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Säugetiere sind die Gewinner der Evolution

25.08.2009
Reptilien haben Nachsehen im Kampf ums Überleben

Den Wettlauf der Evolution zwischen Reptilien und Säugetieren haben die Milchtrinker für sich entschieden. Zu diesem Schluss kommen Forscher der University of California in Los Angeles in der Online-Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences.

Fische und Vögel haben die Reptilien ebenfalls abgehängt, da jede dieser Tiergruppen eine hohe Artenvielfalt entwickelt hat. Das bedeutet, dass sie sich besser an eine große Zahl unterschiedlicher Umgebungen anpassen konnten. Während der letzten sieben Mio. Jahren haben Reptilien nur weitergelebt, konnten jedoch keine bedeutende Anzahl neuer Arten hervorbringen.

Die Wissenschaftler analysierten die DNA von 47 der wichtigsten Wirbeltieren und bestimmten daraus, ob ihre Artenvielfalt als hoch oder als niedrig einzustufen sei. Geht es nach diesem Kriterium, sind die meisten heute lebenden Vögel- und Tierarten die Gewinner, gemeinsam mit einigen in Korallenriffen lebenden Fischen.

"Die Zeitpunkte, in der sich neue Arten gebildet haben, stehen nicht jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Auftreten von Schlüsselmerkmalen, die den evolutionären Erfolg dieser Gruppen in Gang gesetzt haben könnten, wie etwa Haare oder das gut koordinierte Kauen bei Säugetieren oder die Vogelfedern", gibt Studienleiter Michael Alfaro zu bedenken. Die Forschung lasse darauf schließen, dass die Ursachen für die Artenvielfalt jüngeren Ursprungs seien. "Die Ursache, dass Säugetiere, Vögel und Fische solchen evolutionären Erfolg haben, dürfte auf eine viel feinere Ursache zurückgehen. Wir müssen nach neuen Erklärungen suchen", so die Schlussfolgerung des Biologen.

Geht es nach dem Erfolg in der Artenbildung, sind Krokodile, Alligatoren und die Brückenechse die absoluten Verlierer des Rennens. Nachdem es diese Tiere bereits vor rund 250 Mio. Jahren gab, haben sie seither erst 23 verschiedene Arten entwickelt. "Der Artenreichtum ist sehr gering, wenn man ihr Alter berücksichtigt", so Studienleiter Michael Alfaro. Besonders extrem ist diese Artenarmut bei der Brückenechse, einem so genannten "lebenden Fossil". In gleichen Zeitraum, den Schlangen und Eidechsen für 8.000 Arten benötigten, schafften sie es gerade auf zwei Arten. "Es ist ein ungeklärtes Rätsel, wie Brückenechsen bis heute überlebt haben. Sie müssen etwas besitzen, das ihnen das Überleben ermöglicht. In Sachen Artenreichtum sind sie absolute Verlierer, doch in anderem Licht zeigt das ihre Einzigartigkeit", betont Alfaro.

Aus den Ergebnissen könne man jedoch nicht schließen, dass Reptilien automatisch einem größeren Risiko des Aussterbens unterliegen würden als andere Tiere. "Die Bedrohung des Artensterbens ist allgegenwärtig und betrifft auch bestimmte Abstammungslinien der Säuger", so der US-Biologe.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucla.edu

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