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Schere zwischen Arm und Reich immer größer

21.01.2009
Fallende Einkommen und Altersarmut belasten Ostdeutschland

Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich in Deutschland zwischen 2002 und 2007 stark geöffnet. Dabei haben sich auch die regionalen Unterschiede zwischen Ost und West weiter zugespitzt.

Vor allem der Vermögensrückgang der mittleren Altersschichten in den neuen Bundesländern ist besorgniserregend. Handelt die Politik nicht rechtzeitig, wird insbesondere die Altersarmut in Ostdeutschland in naher Zukunft deutlich zunehmen. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. "Im Osten liegt eines der Hauptprobleme in der hohen Arbeitslosigkeit.

Diese führt dazu, dass bestehendes Vermögen aufgezehrt wird und die Spartätigkeit vor allem für den Renteneintritt sehr gering ist", erläutert DIW-Wissenschaftler Joachim Frick auf Nachfrage von pressetext.

Die Untersuchung verdeutlicht diese Einschätzung vor allem in Hinblick auf die Entwicklung der Nettovermögen in der Bundesrepublik. Seit 2002 stiegen diese in Westdeutschland um gut elf Prozent, während sie im Osten des Landes um knapp zehn Prozent gesunken sind. Wird die Inflation mitberücksichtigt, dann verschmälerte sich der Wert der privaten Vermögen in Ostdeutschland sogar um 17 Prozent.

"Die Entwicklung ist dramatisch und muss gegenwärtig mit Sorge betrachtet werden. Neben der hohen Arbeitslosenquote kommt auch die Situation bei ostdeutschen Immobilien hinzu. Der Wert der selbstgenutzten Gebäude brach aufgrund der schlechten Standortfaktoren drastisch ein. Und das, obwohl selbstgenutzte Immobilien zur wichtigsten Anlageform in Deutschland zählen", merkt Frick im Gespräch mit pressetext an.

Stieg der Durchschnittswert von Immobilien in Westdeutschland im Untersuchungszeitraum um rund 6.000 auf 154.000 Euro, fiel er in Ostdeutschland dagegen um etwa 7.000 auf 80.000 Euro. Mit Blick auf die künftige Alterssicherung kommen die Insider zu einem ernüchternden Fazit. Bei den mittleren Altersgruppen von 35 bis 65 Jahren wird für die neuen Bundesländer ein massiver Rückgang der Vermögensbildung befürchtet. Ersten Schätzungen nach soll sich dieser je nach Altersgruppe auf 7.000 bis 14.000 Euro belaufen. Im Westen ist dieser Anteil seit 2002 hingegen rückläufig. Brisant ist auch die Einkommensentwicklung, da die untere Hälfte der deutschen Bevölkerung bei der Vermögensbildung auf der Stelle tritt. "Vereinfacht kann man auch sagen, dass die Reichen reicher und die Armen ärmer werden", erklärt Frick.

Die Vermögenszuwächse fielen umso höher aus, je größer das vorhandene Vermögen bereits vorher war. Die Vermögensungleichheit nimmt angesichts der Arbeitsmarktsituation weiter zu. Während mehr als ein Viertel aller Erwachsenen im Betrachtungszeitraum über kein persönliches Vermögen verfügten oder verschuldet waren, besitzt das reichste Zehntel der Bevölkerung ein Netto-Gesamtvermögen von mindestens 222.000 Euro. Obwohl politisch noch einiges zu tun bleibt, zeigt die Entwicklung bei den Vermögen zumindest bei einem Teil der Bevölkerung, dass die politischen Maßnahmen um eine verstärkte private Altersvorsorge Wirkung zeigen. So stieg der Wert des in Kapitalversicherungen veranlagten Vermögens zwischen 2002 und 2007 unter anderem durch die Riester-/Rürup-Rente um rund 18 Prozent.

Florian Fügemann | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.diw.de

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