Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rückbank ist gefährlichster Platz im Auto

01.09.2010
Experte: "Bisher zu wenig Augenmerk in Crash-Tests"

Bei Autounfällen erleiden Erwachsene auf der Rückbank eines neuen Autos viel eher eine gefährliche Verletzung als am Fahrer- oder Beifahrersitz. Darauf machen australische Forscher aufmerksam. "In neuen Autos fährt man deutlich sicherer als in alten. Der Schutz von Kopf, Bauch- und Brustbereich hat sich jedoch nur bei den Vordersitzen gebessert", berichtet die Studienleiterin Lynne Bilston.

Airbags fehlen

Experten der Verkehrssicherheit schließen sich dieser Aussage voll an. "Die Autohersteller haben die Rücksitze in den letzten Jahrzehnten sehr vernachlässigt. Früher war die Rückbank sicherer, seit etwa 2005 ist es in Folge der vielen Airbags, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer jedoch der Fahrer- und Beifahrersitz", bestätigt Stefan Kerbl, Leiter der Testabteilung beim Autofahrerclub ÖAMTC http://www.oeamtc.at , im pressetext-Interview.

Nur Kinder sind auf der Rückbank besser aufgehoben. "Der Grund dafür ist der verpflichtende Kindersitz, bei dem ein Airbag nur kontraproduktiv ist und sogar zum Tod führen kann." Das sei auch der Grund der bisherigen stiefmütterlichen Behandlung. "Die Crash-Tests platzierten bisher vorne stets Erwachsene, hinten aber Kinder in Kindersitzen platzierten. Damit ein Auto in der fünf-Punkte-Bewertung als 'sicher' galt, waren Airbags hinten bisher gar nicht notwendig."

Rückbank bald im Fokus

Wenn auch ein hinten sitzender Erwachsener die Ausnahme ist, dürfte sich bald etwas ändern. Der ÖAMTC-Experte kündigt einen stärkeren Fokus auf die hinteren Sitze innerhalb der nächsten fünf Jahren an. "Die Crash-Tests werden bald Erwachsene auch auf die Rückbank setzen und damit auch Druck auf die Autohersteller ausüben. Diese nehmen die stets strengeren Kriterien für fünf Punkte immer dankbar auf und setzen sie um, da Sicherheit ein wichtiges Kaufargument ist."

Der Aufwand für Airbags in der Vordersitzlehne für die Rückbank und gute Gurte ist heute gering, womit die Umsetzung nur Frage der Konstruktion ist. Ähnlich passierte es in der Vergangenheit mit der Gurtentwicklung oder mit dem Fußgängerschutz. "Die Sicherheit im Verkehr steigt durch diese ständigen, evolutionären Verbesserungen ständig. Vor 20 Jahren war es undenkbar, dass man nach einem Unfall mit Tempo 70 die Türen öffnen und meist überleben kann", so Kerbl.

Verkehr insgesamt sicherer

Die steten Sicherheitsverbesserungen spiegeln sich auch in der Zahl der im Verkehr Getöteten wider. "Waren es in Deutschland 1991 noch 11.000, so sind es heute rund 4.000 pro Jahr. Die Tendenz ist weiters rückläufig", berichtet Ingeborg Vorndran, Referatsleiterin für Unfallstatistik beim Statistischen Bundesamt Deutschland http://www.destatis.de gegenüber pressetext. Welcher Anteil der im Auto Verunglückten hinten saß, wird bisher noch nicht erfasst. "Für die Zukunft ist geplant, auch die Sitzposition zu erheben", so die Expertin.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.neura.edu.au

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten