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Schwestern machen Familien glücklicher

03.04.2009
Expertin kritisiert Rückfall in alte Rollenklischees

Schwestern sorgen für Heiterkeit, Brüder hingegen für das Gegenteil. Zu diesem Schluss kommen Forscher um Tony Cassidy von der Ulster University beim Treffen der British Psychological Society in Brighton.

Insgesamt haben die Wissenschaftler 571 Personen im Alter von 17 bis 25 Jahren über ihr Leben befragt. Das Ergebnis war, dass jene, die mit Schwestern in einer Familie aufwuchsen, glücklicher und ausgeglichener waren. Das Psychologenteam kommt zum Schluss, dass Töchter in Familien alle Familienmitglieder offener machen. Dadurch werden sie eher bereit über Emotionen zu sprechen.

Der Einfluss der Mädchen war vor allem dann sehr wichtig, wenn es um Familienkrisen wie etwa Scheidungen oder Trennungen ging. Während der Studie mussten die Probanden psychologische Fragebogen ausfüllen, in denen sie nach ihrer Lebenseinstellung und allfälligen psychischen Problemen gefragt wurden. "Schwestern scheinen in der Lage zu sein, eine offenere Kommunikation und dadurch einen stärkeren Zusammenhalt der Familie zu fördern", so Cassidy.

Umgekehrt scheinen Brüder den umgekehrten Effekt zu haben. "Emotionale Äußerungen sind fundamental für eine gute psychische Gesundheit. Schwestern sind in der Lage das zu unterstützen", erklärt der Psychologe. Viele der Befragten kämen aus Familien, in denen die Eltern getrennt waren und die Präsenz der Mädchen dadurch noch deutlicher ausgezeichnet war.

Die klinische Psychologin Caroline Erb sieht die Studienergebnisse kritisch. "Man sollte vorsichtig sein, um nicht in Rollenklischees zu verfallen", so die Wissenschaftlerin im pressetext-Interview. Dass gewisse soziale Kompetenzen Mädchen zugeschrieben werden, stimme, weil es tendenziell wohl so vorkomme. "Mädchen werden nach außen öfter als sozial angepasst beschrieben. Zudem sind sie besser in der Lage Emotionen zu artikulieren", so Erb. Von generellen Rückschlüssen auf das Verhalten will Erb aber nichts wissen. "Ein Charakter ist immer eine Summe aus Anlage und Umwelt.

Das heißt, dass das, was die Eltern ihren Kindern vermitteln, sehr wichtig ist. Die ersten drei Lebensjahre sind beispielsweise für das Bindungsverhalten im zukünftigen Leben eines Kindes ausschlaggebend." Es sei aber auch unbestritten, dass der Charakter von Buben und Mädchen anders ist. Das manifestiere sich etwa in der Verschiedenheit beider Geschlechter mit Konflikten umzugehen, so Erb abschließend gegenüber pressetext.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ulster.ac.uk

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