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Risiko Operation: Checkliste rettet Leben

15.01.2009
Lücken im Teamwork und Sicherheitsstandards erheblich

Der Einsatz einer einfachen Checkliste während großer Operationen kann die Sterberate um mehr als 40 Prozent senken, Komplikationen um mehr als ein Drittel. Das geht aus Tests hervor, die die Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit in acht Städten vorgenommen hat. Die ein Jahr laufende Studie soll online im New England Journal of Medicine vorgestellt werden. Die National Patient Safety Agency (NPSA) hat alle Krankenhäuser in England und Wales angewiesen, sie bis Februar 2010 in Einsatz zu bringen.

Die Checkliste besteht laut BBC aus einer einzelnen Seite, die in wenigen Minuten abgearbeitet werden kann. Sie konzentriert sich auf grundlegende Verhaltensregeln vor der Verabreichung der Narkose, vor dem Eingriff und vor dem Verlassen des Operationssaals. Sie wurde entworfen, um ein effektives Teamwork zu fördern und Problemen wie Infektionen und unnötigem Blutverlust vorzubeugen.

Getestet wurde die Liste in Krankenhäusern in Seattle, Toronto, London, Auckland, Amman, Neu Delhi, Manila und Ifakara in Tansania. Insgesamt wurden Daten von 7.688 Patienten gesammelt. 3.733 vor der Einführung der Checkliste und 3.955 nach der Einführung. Die Anzahl der schweren Komplikationen fiel von elf auf sieben Prozent. Die Anzahl der Todesfälle nach Operationen sank um mehr als 40 Prozent - von 1,5 auf 0,8 Prozent. Diese Ergebnisse waren in allen beteiligten Krankenhäusern ähnlich.

Atul Gawande von der Harvard School of Public Health erklärte, diese Checkliste könnte für den medizinischen Alltag so bedeutend werden wie das Stethoskop. Die Ergebnisse der Studie legen laut dem Mitautor nahe, dass Lücken im Teamwork und den Sicherheitsstandards in der Chirurgie sowohl in reichen als auch armen Ländern erheblich sind. Die Checkliste könnte die Anzahl der Todesfälle und Invaliditäten um Mio. Fälle verringern.

Der leitende Wissenschaftler Alex Haynes betonte, dass die Checkliste in jedem der beteiligten Krankenhäuser deutliche Auswirkungen gehabt habe. Auch viele Ärzte, die anfangs skeptisch waren, wurden aufgrund der deutlich erkennbaren Vorteile rasch zu Befürwortern. 2007 wurden der NPSA 129.419 Vorfälle während chirurgischer Eingriffe gemeldet. Mehr als 1.000 hatten ernste Folgen. 271 führten zum Tod des Patienten.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.who.int
http://www.npsa.nhs.uk
http://www.hsph.harvard.edu

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