Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Risiko von weltweiten Naturkatastrophen steigt

18.05.2009
UNO-Studie: Zu wenige Vorkehrungen in armen Ländern

Klimawandel, Umweltzerstörung und schlechte Raumplanung werden die Erdbevölkerung in Zukunft noch härter und vor allem noch öfter treffen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der International Strategy for Disaster Reduction der UNO, die nun in Bahrain vorgestellt wurde.

Der Bericht warnt davor, dass das Leben von Mio. von Menschen bedroht ist, da allfällige Gefährdungsabschätzungen nicht ernst genommen werden. Am schlimmsten betroffen sind demnach die armen Länder des Südens.

Viele der Katastrophen wie etwa der Tsunami von 2004 im Indischen Ozean und das Erdbeben in China 2008 können nicht verhindert werden. Es gebe allerdings Möglichkeiten die Auswirkungen auf Menschen zu verringern. Nur geschehe das nicht im notwendigen Umfang, kritisieren die Autoren. Ein Beispiel liefert etwa der Vergleich zwischen Japan und den Philippinen, die beide zu gleichen Teilen von Wirbelstürmen bedroht sind. Auf jedes Todesopfer in Japan kommen insgesamt 17 Tote auf den Philippinen. "Es gibt viele Möglichkeiten etwas gegen solche Naturkatastrophen zu unternehmen, aber wir machen es einfach nicht", so Vize-Generalsekretärin Margareta Wahlstrom. "Dass es einen Klimawandel gibt, ist unbestritten. Die meisten Länder haben es aber verabsäumt zu untersuchen, wie sich diese Veränderungen auf die eigenen Städte und Dörfer auswirkt." Auf der lokalen Ebene wisse man viel zu wenig über diese Auswirkungen, kritisiert Wahlstrom.

Der Bericht richtet sich nicht an die Notdienste, sondern viel mehr an die Regierungen und deren planende Strategen und Finanzministerien. Die UNO kommt zum Schluss, dass eine Investition in Risikominimierung ein gut angelegtes Kapital darstelle. Der Verlust von Menschenleben, Eigentum und Lebensgrundlage ist im Vergleich dazu wesentlich kostspieliger. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon mahnt zu raschem Handeln. "Wir müssen uns beeilen, denn zu langes Zuwarten bedeutet ein vermehrtes Risiko noch schlimmer von solchen Katastrophen heimgesucht zu werden."

Chinas massiver Ausbau von Dämmen gegen Überschwemmungen hat zwischen 1960 und 2000 insgesamt 3,1 Mrd. Dollar gekostet: Nach Hochrechnungen des UN-Framework Convention on Climate Change hat dies Schäden von insgesamt zwölf Mrd. Dollar verhindert. Aber auch einfachere Maßnahmen wie etwa das Pflanzen von Mangroven in Südostasien können erfolgreich Küstenerosion und Sturmfluten aufhalten.

Dass es in den vergangenen Jahren zu einer Schadenszunahme durch Naturereignisse gekommen ist, bestätig auch Stefan Schulz, Sprecher der Hannover Rückversicherung AG http://www.hannover-rueck.de , auf Nachfrage von pressetext. Seit 2004 ist es zu einem spürbaren Anstieg von Schadensfällen gekommen. "Insbesondere die Schnee- und Eisstürme in mehreren Provinzen Chinas und der Wintersturm Emma in Europa führten zu Schäden. Aber auch die Erdbeben in Sichuan, Hagelstürme in der Bundesrepublik sowie die beiden Hurrikans Gustav und Ike sind hierbei zu erwähnen."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.unisdr.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

nachricht Medizinische Innovationen für Afrika
02.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie