laut Angaben der Forscher auch die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel gewissen Einfluss gezeigt.

Nicht nur die Stimme macht attraktiv

Auf der Suche nach dem Schlüssel der Attraktivität sind viele - Psychologen, Mediziner oder eben auch Stimmforscher. "Die Disziplinen arbeiten bisher kaum zusammen, was schade ist", beklagt Zuta. Die Stimme spielt laut ihrer Ansicht nicht die wichtigste, jedoch eine herausragende Rolle. "Insgesamt kann man sagen, dass der Mensch viel zu komplex ist, als dass ein einziges Merkmal über die Attraktivität entscheidet. Einiges deutet aber darauf hin, dass man durch eine gute Stimme andere Unsicherheiten kompensieren kann", so die Phonetikerin.

Abstract der Studie unter http://beheco.oxfordjournals.org/cgi/content/abstract/arq051

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.abdn.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften