Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Solarmodule mit Ökostrom produzieren – Studie aus dem Südwesten für brasilianische Solarfabrik gestartet

05.11.2014

Projekt „Green Silicon“: Vertrag für Vorarbeiten am 4. November unterzeichnet. Solar Cluster Baden-Württemberg koordiniert das Vorhaben.

Der brasilianische Bundesstaat Paraná soll eine eigene Photovoltaik-Produktion mit einer Gesamtleistung von jährlich 680 Megawatt bekommen. Der Plan umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von der Siliziumherstellung bis hin zur Produktion von Solarmodulen – und das alles CO2-frei.

Eine Studie aus Deutschland wird jetzt detailliert klären, ob das Solar-Großprojekt mit dem Namen „Green Silicon“ in Südamerika auch wirklich machbar ist. An der Erstellung der Studie beteiligen sich die südwestdeutsche Branchenvereinigung Solar Cluster und drei Forschungsinstitute aus Baden-Württemberg. Am 4. November wurde der Vertrag mit den brasilianischen Partnern im Beisein von Landeswirtschaftsminister Nils Schmid in Stuttgart unterzeichnet.

Die Auftraggeber der Expertise sind der brasilianisch-paraguayische Energieversorger ITAIPU und der Industrieverband FIEP. Brasilien entwickelt sich gerade zu einem wichtigen Markt für die photovoltaische Stromerzeugung. Die Industrie in dem 200 Millionen-Einwohner-Staat will den Markt zu einem großen Teil mit eigenen Solarmodulen beliefern. Aus diesem Motiv ist Green Silicon entstanden.

Ob es auch technisch und finanziell zu stemmen ist, klären seit November die Solar-Cluster-Mitglieder Fraunhofer IPA, Fraunhofer ISE und Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Das Solar Cluster Baden-Württemberg koordiniert die Arbeiten, beteiligt sich an der Marktanalyse und fasst die Ergebnisse zusammen. Im zweiten Quartal 2015 soll das Ergebnis vorliegen.

Begonnen hat das Projekt im Jahr 2013. Der brasilianische Partnerstaat Baden-Württembergs wandte sich an das südwestdeutsche Expertennetzwerk aus Forschung und Wirtschaft. „Die Anfrage und der jetzige Auftrag zeigen, dass Know-how aus Baden-Württemberg gerade bei erneuerbaren Energien besonders gefragt ist“, sagt Solar-Cluster-Geschäftsführer Carsten Tschamber.

„Die Studie wird mit ihren Analysen eine wichtige Entscheidungshilfe für die Wirtschaft und Politik in Brasilien geben und dort die erneuerbare Energieversorgung vorantreiben.“ Werde das Projekt realisiert, folgten sicher auch weitere Aufgaben für die Mitglieder des Solar Clusters, so Tschamber. Das würde Arbeitsplätze in Deutschland sichern und möglicherweise sogar schaffen.

PV-Fabrik am Wasserkraftwerk

Das Vorhaben hat einen ganz besonderen Charme: Die Solarfabrik soll neben dem Wasserkraftwerk mit der weltweit größten Jahresenergieproduktion gebaut werden. Das Kraftwerk des Energieversorgers ITAIPU Binacional liegt an der Grenze zwischen Paraguay und Brasilien und könnte mit einem winzigen Teil des dort gewonnenen Grünstroms die Solarmodule völlig CO2-neutral produzieren.

Die drei baden-württembergischen Forschungsinstitute bringen ihre jeweiligen Kompetenzen ein: Das ZSW hat die Aufgabe, das brasilianische wie auch das weltweite Marktpotenzial zu untersuchen. Weitere Aspekte sind die Analyse der Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekte, die mit dem Aufbau einer regionalen Photovoltaik-Infrastruktur verbunden sind. Das Fraunhofer ISE ist für die Silizium-Photovoltaik, den Produktionsprozess der Solarzellen und die Weiterbildung zuständig.

  Das Fraunhofer IPA als Forschungsinstitut für Produktionstechnik und Automatisierung kümmert sich um die Analyse der Infrastruktur entlang der Wertschöpfungskette, die wirtschaftliche Machbarkeit sowie die ökologische Verträglichkeit des vorgeschlagenen Vorhabens. Die kombinierten Ergebnisse der Partner lassen ein genaues Bild darüber entstehen, ob eine Photovoltaik-Fabrik in dem südamerikanischen Staat sinnvoll ist.

Brasilien verfügt über hervorragende Bedingungen für die Nutzung der Solarenergie. Über das Jahr betrachtet ist die Sonneneinstrahlung bis zu doppelt so hoch wie in Deutschland. Mit der Ausschreibung von knapp 900 MW an Photovoltaik-Kraftwerken Ende Oktober ist der Startschuss für eine rasche Marktentwicklung gefallen. Für deutsche Firmen auf der Suche nach Auslandsmärkten ist das hochinteressant.

Aktuelle Informationen zur Solarenergie gibt es auch auf https://twitter.com/SolarClusterBW

Über das Solar Cluster

Das Solar Cluster Baden-Württemberg e.V. will den finanziellen, ökologischen, industriepolitischen und volkswirtschaftlichen Nutzen der Solarenergie stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Ziel der südwestdeutschen Branchenvereinigung ist zudem das Mitwirken an gesetzlichen Rahmenbedingungen zum weiteren Ausbau erneuerbarer Energien und die Schaffung eines dauerhaften Marktes für die Solarenergie. Auch sollen Forschung und Ausbildung sowie neue Technologien zur Stromspeicherung und Netzintegration vorangebracht werden. Das Solar Cluster vertritt über 40 Mitglieder, neben Industrie und Handwerk der Solarbranche auch Energieunternehmen, Forschungsinstitute und Stadtwerke.

Pressekontakt:

Solar Cluster Baden-Württemberg e.V.
Dr.- Ing. Carsten Tschamber
Tel. +49 (0)711 7870 309
Fax: +49 (0) 711 7870 230
E-Mail: carsten.tschamber@solarcluster-bw.de
Web: www.solarcluster-bw.de


PR-Agentur Solar Consulting GmbH
Axel Vartmann
Tel. +49 (0) 761 38 09 68-23
Fax: +49 (0) 761 38 09 68-11
E-Mail: vartmann@solar-consulting.de
Web: www.solar-consulting.de 

Axel Vartmann | Solar Consulting GmbH

Weitere Berichte zu: Green ISE Silicon Solarenergie Solarfabrik Solarmodule Solarmodulen Wertschöpfungskette ZSW ipa Ökostrom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie