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SOFI-Studie untersucht das Management interorganisationaler (IO) Projekte

21.09.2011
Zwischen der wachsenden Bedeutung wissensintensiver IO-Projekte und empirisch fundierten Erkenntnissen darüber, wie diese Projekte praktisch bewältigt werden, besteht eine Kluft.

Mit Fallstudien in der ITK- und Automobilindustrie schafft jetzt eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Studie des Soziologischen Forschungsinstituts (SOFI) Göttingen Abhilfe. Sie nimmt die Aushandlungsprozesse in und zwischen den beteiligten Unternehmen in den Blick.

Sie begreift die Befähigung zur Selbstorganisation und die informale Strukturierung als herausragende Anforderung an das Management der Projekte.

Die fortschreitende „Projektifizierung“ von Arbeit und Organisation ist ein Merkmal moderner Ökonomien. Zugleich konstatieren internationale Studien einen Trend zur Öffnung von Innovationsprozessen.

Das gilt in besonderer Weise für wissensbasierte Branchen und Unternehmen, die neue Produkte angesichts der erforderlichen Ressourcen, der Vielfalt der zu integrierenden Wissensbestände und Disziplinen und kürzer werdender Innovationszyklen häufig nicht mehr im Alleingang hervorzubringen vermögen. Temporäre F+E-Kooperationen zwischen selbständigen Unternehmen, interorganisationale (IO) Projekte werden damit zu einem relevanten Wettbewerbsfaktor für Unternehmen und Standorte.

In der wissenschaftlichen Literatur zum Projektmanagement dominieren bislang aber normative Konzepte und Bemühungen um eine Perfektionierung der Planung und Steuerung (formalen Strukturierung) von Projekten. Rar sind dagegen Untersuchungen, die sich empirisch fundiert mit der operativen Durchführung und prozessualen und sozialen Aspekten von Projekten beschäftigen. Das trifft in ähnlicher Weise auch für die Beschäftigung mit IO-Kooperationen zu. Schwerpunkt wissenschaftlicher Studien ist hier das Verhältnis von Kooperationsinhalten und -risiken einerseits und den Schlüsselkonzepten Vertrauen und Kontrolle (Macht) andererseits. Von der Wirtschaftstheorie und Managementlehre geleitete Studien spielen über weite Strecken hypothetisch strategische Kooperationskonzepte durch und bleiben dabei in der Regel auf der Makroebene des Kooperationsmanagements und auf der Ebene von Taxonomien.

Im Fokus der Untersuchung des SOFI stehen dagegen die Fragen:

• Wie wird bei wissensintensiven IO-Kooperationen das Handeln praktisch koordiniert, wenn Möglichkeiten hierarchischer Steuerung nur begrenzt zur Verfügung stehen oder nur eingeschränkt praktikabel sind?

• Welche theoretischen und konzeptionellen Perspektiven können einen Beitrag zur besseren Erklärung und zum besseren Verständnis wissensintensiver IO-Kooperationen leisten?

• Welche organisatorischen Bedingungen und Maßnahmen begünstigen und motivieren innovatives Verhalten in IO-Projekten?

Kontakt:
Dr. Peter Kalkowski
Tel.: 0551-52205-34
Mail: peter.kalkowski@sofi.uni-goettingen.de

Namara Freitag | idw
Weitere Informationen:
http://www.sofi.uni-goettingen.de/index.php?id=996

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