Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schizophrenie: Oft diskriminieren Nahestehende

21.01.2009
Eigene Erwartungen sind viel negativer als wirkliche Erlebnisse

Menschen mit Schizophrenie erfahren Diskriminierungen eher von jenen, die ihnen am nächsten stehen, als durch Arbeitgeber oder Amtspersonen. Zu diesem Ergebnis ist eine weltweite Umfrage des King's College London gekommen.

Fast die Hälfte der 730 Befragten berichtetet von negativem Verhalten seitens von Verwandten und Freunden nach dem Erhalt der Diagnose. Rund ein Drittel berichtete von Problemen beim Suchen oder Behalten eines Jobs. Laut der in The Lancet veröffentlichten Studie sind diese Erfahrungen in allen 27 beteiligten Ländern erstaunlich einheitlich.

Das Sample wurde aus Ländern der ganzen Welt zusammengestellt. Dazu gehörten Länder in West- und Osteuropa genauso wie Indien, Malaysia und die Vereinigten Staaten von Amerika. Rund 25 Menschen in jedem Land, die als ausreichend "repräsentativ" galten, wurden in persönlichen Gesprächen befragt. Sie wurden gebeten, ihre Behandlung in verschiedenen Bereichen zu beurteilen. Die Bandbreite erstreckte sich dabei von persönlichen Beziehungen bis hin zum Abschluss einer Versicherung oder der Aufnahme eines Kredits.

Rund 47 Prozent der Teilnehmer berichteten von Diskriminierung beim Kennenlernen neuer Freunde und beim Aufrechterhalten von bestehenden Freundschaften. Rund 43 Prozent hatten ähnliche Probleme in der Familie erlebt. Die Erwartung einer Diskriminierung war jedoch größer als die tatsächliche Erfahrung. Fast 60 Prozent der Befragten erwarteten eine negative Behandlung durch den Partner. Weniger als 30 Prozent erlebten sie jedoch auch, wenn sie eine innige oder auch nur eine sexuelle Beziehung eingingen. Mehr als 60 Prozent hatten erwartet, bei der Arbeitssuche bis zu einem gewissen Grad diskriminiert zu werden. Auch in diesem Bereich erlebten weniger als 30 Prozent diese Erfahrung tatsächlich.

Der leitende Wissenschaftler Graham Thornicroft betonte laut BBC, dass die Kluft zwischen Erwartungen und der Realität kein Anlass zum Feiern sei. "Die Antizipation einer Diskriminierung bedeutet, dass Menschen gar nicht einmal versuchen, Arbeit zu finden. Arbeitgeber müssen mehr tun, um zu zeigen, dass sie Menschen mit mentalen Problemen wirklich beschäftigen wollen." Es sei jedoch nicht nur eine Frage der Rechtsprechung, vielmehr müsse sich die Haltungen der Menschen ändern. Alle Forschungsergebnisse zeigten, dass die Reaktionen der Menschen auf Personen mit mentalen Problemen das Zurechtkommen mit der Krankheit viel schwerer machen kann.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.kcl.ac.uk
http://www.thelancet.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften