Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roland Berger Studie zum Automobilmarkt in Brasilien

22.04.2010
Anstieg der Fahrzeugproduktion von 3,2 Mio. Stück 2009 auf 5,2 Mio. im Jahr 2016 möglich

- Die jährliche Produktion in Brasilien könnte von 3,2 Mio. Stück 2009 auf mehr als fünf Millionen Stück bis zum Jahr 2016 steigen, der Fahrzeugabsatz von 3,1 Mio. Stück 2010 auf 4,8 Mio. im Jahr 2016

- Mit einer klaren Exportstrategie könnte Brasilien seine Exporte in den nächsten Jahren nahezu verdoppeln; die Importe werden bis 2016 voraussichtlich um mindestens 40 Prozent zulegen

- Um Produktionswachstum und Kostenwettbewerbsfähigkeit zu sichern, ist eine gemeinsame Agenda von Regierung und Industrie erforderlich

Brasiliens Automobilindustrie steht am Scheideweg. Sofern die Branche und die Regierung die richtigen Schritte unternehmen, bietet das Land beträchtliche Chancen - sowohl auf dem Binnenmarkt als auch im Export. Das ist das Ergebnis einer Studie von Roland Berger Strategy Consultants mit dem Titel "The Brazilian automotive industry at crossroads".

"Der aufstrebende Markt Brasilien birgt ein enormes Potenzial für die Automobilbranche", so Stephan Keese, Principal im Kompetenzzentrum Automotive von Roland Berger Strategy Consultants.

Angesichts des wachsenden weltweiten Wettbewerbs muss Brasilien jedoch eine klare Agenda formulieren, um künftiges Produktionswachstum zu sichern. Hierzu gehört beispielsweise die Förderung des Binnenabsatzes, um ausreichendes und befriedigendes Wachstum für alle Marktteilnehmer zu garantieren. Außerdem muss die Exporttätigkeit angekurbelt werden, um die erforderliche Größe zu erreichen und weltweit konkurrenzfähig zu werden. Und schließlich ist eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit im Inland erforderlich, damit Absatzwachstum bei namhaften Unternehmen auch zu einem Wachstum der Produktion führt.

Zusammenarbeit von Industrie und Regierung

Sofern die erforderlichen Schritte unternommen werden, bietet Brasilien enormes Potenzial für künftiges Wachstum des Automobilabsatzes, das durch die positive Konjunkturentwicklung noch beflügelt wird. Eine Absatz von deutlich mehr als fünf Mio. Fahrzeugen bis 2020 ist wahrscheinlich. Damit diese Prognose eintritt, sind jedoch zusätzliche Anstrengungen und Maßnahmen der Branche und der brasilianischen Regierung erforderlich.

Beispielsweise wäre eine Zusammenarbeit von Industrie und Regierung denkbar, um den Binnenabsatz in Brasilien anzukurbeln - ebenso wie etwa eine Reduzierung der Kfz-Betriebskosten zur Förderung der individuellen Mobilität oder Anreize zur Erneuerung von Fahrzeugflotten. Mit derartigen Maßnahmen könnte Brasiliens Automobilmarkt Weltniveau erreichen und der potenzielle Autoabsatz von 3,1 Mio. Fahrzeugen 2010 auf 4,8 Mio. im Jahr 2010 steigen.

Verdoppelung der Exporte möglich

Mit einer klar umrissenen Exportstrategie dürfte Brasilien zudem in der Lage sein, seine Exporte in den kommenden Jahren nahezu zu verdoppeln. 2009 exportierte das Land 475.000 Fahrzeuge. Diese Zahl könnte bis 2016 auf 980.000 schnellen. Ausgehend von Wechselkurs- und Binnenabsatzprognosen werden die Fahrzeugimporte bis 2016 voraussichtlich um mindestens 40 Prozent zulegen. Durch Maßnahmen zur Ankurbelung des Binnenwachstums und eine fokussierte Exportstrategie könnte die jährliche Produktion von 3,2 Mio. im Jahr 2009 bis 2016 auf mehr als fünf Mio. klettern.

Stärkung der Kostenwettbewerbsfähigkeit

"Alle diese Standortvorteile sollen aber nicht den Eindruck vermitteln, die Marktbedingungen in Brasilien seien perfekt", sagt Keese. "In vielen wichtigen Bereichen der Wertschöpfungskette ist Brasiliens Automobilindustrie global noch nicht wettbewerbsfähig."

Die Produktionskosten für ein Fahrzeug sind in Brasilien mindestens ebenso hoch wie in Europa, Rohstoffe wie Stahl sind sogar erheblich teurer. Aufgrund der schlechten Straßeninfrastruktur und der mangelnden Effizienz der Häfen sind die Vertriebskosten ebenfalls höher. Zudem treiben Bürokratie, Steuern und Abgaben die Kosten, und die Arbeitseffizienz hinkt deutlich hinter der europäischen hinterher. Trotz dieser Nachteile können Unternehmen in Brasilien äußerst profitabel produzieren. "Ungeachtet des aktuellen Wachstumstempos müssen Unternehmen ihre Kostenposition in Brasilien und ihren Footprint in Südmerika überprüfen und optimieren", sagt Keese. "Auf nationaler Ebene müssen Regierung und Automobilbranche gemeinsam versuchen, die langfristige nationale Kostenwettbewerbsfähigkeit deutlich zu verbessern", betont Keese.

"Wir empfehlen folgende vier Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit der brasilianischen Automobilindustrie zu stärken: Definition einer künftigen Automobil-Agenda, umfassende Verbesserung der Kostenstruktur, Entwicklung eines Energie- und Antriebsmixes für die Zukunft und Sicherung der künftigen Wettbewerbsfähigkeit brasilianischer Produkte. Die Produkte und der Kundenservice in Brasilien müssen bei Design, Funktionalität, Qualität und Erschwinglichkeit optimal auf die aktuellen und künftigen Kundenerwartungen abgestimmt werden."

Eine Zusammenfassung der Studie können Sie kostenfrei herunterladen unter: www.rolandberger.com/pressreleases

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter unter: www.rolandberger.com/press-newsletter

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 36 Büros in 25 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 2.100 Mitarbeiter haben im Jahr 2008 einen Honorarumsatz von mehr als 670 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 180 Partnern.

Sebastian Deck | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise