Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sicherheitsanalyse: Von Abfalltransporten zum Endlager Konrad geht keine Gefahr aus

11.02.2010
Neue Transportstudie Konrad veröffentlicht

Transporte von radioaktiven Abfällen in das Endlager Konrad bergen keine Gefahr für die Bevölkerung, das Transportpersonal und die Umwelt. Dies gilt einer Sicherheitsanalyse der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) zufolge sowohl für den normalen Transport als auch für den Fall nicht auszuschließender Transportunfälle.

Die "Transportstudie Konrad 2009" bestätigt damit Berechnungen, die bereits 1991 von der GRS im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) durchgeführt worden waren.

Schacht Konrad in Salzgitter ist das erste nach Atomgesetz genehmigte Endlager in Deutschland. Dort sollen schwach- und mittelradioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung eingelagert werden.

"Es ist verständlich, dass viele Anwohner Bedenken gegen Transporte mit radioaktiven Abfällen durch ihre Region haben. Wir neh-men diese Ängste und Befürchtungen ernst", sagte ein BfS-Sprecher. Die Studie wurde angefertigt, um diesen Bedenken Rechnung zu tragen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Abfalltransporte keine Gesundheitsgefahr für die Menschen in der Region bedeuten.

In der Studie wurde mit aktuellen Daten zu Art und Menge der einzulagernden Abfälle sowie zur Transportplanung nach dem Planfeststellungsbeschluss 2002 untersucht, welche Strahlenbelastung in der Region Salzgitter durch die Abfalltransporte selbst und durch nicht auszuschließende Transportunfälle entstehen können. Den Berechnungen liegen sogenannte konservative Annahmen zugrunde. Das bedeutet, dass von ungünstigen Bedingungen wie einem dauerhaften Aufenthalt von Personen an der Transportstrecke bei normalen Transporten ausgegangen wird oder bei Transportunfällen keine Gegenmaßnahmen wie beispielsweise die Dekontamination betroffener Bereiche unterstellt werden.

Für den Transport der Abfälle zeigen die Berechnungen, dass die zu-sätzliche Strahlenbelastung für direkte Anwohner maximal 0,02 Millisievert pro Jahr beträgt. Das sind zwei Prozent des geltenden Grenzwertes von 1 Millisievert. Die zusätzliche Belastung durch die Höhen-strahlung bei einem Flug von Frankfurt nach New York und zurück ist mit bis zu 0,15 Millisievert deutlich größer als der errechnete Höchstwert durch die Transporte. Auch für das Transportpersonal bleibt die Strahlendosis so gering, dass in der Regel keine zusätzlichen Überwachungs- oder Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

Für Transportunfälle mit Güterzügen oder Lkw wurden verschieden schwere und unterschiedlich wahrscheinliche Unfälle untersucht. Demnach könnte statistisch betrachtet alle 260 Jahre ein Unfall passieren, bei dem Radioaktivität austritt. In neun von zehn Fällen bliebe die Strahlenbelastung in 150 Metern Entfernung auch ohne Gegenmaßnahmen unterhalb von 0,02 Millisievert, in 99 von 100 Fällen unterhalb von 0,3 Millisievert. Dabei wird von der Annahme ausgegangen, dass sich eine betroffene Person nicht nur kurzfristig, sondern 50 Jahre lang in diesem Bereich aufhält. Im ungünstigsten Fall, mit dem im statistischen Mittel etwa alle zehn Millionen Jahre zu rechnen ist, könnte die Strahlenbelastung im Abstand von 150 Metern vom Unfallort etwa 8 Millisievert erreichen. Der zur Orientierung herangezogene Störfallplanungswert von 50 Millisievert wird damit deutlich unterschritten. Insgesamt liegen die potenziellen Strahlenbelastungen der aktualisierten Transportrisikoanalyse deut-lich unter den entsprechenden Ergebnissen der Studie von 1991.

Die Studie ist auf der Homepage der GRS unter http://www.grs.de abrufbar.

Anja Schulte-Lutz | idw
Weitere Informationen:
http://www.grs.de
http://www.bfs.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Europas demografische Zukunft
25.07.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie