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Schmerzmittel können Alzheimer nicht verhindern

23.04.2009
Häufige Einnahme steigert Demenz-Risiko um 66 Prozent

Schmerzmittel wie Ibuprofen können eine Alzheimer-Erkrankung nicht verhindern. Ausgeschlossen ist aber nicht, dass diese Medikamente den Ausbruch der Krankheit verzögern könnten.

Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Washington gekommen. Frühere Studien hatten Hoffnungen geweckt, dass nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAIDs) eine präventive Wirkung haben könnten. Die aktuelle Studie wies jedoch nach, dass das Demenz-Risiko bei Menschen um 66 Prozent höher war, die viele dieser Medikamente einnahmen. Details der Studie wurden in dem Fachmagazin Neurology veröffentlicht.

NSAIDs werden bei der Behandlung von Schmerzen durch Erkrankungen wie Arthritis eingesetzt. Eine amerikanische Studie ergab laut BBC vergangenes Jahr, dass jene Teilnehmer, die Ibuprofen mehr als fünf Jahre einnahmen, um 40 Prozent weniger wahrscheinlich an Alzheimer erkrankten. An der Studie hatten fast 250.000 Veteranen teilgenommen. Die aktuelle Studie konzentrierte sich auf 2.736 Personen, die zu Beginn der zwölf Jahre Laufzeit durchschnittlich 75 Jahre alt waren. Der leitende Wissenschaftler Eric Larson betonte, dass man gehofft habe, eine schützende Wirkung nachweisen zu können. Leider sei das jedoch nicht möglich gewesen. Aus diesem Grund gebe es für diese Altersgruppe keine Grundlage dafür, dass diese Art von Schmerzmitteln zur Alzheimer-Prävention eingesetzt werden sollte.

Sein Kollege John Breitner ergänzte, dass der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Studien darin bestehe, dass die Teilnehmer älter gewesen seien. Seit einiger Zeit wurde angenommen, dass NSAIDs das Einsetzen der Erkrankung verzögern könnten. Daraus folgte, dass Studien mit jüngeren Teilnehmern weniger Alzheimer-Erkrankungen haben würden, Studien mit älteren mehr. Nicht ignoriert werden dürfte, dass das Demenz-Risiko bei Menschen, die NSAIDs einnehmen, steigt. Es seien jedoch weitere Studien erforderlich, um die aktuellen Forschungsergebnisse vollständig zu verstehen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://uwmedicine.washington.edu

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