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Schneller Ausbau erneuerbarer Energien ist bezahlbar

24.11.2008
Neue Studie der Energy Watch Group zeigt: Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist mit moderaten Investitionen möglich. Neue Atomkraftwerke werden nicht benötigt.

Der Ausstieg aus der fossil-nuklearen Energieversorgung ist finanziell mit überschaubaren Investitionen machbar. Zu diesem Schluss kommen die Autoren der neuen Studie "Renewable Energy Outlook 2030".

Bis 2030 könnten mindestens zwischen 17 % und 30 % des weltweiten Strom- und Wärmebedarfs aus regenerativen Quellen gedeckt werden. Der dazu notwendige jährliche Investitionsbedarf wird zu diesem Zeitpunkt zwischen 62 Euro bis 124 Euro pro Kopf der Weltbevölkerung erreichen.

Insgesamt bewegen sich die erforderlichen Investitionen zwischen 510 Milliarden Euro und 1.021 Milliarden Euro jährlich, je nach Geschwindigkeit des Ausbaus. Zum Vergleich: Im Jahr 2005 wurden weltweit rund 800 Milliarden Euro für Rüstung ausgegeben, 120 Euro pro Kopf der Weltbevölkerung. Für Investitionen in die Kultur gibt Deutschland zurzeit rund 100 Euro pro Bürger aus.

Die aktuelle Studie bezieht die Kostenverringerung der Technologien durch massenhaften Ausbau der Kapazitäten ebenso ein, wie die unterschiedliche Entwicklung in den verschiedenen Weltregionen. Sie kommt zu einer optimistischeren und vor allem realistischeren Einschätzung als die Internationale Energieagentur (IEA) in ihren Szenarien aus dem Jahr 2006 (World Energy Outlook). Sie beweist: Anders als von vielen Wissenschaftlern angenommen, können die Kapazitäten zur Erzeugung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien weltweit deutlich kostengünstiger ausgebaut werden. In den OECD-Ländern könnte der Stromverbrauch zu mehr als die Hälfte (54 %) und der Wärmebedarf zu 13 % aus regenerativen Quellen gedeckt werden. Die größten Investitionen müssen in Asien getätigt werden, wo auch die meisten Menschen leben, allen voran China, Indien und Südostasien.

2030 wird die Erdbevölkerung auf acht Milliarden Menschen angewachsen sein. Bei ihrer Versorgung mit elektrischem Strom werden Windkraft, Wasserkraft und die Photovoltaik an Bedeutung gewinnen, je nach regionaler Verfügbarkeit von Wasser, Wind und Sonne. In der Wärmeversorgung spielen vor allem die Systeme zur Kraft-Wärme-Kopplung und die Solarkollektoren die tragende Rolle.

Die Studie "Renewable Energy Outlook 2030" analysiert zwei Szenarien des Ausbaus erneuerbarer Energien - eine untere und eine obere Variante. Die Versorgung mit Treibstoffen wurde nicht betrachtet. Es geht ausschließlich um elektrischen Strom und - mit gewissen Einschränkungen - um Wärme. Eingeflossen sind Technologiekosten, Lernkurven bei den Herstellungskosten, geplante Investitionen, die unterschiedliche Wirtschaftskraft der Weltregionen, verfügbare Potenziale für erneuerbare Energien und der Verlauf des Wachstums. Die Analyse wurde von Stefan Peter (Institute für Sustainable Solutions and Innovations, ISUSI) und Dr. Harry Lehmann im Auftrag der Energy Watch Group verfasst.

Die Studie "Renewable Energy Outlook 2030" ist im Internet abrufbar unter http://www.energywatchgroup.org/Renewables.52.0.html (Download auch unter www.isusi.de, www.solarmissionpossible.info)

Für Rückfragen und Interviewanfragen stehen Ihnen die Autoren gern zur Verfügung: Dr. Harry Lehmann, Telefon 0172 594 2433, E-Mail: harrylehmann@arcor.de Stefan Peter, Telefon 0178 473 2235, E-Mail: sp@isusi.de

Die Energy Watch Group (EWG) wurde auf Initiative internationaler Parlamentarier gegründet. Träger ist die Ludwig-Bölkow-Stiftung. In diesem Projekt analysieren Wissenschaftler die Verfügbarkeit fossiler und regenerativer Energienträger auf der Grundlage geologischer, technologischer und ökonomischer Fakten -- unabhängig von Einzelinteressen aus Politik und Wirtschaft. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden über Medien und Politik der Öffentlichkeit der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

| Cortex Press
Weitere Informationen:
http://www.energywatchgroup.org
http://www.isusi.de
http://www.solarmissionpossible.info

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