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Scans bei Kreuzschmerzen wirkungslos

09.02.2009
Behandlung profitiert von Röntgenaufnahmen nicht

Die Scans, die routinemäßig bei Patienten mit Kreuzschmerzen durchgeführt werden, verbessern den Erfolg der Behandlung nicht. Wissenschaftler der Oregon Health and Science University analysierten sechs Tests, an denen mehr als 1.800 Patienten teilnahmen. Sie konnten keine Vorteile durch die Scans nachweisen.

Die Teilnehmer wurden nach der Behandlung bis zu einem Jahr lang weiter begleitet. Frühere britische Studien sind laut BBC zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Es wird erwartet, dass das The National Institute for Clinical Excellence (NICE) Richtlinien für die Behandlung von Kreuzschmerzen im Mai publiziert. Die Ergebnisse der aktuellen Studie wurden in The Lancet veröffentlicht.

Am meisten Gültigkeit hatten die aktuellen Forschungsergebnisse für jene Art von Kreuzschmerzen, die normalerweise von einem praktischen Arzt behandelt werden. Das Team um Roger Chou untersuchte Schmerz, Beweglichkeit, Lebensqualität, geistige Gesundheit, von den Patienten berichtete Verbesserungen und ihre Zufriedenheit mit der Behandlung. Alle Teilnehmer wurden randomisiert und erhielten entweder sofort Scans oder die Standard-Behandlung. Personen aus der zweiten Gruppe wurden Scans angeboten, wenn sich ihr Zustand innerhalb von drei Wochen nicht verbesserte. Die Wissenschaftler konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen der sofortigen Durchführung von MRI-Scans oder Röntgenbildern und der normalen Behandlung feststellen. Das galt kurzfristig bis zu drei Monaten und auch langfristig zwischen sechs und zwölf Monaten.

Scans oder Röntgenbilder im ersten Monat sind weder in Amerika noch in den Richtlinien-Entwürfen vorgesehen, die NICE im Oktober veröffentlichte. Chou betonte jedoch, dass manche Ärzte diese Maßnahmen immer noch routinemäßig durchführten, möglicherweise um sich und den Patienten ein Gefühl der Sicherheit zu geben.

Die Erwartungen der Patienten könnten aber ebenso eine Rolle spielen wie finanzielle Anreize für die Ärzte. Die Forscher schreiben in The Lancet, dass die Anzahl der MRI-Scans Laut Medicare http://www.medicare.gov bei Rückenschmerzen in Amerika steigt. Sie gehen davon aus, dass die Erwartungen und Präferenzen der Patienten thematisiert werden sollten. Bei einer Studie gaben 80 Prozent der Teilnehmer an, dass sie sich bei Kreuzschmerzen Röntgenaufnahmen unterziehen würden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ohsu.edu/xd
http://www.nice.org.uk
http://www.thelancet.com

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