Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sauerstoff im Blut macht attraktiv

14.04.2009
Rosige Gesichtsfarbe bestimmt gesundes Aussehen

Der Sauerstoffgehalt im Blut entscheidet darüber, wie gesund ein Mensch nach außen wirkt. Zu diesem Schluss kommen Psychologen der Universität St. Andrews im Wissenschaftsjournal PloS One. Sie überprüften im Experiment die Annahme, dass Menschen aus der Gesichtsfarbe auf den Gesundheitszustand des anderen schließen.

Da Attraktivität von gesundem Aussehen abhänge, könne sie durch ein verstärktes Augenmerk auf Herz und Lunge gefördert werden, etwa durch Sport oder das Beenden des Rauchens, raten die Forscher auf Grundlage ihrer Ergebnisse.

Dazu wurde erhoben, welche Rottöne die Haut annimmt, wenn sie mit sauerstoffreichem oder -armem Blut durchblutet wird. "Diese Farbänderungen übertrugen wir dann auf die Farbkalibrierung der Fotos von Gesichtern.

Versuchspersonen mussten schließlich am Computer die Hauttöne der Gesichter so verändern, dass diese einen möglichst gesunden Eindruck machten", berichtet Studienleiter Ian Stephen im pressetext-Interview. Im ersten Test konnten sie die Menge an sauerstoffreichem Blut im Gesicht verändern, beim zweiten das sauerstoffarme, schließlich waren beide Parameter gleichzeitig regulierbar.

Viel sauerstoffreiches Blut setzte sich als bestimmender Faktor für eine gesunde Erscheinung durch, während das sauerstoffarme Blut im direkten Vergleich nicht als förderlich angesehen wurde. Studien-Mitautor Dave Perret betont, dass die Versuchspersonen diesen kleinen Unterschied besonders gut bemerkt hätten. "Alle Studienteilnehmer glaubten, dass hellrotes Blut mit viel Sauerstoff gesünder aussah als dunkleres, leicht bläulicheres Blut mit weniger Sauerstoff." Dass manche Menschen mit sehr roten Gesichtern nicht sonderlich gesund aussehen, könne an einer falschen Blutfarbe liegen. "Es kommt also nicht allein auf die Blutmenge an, sondern auch auf die Blutart, die ein gesundes Aussehen bestimmt."

Wie gut die Gesichtshaut durchblutet ist, ist stark von der körperlichen Verfassung abhängig. Die Blutadern der Haut transportieren Sauerstoff in die Hautzellen und lassen sie dadurch atmen, wodurch man etwa beim Sport abgeben kann. "Frühere Studien zeigen, dass die Haut von Rauchern, älteren Menschen und Diabetes-2-Patienten weniger Blut enthält und auch seltener errötet. Bei körperlich aktiven Menschen sowie bei Frauen mit hohem Wert an Sexualhormonen geht das Erröten hingegen schnell vor sich", so Stephen. Ob Frauen während ihrer fruchtbaren Tagen, an denen der Hormonspiegel steigt, ein rosigeres Aussehen besitzen und auch leichter erröten, hofft der Studienautor in weiteren Tests nachzuweisen.

Dass gesundes Rosa im Gesicht wenig mit sozialer Herkunft zu tun hat, zeigt der Vergleich mit der Sonnenbräune. "In der viktorianischen Ära war extrem bleiches Aussehen in Mode, da dies als Hinweis darauf gewertet wurde, dass man nicht auf dem Feld arbeiten musste und somit wohlhabend war." Heute sei es umgekehrt, da Bräunung modern und begehrenswert ist. Diesen Modetrends unterliegt die rosige Hautfarbe jedoch nicht.

"Unsere Studie zeigt, dass Menschen aus verschiedensten Kulturbereichen rosige Gesichter bevorzugen. Das ist ein Hinweis darauf, dass diese Haltung nicht sozial geprägt ist", so Stephen gegenüber pressetext.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.st-andrews.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie