Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roland Berger Studie zum Launch Management: Warum IT-Großprojekte häufig scheitern

27.08.2008
  • 20 Prozent aller IT-Projekte werden abgebrochen; jedes zweite dauert länger oder wird teurer als geplant
  • Imageschäden werden häufig unterschätzt
  • Mangelndes Risikomanagement ist eine der Hauptursachen für das Scheitern
  • Wahrscheinlichkeit des Scheiterns steigt mit Dauer und Komplexität von Projekten

IT-Großprojekte werden überdurchschnittlich häufig vorzeitig abgebrochen. Außerdem dauern sie oft länger als geplant und werden zudem teurer als zunächst veranschlagt. Die Studie "Projekte mit Launch Management auf Kurs halten.

Warum IT-Großprojekte häufig kentern und Projekterfolg kein Glücksspiel ist" von Roland Berger Strategy Consultants analysiert die Gründe dafür und zeigt Strategien, mit denen IT-Projekte tatsächlich zum Erfolg gebracht werden. Die Studie basiert auf der jahrelangen Erfahrung der Autoren bei der Steuerung, Restrukturierung und Sanierung großer Projekte.

"Ein Großprojekt ist mehr als einfach nur ein Projekt, das länger dauert, mehr Mitarbeiter hat und ein größeres Budget verschlingt", erläutert Dr. Kai Bender, Partner im Kompetenzzentrum InfoCom von Roland Berger Strategy Consultants, das die Studie durchgeführt hat.

"Wer Großprojekte managt, muss Komplexitäten beherrschen, die man aus mittelgroßen Organisationen oder gar Konzernen kennt." Basierend auf langjährigen Erfahrungen hat Bender zusammen mit Partner Gérard Richter sowie den Projektmanagern Matthias Klinger und Dr. Claus Herbolzheimer einen Steuerungsansatz entwickelt, mit dem die Besonderheiten und Probleme großer Projekte kontrolliert werden können.

Die Risiken: Warum Großprojekte fehlschlagen

Ein Blick in die Zeitungen der jüngeren Vergangenheit genügt, um eine ganze Reihe gescheiterter IT-Großprojekte zu entdecken. Fakt ist: Jedes fünfte IT-Projekt wird abgebrochen und rund die Hälfte der Projekte dauern länger oder werden teurer als geplant. Ein Grund dafür: Bei fast 50% der Projekte fehlt ein Projektstab, der sich angemessen um Risikomanagement und operative Steuerung des Projekts kümmert. Zudem werden die negativen Folgen eines Scheiterns oft deutlich unterschätzt. "In der Schadensbewertung von Krisenprojekten werden meist nur direkte Kosten berücksichtigt, dabei sind die indirekten Kosten meist viel höher", sagt Claus Herbolzheimer. Das betreffe vor allem Imageschäden. Gute Projektsteuerer binden daher konsequent die Unternehmenskommunikation ins Projektgeschehen ein.

So können im Vorfeld Sprachregelungen und ein Kommunikationskonzept für den Notfall ausgearbeitet werden. "Was einfach klingt, ist leider nicht die Regel", bedauert Herbolzheimer. Neben mangelndem Risikomanagement liegt ein weiteres Handicap von Großprojekten in der längeren Projektdauer; sie erhöht schon an sich die Wahrscheinlichkeit größerer Schwierigkeiten. Gerade bei länger dauernden IT-Projekten ändern sich außerdem häufig die Anforderungen, welche noch dazu oft mangelhaft dokumentiert werden. Mit der Größe eines Projekts nimmt auch die Zahl der beteiligten Mitarbeiter zu, was die Kommunikation erschwert. Diese Faktoren, gepaart mit hohem Termindruck, gehen häufig zu Lasten einer durchdachten Planung und eines sauberen Projektaufbaus. Auch der technische Aufwand von IT-Großprojekten wird gerne unterschätzt. Oft werden neue, manchmal erst während des Projekts entwickelte Technologien eingesetzt, um First Mover-Vorteile zu nutzen. Sind solche Technologien nicht ausgereift, droht ein Scheitern.

Der Weg zum Erfolg: Konzentration auf den Launch

Risiken gibt es also genug, aber auch Möglichkeiten, diese zu minimieren: "Durch saubere handwerkliche Arbeit und ein auf das wesentliche Ziel, nämlich den Produktivstart und Betrieb, fokussiertes Launch-Management können Unternehmen die Risiken steuern", sagt Studienautor Gérard Richter. "Die Gefahr, dass ein kapital- und zeitintensives Großprojekt scheitert, ist dann erheblich geringer." Basis für erfolgreiches Launch-Management sind nach den Erfahrungen der Roland Berger Experten fünf Leitsätze:

- Launch Management ist Handwerk: Dazu braucht es gut
ausgebildete Mitarbeiter und von Anfang an eine
integrierte Gesamtplanung. Sie enthält Soll/Ist-Abgleiche,
ein effektives Risikomanagement, ein auf mehrere Monate
angelegtes Ressourcenmanagement, ein professionelles
Top-Management-Reporting und ein kontinuierliches
Schnittstellenmanagement.
- Nicht auf Best Case-Planungsszenarien setzen: Wichtig ist
ein offener und ehrlicher Umgang mit den Erwartungen des
Kunden, im Idealfall bereits während der Ausschreibung.
- Kleinere Projektpakete schnüren: Je weniger umfangreich
und komplex ein Projekt ist, desto leichter ist es zu
handhaben. Deshalb große Aufgaben auf mehrere unabhängige
Teilprojekte verteilen.
- Ausgereifte Technologien vorziehen: Falls neue
Technologien im Projekt zum Einsatz kommen, gilt es diese
sorgfältig zu bewerten und zu planen. Im Zweifel lieber
auf bewährte Standards setzen.
- Offene Kommunikation und klare Entscheidungswege:
Berichtswege zum Kunden und zum Topmanagement müssen
definiert und institutionalisiert sein. Es muss eindeutig
festgelegt sein, wer Entscheidungen treffen darf und wer
dabei mit eingebunden werden muss.
Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 35 Büros in 24 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 2.000 Mitarbeiter haben im Jahr 2007 einen Honorarumsatz von mehr als 600 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 170 Partnern.
Die vollständige Studie finden Sie unter:
http://www.rolandberger.com/pressreleases

Sebastian Deck | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com
http://www.rolandberger.com/pressreleases

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Dialysepatienten besser vor Lungenentzündung schützen
17.01.2018 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neue Studie der Uni Halle: Wie der Klimawandel das Pflanzenwachstum verändert
12.01.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie