Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlechte Führung macht Hunde aggressiv

28.04.2009
Rasse weniger entscheidend als Verhalten des Besitzers

Wer seinen Hund schlecht führt, gerät viel eher in Gefahr, ein aggressives Tier heranzuziehen. Das berichten Tiermediziner der Universität Cordoba im Journal of Animal and Veterniary Advances. Sie suchten bei einer großen Anzahl verschiedener Hunderassen nach Faktoren, die am Entstehen aggressiven Verhaltens bei den Tieren beteiligt sind, und fanden die Hauptschuld bei den Besitzern.

"Aggressives Verhalten kommt am ehesten bei Besitzern vor, die keine Vorerfahrung in der Hundehaltung haben, die ihre Tiere nicht schulen, sie übermäßig verwöhnen und es verabsäumen, ihnen Grenzen zu zeigen oder genügend Zeit zu widmen", so Studienleiter Joaquín Pérez-Guisado. Auch die Kastration weiblicher Hunde, die Anschaffung als Geschenk oder die Haltung als Wachhunde könne aggressives Verhalten begünstigen. Seitens des Hundes sei der Gesundheitszustand für das Verhalten bedeutend. "Rasse, Alter, Geschlecht und Größe des Hundes geben hingegen weit weniger Ausschlag", so der spanische Forscher.

"Aggressives Verhalten ist bei Hunden normal, denn sie zeigen dadurch, dass ihnen etwas nicht passt", betont die Tierärztin und Tierverhaltenstherapeutin Heidi Bernauer-Münz im pressetext-Interview. Bemerkbar mache sich dieses Missfallen auf verschiedenste Weise. "Hunde besitzen eine gesamte Klaviatur von Ausdrucksformen, die von Keuchen und Knurren bis zu Schnappen und kräftigem Zubeißen reichen."

Als häufigen Auslöser unerwünschten Verhaltens sieht Bernauer-Münz das mangelnde Verstehen der Hundesprache seitens des Besitzers. "Hunde werden oft als böse Hunde abgestempelt, weil der Besitzer bestimmte Angstsignale nicht versteht. Doch wenn sich das Tier in die Enge getrieben fühlt, schnappt es leicht zu und lernt damit für die nächste ähnliche Situation. Damit es nicht dazu kommt, sollte man Zeichen wie etwa das Zurückweichen des Tieres vor einer fremden Person rechtzeitig erkennen und dem anderen signalisieren, dem Tier nicht zu nahe zu kommen", empfiehlt Bernauer-Münz.

Da aggressive Verhaltensweisen angelernt seien, könne man sie dem Tier auch wieder abgewöhnen, so die Wetzlarer Tierärztin. Das erfordere jedoch stets die Suche nach den Ursachen des Fehlverhaltens. "Erst nach einer Diagnose kann entschieden werden, ob eine Verhaltenstherapie oder vielmehr eine medizinische Behandlung notwendig ist. Denn in den meisten Fällen gehen Verhaltensstörungen auf Kopf- und Gelenkschmerzen, Humpeln oder hormonelle Probleme zurück", betont Bernauer-Münz. Die Verhaltenstherapie könne hingegen Fehler der Kommunikation korrigieren. "Da immer weniger Hunde in Hundeschulen trainiert werden, nehmen auch die Missverständnisse zu. Viele Besitzer glauben, ihren Hund auf 'Sitz!' oder 'Platz!' trainiert zu haben, dabei beobachten die Tiere oft nur die Körpersprache." Gewalt sei selbst für aggressive Hunden kein geeignetes Erziehungsmittel, warnt die Tierärztin. "Aggressionen gegen den Hund machen auch aggressiv, zudem erhöhen sie das Risiko, selbst gebissen zu werden. Ebenso sollte man darauf achten, Tiere nicht grundlos zu verwöhnen."

Für die Studie hatten die spanischen Tiermediziner über 700 männliche und weibliche Hunde untersucht, die großteils reinrassig waren. Darunter befanden sich einerseits Hunde, die als aggressiv gelten, wie etwa Bull Terrier, deutsche Schäferhunde, Boxer, Rottweiler oder Doberman. Die Ergebnisse dieser Beobachtung verglich man mit derjenigen von scheinbar gutmütigeren Arten, die jedoch auch dominantes Verhalten aufzeigen, wie etwa Dalmatiner, Irish Red Setter, Golden Retriever, Labrador Retriever, Zwergpudel, Chihuaha und Pekinese.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uco.es

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit