Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schwellenländer auf Einkaufstour in Europa

10.02.2009
PwC-Studie: Investoren aus Schwellenländern geben 2008 Rekordsumme für westeuropäische Unternehmen aus / Finanzkrise schafft Kaufgelegenheiten / China verstärkt Engagement deutlich

Investoren aus Asien, dem Mittleren Osten und anderen aufstrebenden Wirtschaftsregionen haben sich 2008 in mehr westeuropäische Unternehmen eingekauft denn je.

Während die Finanzkrise im vergangenen Jahr die Zahl der Übernahmen und Fusionen (Mergers and Acquisitions, M&A) weltweit deutlich sinken ließ, erwarben Käufer aus den Emerging Economies 256 Unternehmensbeteiligungen in Westeuropa.

Das Transaktionsvolumen kletterte auf den Rekordwert von über 45 Milliarden Euro, wie aus der Studie "Eastern Approaches - Maximising Success with Emerging Market Acquirers" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor geht. Im Jahr 2007 waren 188 Transaktionen im Wert von 37,5 Milliarden Euro zu verzeichnen, 2006 lag das M&A-Volumen aus 151 Beteiligungen und Übernahmen erst bei gut 19 Milliarden Euro.

Für 2009 prognostizieren die PwC-Experten, dass die Bedeutung von Investoren aus den Emerging Economies in einem insgesamt schwächeren Marktumfeld weiter steigt. "Westeuropa bietet kapitalstarken Investoren, die auch in einem schwierigen Marktumfeld Potenzial sehen, derzeit ausgesprochen günstige Einstiegsbedingungen, denn der Bieterwettbewerb ist wegen der herrschenden Kreditknappheit nur schwach. Zudem drückt der Konjunkturabschwung das Preisniveau", kommentiert Werner Suhl, Leiter Corporate Finance bei PwC und M&A-Experte.

Investoren aus China holen auf

Käufer aus dem Mittleren Osten führen die Rangliste der Investoren aus Schwellenländern nach wie vor an. Allerdings haben insbesondere chinesische Unternehmen ihr Engagement in Westeuropa deutlich verstärkt. So entfielen im Jahr 2008 fast 30 Prozent der Investitionssumme aus den Emerging Economies auf chinesische Bieter, während deren Anteil im Jahr 2006 erst bei rund elf Prozent lag.

Investoren aus dem Mittleren Osten stellten 2008 zwar mehr Kapital bereit als 2006, ihr Anteil am Gesamtvolumen sank jedoch von annähernd 60 auf knapp 40 Prozent.

Die Motive für Zukäufe in Westeuropa sind vielfältig. "Chinesische Investoren wollen sich vor allem Know How und Technologien sichern, während indische Unternehmen häufig Expansionsmöglichkeiten suchen, nachdem sie sich auf ihren Heimatmärkten als feste Größen etabliert haben. Für Anleger aus Russland sowie den Ölstaaten des Mittleren Ostens sind eher prestigeträchtige Akquisitionen typisch", erläutert Suhl.

UK zieht das meiste Kapital an

Die attraktivste Zielregion für Investoren aus Schwellenländern war zwischen 2003 und 2008 das Vereinigte Königreich. Hierher flossen fast 60 Prozent der Kaufsumme. Mit deutlichem Abstand folgen Frankreich und die Schweiz mit zehn bzw. sieben Prozent des Transaktionsvolumens. Deutschland erreicht mit einem Anteil von sechs Prozent den vierten Rang.

Gemessen an der Zahl der Beteiligungen liegen die westeuropäischen Zielländer näher beieinander. Auf Großbritannien entfielen in den vergangenen fünf Jahren 33 Prozent der Zukäufe von Investoren aus Schwellenländern, auf Deutschland 19 Prozent und auf Frankreich 10 Prozent. Dabei haben deutsche Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren stetig an Attraktivität gewonnen. Waren 2003 erst 18 neue Beteiligungen von Investoren aus Schwellenländern zu verzeichnen, gab es im vergangenen Jahr 46 Neuengagements.

Kulturelle Unterschiede bergen Konfliktpotenzial

Die stetig steigenden Investitionen dürfen europäische Unternehmen jedoch nicht über die besonderen Herausforderungen hinwegtäuschen, die bei der Zusammenarbeit mit Kapitalgebern aus Emerging Economies zu erwarten sind. Der "12th Annual Global CEO Survey" von PwC identifiziert unterschiedliche Unternehmens- und Managementkulturen als mit Abstand häufigste Probleme bei grenzüberschreitenden M&A-Transaktionen. Dies gilt verstärkt, wenn Investoren aus Schwellenländern involviert sind.

"Hierarchien und Entscheidungsabläufe sind in Unternehmen aus den Emerging Economies häufig komplex und für europäische Verhandlungspartner schwer zu durchschauen. Beispielsweise fallen wichtige Entscheidungen mitunter nicht auf den dafür anberaumten Konferenzen, sondern bei eher informellen Treffen. Für den erfolgreichen Abschluss einer Transaktion sind daher genaue Kenntnisse über Ziele, Strategien und nicht zuletzt den finanziellen Hintergrund des potenziellen Investors unerlässlich", betont Suhl.

Karim Schäfer | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.pwc.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen