Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schweizer Spitalpflege gehört zur «Top Liga»

20.05.2011
Patientinnen und Patienten sind mit der pflegerischen Betreuung in schweizerischen Spitälern sehr zufrieden.

Pflegefachpersonen haben eine hohe Arbeitszufriedenheit und registrieren eine sehr gute Qualität der Arbeitsumgebung. Zu diesen Ergebnissen kommt eine europäische Vergleichsstudie mit Beteiligung der Universität Basel. Zudem belegt die Studie, dass die Faktoren Pflegefachpersonalstellen pro Patient und Qualität der Arbeitsumgebung Auswirkungen auf die Mortalitäts- und Komplikationsraten bei Patienten haben, und Investitionen in die Pflege und Arbeitsumgebung die Patientensicherheit steigern, ein Abbau hingegen grössere Risiken und Qualitätsverlust bedeutet.

Die EU-Studie RN4CAST
Die Studie RN4CAST (Nurse forecasting in Europe), die auf den Zeitraum 2009 bis 2011 angelegt ist, wird über ein EU-Forschungsprogramm finanziert. Beteiligt sind elf europäische und vier aussereuropäische Länder. Die Projektleitung für den schweizerischen Teil der Studie obliegt Prof. Dr. Sabina De Geest vom Institut für Pflegewissenschaft an der Medizinischen Fakultät der Universität Basel. Auf der gesundheitspolitischen und berufspolitischen Ebene sind wichtige Institutionen und Vereinigungen als Stakeholder einbezogen.

Die Schweiz schneidet im Quervergleich mit elf anderen europäischen Ländern hinsichtlich der Qualität der pflegerischen Betreuung sehr gut ab und nimmt bei einigen Parametern einen Spitzenplatz ein. So bestätigten 58 Prozent der befragten Patientinnen und Patienten in der Schweiz ihre Zufriedenheit. Der europäische Durchschnitt liegt bei 48 Prozent. Auch bei Komplikationen und Zwischenfällen bei Patientinnen und Patienten wie zum Beispiel Druckgeschwüren weist die Schweiz mehrheitlich bessere Resultate auf als der europäische Durchschnitt. Die Studie hat zudem ergeben, dass der Anteil von Pflegefachpersonen, die mit ihrer Arbeit unzufrieden sind oder eine hohe emotionale Erschöpfung aufweisen, in der Schweiz deutlich tiefer liegt als in den meisten anderen europäischen Ländern. Allerdings bestehen innerhalb der Schweiz zwischen den 35 einbezogenen Spitälern sehr grosse Unterschiede. Diese hohe Variabilität in den gemessenen Parametern stimmt nachdenklich und erfordert seitens der Spitäler mit vergleichsweise schlechteren Ergebnissen geeignete Interventionen.

Investitionen in die Arbeitsumgebungsqualität verbessern die Patientensicherheit
Das gute Abschneiden der Schweiz im internationalen Vergleich belegt, dass sich die Investitionen der Schweizer Spitäler in eine gute Arbeitsumgebungsqualität wie angemessene Stellenbesetzung und Ausbildungsniveau, eine gute Zusammenarbeit zwischen Pflegenden und Ärzten und ein unterstützendes Pflegemanagement bewähren und zu den guten Ergebnissen beigetragen haben. Internationale Daten und erste Auswertungen der Studie zeigen ferner, dass eine tiefere Anzahl Patienten pro Pflegefachperson sowie eine bessere Arbeitsumgebungsqualität mit tieferen Mortalitäts- und Komplikationsraten (z. B. Stürze, Druckgeschwüre, Infektionen) verbunden sind. Für die Schweiz zeigten Daten der (der RN4CAST Studie vorangegangenen) RICH Nursing-Studie bereits einen Zusammenhang zwischen nicht genügenden Ressourcen in der Pflege und höheren Komplikations- und Mortalitätsraten bei Patienten.
Die richtige Strategie gegen den Pflegenotstand ist gefunden
Wie die internationalen Daten weiter zeigen, sind Investitionen in die Arbeitsumgebungsqualität die richtige Strategie, um das Pflegefachpersonal am Arbeitsplatz zu halten. Eine gute Arbeitsumgebungsqualität und Stellenbesetzung sind künftig ausschlaggebend, dass genügend Menschen für einen Pflegeberuf gewonnen werden können. Angesichts des bevorstehenden Pflegepersonalmangels und des steigenden Personalbedarfs ist die Attraktivität der Arbeitsplätze entscheidend.
Hervorragende Ausgangslage zur Mitgestaltung der Gesundheitsversorgung
Die Ergebnisse der RN4CAST Studie zeigen, dass die Pflege in der Schweiz hervorragend positioniert ist, um die kommenden Herausforderungen für die Gesundheitsversorgung anzupacken. Pflegefachpersonen und vor allem auch akademisch ausgebildete Pflegende können einen wesentlichen Beitrag leisten und zur innovativen Kraft im nationalen Gesundheitswesen werden, beispielsweise wenn es um die Entwicklung neuer Versorgungsmodelle für chronisch Kranke geht.
Weitere Auskünfte
Prof. Dr. Sabina De Geest, Leitung EU Studie RN4CAST, Schweizer Teil, Vorsteherin Institut für Pflegewissenschaft der Universität Basel, Bernoullistrasse 28, 4056 Basel, Natel: 079 374 10 81, Freitag von 13 bis 19 Uhr. Für Terminvereinbarungen: E-Mail: sabina.degeest@unibas.ch

Hans Syfrig Fongione | idw
Weitere Informationen:
http://www.unibas.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten

„Carmenes“ findet ersten Planeten

18.12.2017 | Physik Astronomie

Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

18.12.2017 | Physik Astronomie