Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Selbstbeherrschung ist Schlüssel zum Erfolg

26.01.2011
Kompetenz von Dreijährigen entscheidet über späteres Leben

Intelligenz und eine gute soziale Stellung sind zwar günstige Voraussetzungen für Erfolg im Leben, noch entscheidender ist aber die Fähigkeit der Selbstkontrolle.

Zu diesem Schluss kommen Psychologen aus den USA, England und Neuseeland in der Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Science". Sie konnten zeigen, dass die Gewissenhaftigkeit, das Durchhaltevermögen und die Selbstdisziplin von dreijährigen Kindern bereits darauf deuten, wie gesund und wohlhabend sie als Erwachsene sein werden.

Unbeherrschte im Nachteil

Wer sich schon als Kleinkind vergleichsweise schlecht im Zaum hält, hat es zumindest aus Sicht der Statistik später schwerer im Leben. Er leidet öfter an Gesundheitsproblemen, was etwa die Lunge, das Gewicht, der Blutdruck oder die Zähne betrifft, berichten die Forscher. Er ist später häufiger nikotin- oder alkoholabhängig, lebt eher in einer instabilen Beziehung, kommt öfter in finanzielle Nöte und gerät sogar eher ins Fahrwasser der Kriminalität.

Die Forscher um Terrie Moffitt von der Duke University untersuchten dafür 1.000 Bewohner einer Stadt der Jahrgänge 1972 und 1973, die man bereits in ihren ersten zehn Lebensjahren auf Selbstkontrolle getestet hatte. Im Alter von 32 Jahren wurden dieselben Personen nochmals untersucht, wobei neben der Gesundheit auch ihre finanzielle Situation und das Aufscheinen im Strafregister berücksichtigt wurden. Der Zusammenhang zeigte sich unabhängig von der Intelligenz des Kindes oder vom Vermögen der Eltern.

Kontrolle spielerisch lernen

"Selbstkontrolle umschreibt wichtige Kompetenzen, die man im Leben braucht. Dazu gehört etwa, sich in Gruppen eingliedern zu können, sich Ziele zu setzen, planvoll vorzugehen, spontane Impulse zu kontrollieren sowie die Steuerung von Emotionen und Aufmerksamkeit", erklärt die Sportwissenschaftlerin Sabine Kubesch im pressetext-Interview. Kubesch leitet ein vom Ulmer Transferzentrum für Neurowissenschaften und der Firma Wehrfritz getragenes Projekt http://www.fex-znl.de , das sich der Förderung der Selbstregulation in der Grundschule widmet.

Die gute Nachricht der Studienautoren: Selbstkontrolle kann man auch noch später erwerben. Denn Kinder, die diesen Rückstand später aufholten, schnitten später besser ab als man vermuten könnte. Hier setzt auch Kubesch mit ihrem Team an und sucht nach Trainingsmöglichkeiten. "Die Vermittlung gelingt am besten spielerisch, etwa durch planvolle Rollenspiele, Musikstopp-Spiele oder durch das Einüben und Einhalten von Zuhör- und Sprechphasen. In Streitsituationen kann man Kinder ein Zeitlimit setzen lassen, nach dem sie zum Beispiel anderen ein begehrtes Spielzeug weitergeben", so die Expertin.

Sport macht disziplinierter

Entspannungsübungen fördern diese Kontrollfähigkeit, besonders jedoch auch Sport und Bewegung. "Körperlich fitten Kinder gelingt es besser, ihr Verhalten und ihre Aufmerksamkeit zu steuern. Genügend Möglichkeiten zur Bewegung sind deshalb wichtig", erklärt Kubesch. Insgesamt gilt jedoch: Je früher man Selbstkontrolle lernt, desto fester ist sie im Lebensverlauf verankert, was viele Vorteile bringt. "Selbstregulation ist sowohl für die Schuleignung als auch für die Lernleistung in den Bereichen Sprache und Mathematik entscheidend."

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.duke.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics