Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlechte Schülerinnen neigen zu Frauenberufen

24.04.2012
Mädchen aus höheren Schichten wollen häufiger einen Männerberuf ergreifen

Leistungsschwache Mädchen streben eher Frauenberufe an, die in Deutschland schlechter bezahlt sind als Männerberufe. Dagegen wollen Mädchen, die gute Mathematiknoten haben oder aus sozial höheren Schichten kommen, häufiger einen Männerberuf ergreifen.

Zu diesem Ergebnis kommen Kathrin Leuze und Marcel Helbig vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Sie haben untersucht, warum sich Mädchen und Jungen für geschlechts(un)typische Berufe interessieren.

Weil Mädchen die Anforderungen in typisch weiblichen Berufen anscheinend geringer einschätzen, neigen gerade die schlechtesten Schülerinnen zu Frauenberufen. Dieses Muster zeigt sich bei Jungen nicht. Mit besseren Deutschnoten streben sie eher einen Frauenberuf, mit guten Mathematiknoten häufiger einen Männerberuf an.

Einen „Informationsvorsprung“ sehen die Forscher als Ursache, dass Mädchen aus ökonomisch bessergestellten Elternhäusern öfter einen Männerberuf ergreifen möchten. Deren Eltern kennen die unterschiedliche Bezahlung bestimmter Berufe gut und geben ihr Wissen an die Kinder weiter. Auch weil in diesen Familien eher moderne Geschlechterrollen vermittelt werden, streben die Töchter seltener Frauenberufe an. Zudem neigen Mädchen eher zu Männerberufen, wenn sie vom Vater mehr Informationen über diese Berufe erhalten. Das Vorbild der Mutter hat bei der Berufswahl der Mädchen weniger Einfluss als vermutet. Jungen orientieren sich klar am Vater.

Keinen nachweisbaren Einfluss auf die Berufswünsche haben die Angebote an Schulen, Mädchen männliche Berufe näherzubringen. Die Vorstellung, dass punktuelle Maßnahmen wie der Girls’- und Boys’Day das Berufswahlverhalten beeinflussen könnten, sei im Spiegel dieser Ergebnisse nicht haltbar, schreiben die Wissenschaftler.

Die Studie basiert auf den Daten von 16.144 15-jährigen Mädchen und Jungen aus der PISA-Ergänzungsstudie 2006.

Die Ergebnisse sind unter dem Titel „Ich will Feuerwehrmann werden!“ in Heft 1/2012 der „Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie“ erschienen.

Zum Abstract des Artikels: http://www.uni-koeln.de/kzfss/archiv12-14/ks121abs.htm#Aufsatz4

Pressekontakt

Prof. Kathrin Leuze
Leiterin Projektgruppe Nationales Bildungspanel
fon: 030 254 91 526
kathrin.leuze@wzb.eu

Claudia Roth
Pressestelle
fon: 030 254 91 510
claudia.roth@wzb.eu

Dr. Paul Stoop | idw
Weitere Informationen:
http://www.wzb.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher entwickeln Unterwasser-Observatorium

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

HIV: Spur führt ins Recycling-System der Zelle

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0

07.12.2016 | Informationstechnologie